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Taucha Sieben Prinzipien für die Malerei
Region Taucha Sieben Prinzipien für die Malerei
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21:00 20.06.2010
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Taucha

Dabei sind die 30 ausgestellten und käuflichen Bilder der letzten zwei Jahre nur ein Bruchteil seines umfangreichen Repertoires.

Für Peter Mai stellten Landschaften ein zentral Thema dar, aber nicht die bloße Wiedergabe dieser, sondern vielmehr die intensive Auseinandersetzung mit ihr. So wäre er einer der wenigen „Vor-Ort-Maler“ oder „Freiluftmaler“ geblieben, meinte Vereinsvorsitzender Jürgen Ullrich in seiner Eröffnungsrede. Zahlreiche Galerien präsentierten in den letzten 20 Jahren das facettenreiche Spektrum des ehemaligen Lehrers. In dem hat er sich neben der Ölmalerei auch der Lithographie – dem ältesten Flachdruckverfahren – gewidmet.

„Ich male jeden Tag“, sagte der Rentner. Und dennoch war es dem 68-Jährigen nicht möglich, seine Liebe zur Kunst in einem Satz auszudrücken. In sieben Gründen erläuterte der Gottscheinaer dem Publikum seine Beziehung zur Malerei und Kunst. Erstens: Die Kunst drücke eine Zwangsverbindung aus, der man entfliehen will und zu der man zurückkehren kann und muss. Zweitens: Der Wunsch ein gutes Ergebnis zu liefern sei mit Unsicherheit und dem ständigen Suchen verbunden. Drittens: Immer wieder bestehe das Bedürfnis nach Wechsel oder Ausbruch. Dieses Gefühl motiviere zum Perspektiven-, Format- oder Farbenwechsel. Viertens: Der Kontakt zu Gleichgesinnten. Deren früher erbarmungslose und heute gedämpfte Kritik und Hilfe sei wichtig und unverzichtbar für eine künstlerische Entwicklung. Fünftens: Die ehrliche Beziehung zum eigenen Bild. Sechstens: Selbstzweifel und Selbstironie seien in der Zeit, wo es viele begabte Künstler gäbe, ein nötiger Rettungsanker. Siebtens: Die Landschaft und die umgebende Welt solle als Inspiration genutzt werden.

Peter Mai hinterließ mit diesen Grundprinzipien Spuren – vor allem als Kunstlehrer an dem Gymnasium in Markranstädt. Der gebürtige Chemnitzer hatte es sich damals zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit seinen Schülern den Alltag künstlerisch zu entdecken. Und ihnen trotz der Schnelllebigkeit die nötige Ruhe zum Malen zu schenken. Christiane Nestler ist diesem Rat gefolgt. Am Sonnabend stand die 26-Jährige in der ersten Reihe und lauschte den Worten ihres ehemaligen Lehrers. Sie ist nun eine studierte Kunstpädagogin und letzten Endes war es Mais Einfluss und guter Unterricht, der sie auf diesen Weg geführt hat. „Er war ein anspruchsvoller und wunderbarer Lehrer“, sagte die junge Frau und betrachtete erneut ihr Lieblingsbild „Treppenhaus im Händelhaus“ aus dem Jahr 2009. In den nächsten vier Wochen, bis zum 18. Juli, ist die Ausstellung für alle Interessierten und Kunstliebhaber geöffnet.

Karoline Maria Keybe

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