Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Sonderausstellung führt in die Clowns-Welt
Region Taucha Sonderausstellung führt in die Clowns-Welt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:54 11.04.2011
Anzeige
Taucha

Wer Lust bekommt, kann dieser „Magistrale“ weiter folgen: In Leutzsch und Reudnitz stellt Hormann derzeit ebenfalls aus.

„Die große Welt des Clowns“ verspricht tiefe Einblicke und riesige Ausmaße. Und dennoch hat diese „Welt“ im gemütlichen Dachboden des Tauchaer Rittergutes Platz. Das ist unter anderem ein Verdienst von Kurator Hans-Dieter Hormann. Der Direktor des Leipziger Clownmuseums hat in seinem Lager gekramt und einige außergewöhnliche Exponate in den Vorort im Nordosten Leipzigs bugsiert. Bis 14. Mai stehen sie hier jedes Wochenende von 14 bis 16 Uhr zur Ansicht bereit.

„Ich will vermitteln, dass ein Clown viel mehr ist, als nur eine Rolle im Zirkus“, sagt Hormann. Clowns brächten die Menschen nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken. Um zu demonstrieren, was er damit meint, hält der Bauingenieur im Vorruhestand eine kleine Figur in die Höhe. Obwohl aus chinesischer Massenproduktion, ist sie ein Glanzstück seiner Sammlung. Kunstvoll aus Gips gegossen, ist ein lachender Schelm dargestellt, der auf eine Trommel schlägt. Die Details kann aber nur erkennen, wer genau hinguckt: „Die Figur verkörpert drei gänzlich verschiedene Aspekte der Clownerie“, sagt Hormann und erklärt: Da sei zum einen der Harlekin, erkennbar an den spitzen Schuhen. Der Hofnarr sei durch die Schellenmütze verbildlicht. Das Schlagen der Trommel ein Hinweis auf den amerikanischen Clown.

Eberhard Eichner, Schauspieler an der Musikalischen Komödie, streift durch die Ausstellung und freut sich, dass jemand die Fahne der Clownerie hoch hält. Denn das Dasein als Clown, das war sein Leben. Seit den 80er-Jahren war der heute 69-Jährige als Clown „Colo“ in der DDR bekannt. Sein Erkennungszeichen: Die rote Pappnase mit den Sommersprossen. „Da war ich der einzige, der eine solche hatte“, sagt der Mann, der privat statt eines knallroten Kostüms eher Jacke und Hose aus blauem Jeansstoff trägt.

Cornelia Lau aus Machern wandert zusammen mit ihrer Freundin Kerstin Twarog durch die Ausstellung. Als Medizinpädagogin arbeitet Twarog mit Demenzkranken. „Um ihnen einen Blick in die Vergangenheit zu gewähren, muss man den Kranken einen Gedankenanstoß geben“, sagt sie. „Der Clown bietet sich da an, denn an ihn knüpfen besonders viele Kindheitserinnerungen.“ Vielleicht könne man auf diese Weise dem einen oder anderen Patienten ein Lächeln schenken.

Benjamin Böhme

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:phptxB4u820100405163512.jpg]
Taucha. Beim nächtlichen Lärm zieht die Stadt Taucha nach Beschwerden von Anwohnern jetzt die Notbremse. Sie untersagte private Feiern in der Kulturscheune auf dem Rittergutsschloss und will auch das Maultrommelfestival mit solchen Auflagen für den Schöppenteichpark belegen, dass die Veranstalter planen, mit der Hauptbühne auf die Festwiese umzuziehen.

17.07.2015

Taucha. Bei der Tauchaer CDU-Fraktion wird erneut ein Personalwechsel nötig. Grund: Stadträtin und Diplom-Geologin Antje Brumm wird Amtsleiterin des Umweltamtes im Landkreis Nordsachsen.

08.04.2011

Der zweieinhalbstündige Besuch von Oleg Popow im Februar sei der Ritterschlag gewesen, erzählt Hans-Dieter Hormann. Aber auch Clowns und Mitglieder der Gesellschaft der Zirkusfreunde Deutschland gingen bei ihm in Reudnitz im 1. Deutschen Clownmuseum ein und aus.

07.04.2011
Anzeige