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Taucha Spagat zwischen Grabreden und Entertainment
Region Taucha Spagat zwischen Grabreden und Entertainment
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14:20 19.05.2015
Moderatorin Corina Ries ist von Peter Degners Erzählungen ebenso amüsiert wie das Tauchaer Publikum. Am Ende zeigt der Leipziger Impresario den Inhalt seines Zigarren-Köfferchens, woraus er sich im Anschluss nach dreistündiger Zurückhaltung dann auch bedient. Quelle: Reinhard Rädler

Der Impresario, wie er sich unwidersprochen gern nennen lässt, machte sich unter anderem mit der jährlich stattfindenden Classic Open in "Leipzigs guter Stube" - dem Markt vor dem alten Rathaus - einen Namen. Moderatorin Corina Ries übernahm die schwierige Aufgabe der Gesprächsführung. Der umtriebige, äußerst gesprächsfreudige Gast schmückte seine Antworten mit Anekdoten aus und landete dabei nicht selten auf Nebenschauplätzen, so dass dann die eigentliche Frage oft zur Nebensache geriet.

Über seine engen persönlichen Beziehungen zu vielen internationalen Stars sprach er, als wäre es das Normalste der Welt. Manche saßen schon in seinen Ledersesseln bei ihm zu Hause in der Leipziger Kreuzstraße: Sänger Tony Christie zum Beispiel oder der Pianist, Bandleader und Sänger Paul Kuhn. "Kleinigkeiten sind es oftmals, die Türen und Herzen öffnen", verrät er sein Rezept zum Umgang mit seinen Gästen, woraus sich langjährige persönliche Kontakte entwickelt haben. Mit Hildegard Knef war er bis zu ihrem Tode freundschaftlich verbunden.

Degner absolviert zudem einen beruflichen Spagat: Neben der Organisation von freudebetonten Veranstaltungen ist er auch in trauriger Mission als Grabredner unterwegs. Und er ist nicht nur Organisator großer Veranstaltungen, auch als Entertainer macht er von sich Reden. Eine Kostprobe liefert er mit selbst getexteten und von Paul Kuhn komponierten Songs, wie "Dolce Vita", "Applaus" oder "Leipzig tut gut". Der mittlerweile 60-Jährige trägt sein Herz manchmal auf der Zunge, das bringt ihm nicht immer Freunde ein, doch lässt er sich davon bei seinen Aktivitäten nicht bremsen, denn: "Ich will doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil, ich möchte den Menschen Freude schenken." Sponsoren suchen, Kontakte knüpfen und pflegen, Ämter überzeugen gehört zu seinem Tagespensum. Seine persönlichen Kontakte helfen ihm dabei sehr, aber eben auch nicht immer. So scheiterte ein gemeinsames Projekt mit dem Schlossverein, auf dem Schlossareal in Taucha ein großes Event zu etablieren. Ihm gehe ohnehin manches viel zu langsam, ein Ämter-Marathon nerve ihn genauso, wie nicht eingehaltene Zusagen. "Leipzig braucht und verträgt viel mehr Locker- und Heiterkeit", lautet sein Credo für alle Lebenslagen. Von sich reden macht Degner auch mit Projekten wie seine Peter-Degner-Stiftung zur Förderung der Leipziger Kultur und Kunst. Auch mit der Organisation von Events der "Leipziger Notenspur", wie dem festlichen Konzert am 26. Juli auf dem Alten Johannisfriedhof. bringt er sich in das Leipziger Kulturleben ein.

Mit 65 will er ein Buch herausgeben. "Friedhöfliches und Unhöfliches" soll es heißen und in der Stadt Gizpiel handeln (wer den Ort rückwärts liest, weiß, wo der liegt). 160 Seiten seien schon fertig, aber bei seinen vielen Erlebnissen und seinen vielen Kontakten zu den Showgrößen unserer Zeit, die er zu erzählen weiß, könnte das Buch durchaus und ohne große Mühe den Umfang eines historischen Romans bekommen.

Am Ende wurde es tatsächlich eine echte "blaue Stunde". Denn der Impresario konnte sich nach drei Stunden Enthaltsamkeit das Rauchen einer Zigarre nicht mehr verkneifen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.03.2014
Reinhard Rädler

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