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Taucha Skeptiker überzeugt: Straßenbreite reicht
Region Taucha Skeptiker überzeugt: Straßenbreite reicht
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10:42 03.03.2019
DB-Projektleiter Thomas Schwarz (mit Helm) erklärt am fertigen Bahnsteig 1, wie es in den nächsten Wochen mit dem Bau des Mittelbahnsteiges weitergeht. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

Der eigentliche Anlass für den Rundgang war eben dieser in Bürgeranfragen und sozialen Medien geäußerte Verdacht, dass die Portitzer Straße im Zuge des Trogbaus zu schmal geraten ist. Einige fragten sich, ob hier zwei Lkw aneinander vorbei passen. Die Antwort darauf hatte Schwarz bereits in der LVZ gegeben und auf die täuschende optische Wahrnehmung verwiesen. Beim Vor-Ort-Termin muss dieses Thema aber noch warten, denn zunächst erklärt Schwarz auf dem neuen Bahnsteig 1, wie es mit dem Mittelbahnsteig und den Gleisen 2 und 3 weitergeht. „Uns gegenüber wird gerade das Fundament für die zweite Bahnsteigkante eingeschalt. Der Mittelbahnsteig für die Gleise 2 und 3 wird am 31. März in Betrieb genommen. Die Wartehäuschen folgen dann noch“, berichtet Schwarz seinen aufmerksamen Zuhörern.

Aufzug geht erst im Juni in Betrieb

Der Mittelbahnsteig sei dann bis Ende Mai durch den Fußgängertunnel, aber nur über die Treppe erreichbar. Eine Rampe gebe es für ihn nicht. Der Aufzug werde im Juni in Betrieb genommen, den könnten dann auch Radfahrer nutzen. Die Besuchergruppe darf schon mal in den Tunnel, der noch nicht ganz fertig ist. Auf Nachfrage erklärt Bau-Überwacher Günter Noack, dass die Wände mit einer Substanz beschichtet wurden, damit sich die zu befürchtenden Graffiti-Schmierereien leichter entfernen lassen. Der Tunnel mit den breiten Rampen sei nicht nur als Zugang zum Mittelbahnsteig gedacht, sondern generell als Verbindung zwischen Busbahnhof und Schillerstraße. Er ersetzt zumindest für Fußgänger und Radfahrer den Übergang Gerichtsweg, der spätestens am 8. November endgültig geschlossen werden soll, wie Schwarz auf Nachfrage bestätigt.

„Wozu ist das Gleis 3 da?“, will einer der Zuhörer wissen. Schwarz: „Das Gleis endet in Taucha, hier kann ein- und ausgestiegen werden. Es ist zugleich ein Wendegleis, weil hier einige S-Bahnen enden und zurückfahren. Und es ist ein Wartegleis für Güterzüge aus Richtung Torgau, die sich dann auf den Leipziger Güterverkehrsring einfädeln müssen.“ Momentan aber sei die Verlegung des Gleises 2 dran. Das gehe nicht ohne Sperrung des provisorischen Fußgänger-Bahnübergangs in der Bahnhofstraße ab. „Wir richten über das Wochenende vom 15. März, 14 Uhr, bis zum 18. März, 14 Uhr, einen kostenlosen Shuttlebus-Verkehr ein, mit dem wir alle zehn bis 15 Minuten die Tauchaer jeweils auf die andere Seite der Bahnlinie fahren“, erklärt Schwarz.

Zweifler messen selbst

Nach diesen Neuigkeiten geht es dann zum „Stein des Anstoßes“, zum Trogbau in der Portitzer Straße. Schwarz holt einen Zollstock und ein Roll-Maßband raus und fordert die Teilnehmer zum Messen auf. Die Tauchaer Frank Kassner und Sven Lange greifen zu und legen an den Kanten der Banketts von Straßenseite zu Straßenseite an. „6,50 Meter“, verkündet Kassner laut. „Ich bin jetzt überzeugt, dass es reicht“, sagt dann der 38-jährige gelernte Fliesenleger. Auch Lange gibt zu, dass er skeptisch war. Doch nun sagt der 32-jährige Flugzeug-Abfertiger: „Das sah wirklich so eng aus, aber wir haben es gesehen, es passt.“

„Und, sind jetzt alle überzeugt, dass die Straße breit genug ist?“, fragt Schwarz lächelnd in die Runde. „Das war doch klar, daran hat doch niemand gezweifelt“, sagen einige so oder ähnlich und lachen. Auch Noack, der auch noch eine Skizze mit den Baumaßen hält, lacht und gibt zu: „Da haben Sie uns aber einen schönen Schrecken eingejagt. Als unsere Jungs beim Frühstück die Zeitung gelesen haben, sind sie gleich los und haben nachgemessen. Wir wussten alle, dass es stimmt, doch es musste unbedingt gemessen werden.“

Straßenaufbau fehlt noch

Die Tour geht nun weiter bis in den Trog unter die Gleise, kurz darauf ist Schluss, weil vor Kaufland die Betonsohle der Straße noch im Bau ist. Auch auf dem Untergrund, auf dem die Gruppe bisher schon laufen konnte und die Beton-Laster rollen, fehlen noch 32 Zentimeter Straßenaufbau. Und die Fuß- und Radwege neben der Straße werden mit dem auf dem ehemaligen Massa-Gelände gelagerten Aushub der Baustelle noch auf über zwei Meter Höhe aufgefüllt.

Viele Teilnehmer hatten in der Tat das Können der Bauleute nicht angezweifelt, waren aus Neugier und Interesse an der Baustelle gekommen, so wie der Maschinenbauer Frank Lehmann (62): „Ich hatte nicht gezweifelt, habe mich aber über die Einladung gefreut. Ich bin an Taucha interessiert, das war heute sehr informativ.“ Aus Leipzig ist nach dem LVZ-Bericht Thomas Süß (70) zum Rundgang gekommen. Der Namensvetter eines Tauchaer Bau-Unternehmers lobt: „Das war sehr gut organisiert von Herrn Schwarz. Natürlich ist die Straße breit genug, das ist doch klar.“

Von Olaf Barth

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