Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Stadt will in Merkwitz Wohngebiet erschließen
Region Taucha Stadt will in Merkwitz Wohngebiet erschließen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:52 19.05.2015

Zur Vorgeschichte: In ländlichen Regionen war es zu DDR-Zeiten nicht unüblich, dass sich Städter dort auf gepachtetem Land einen Wochenendsitz mit Bungalow einrichteten. Mit den Jahren wurde vielfach daraus ein fester Wohnsitz. Und gerade zur Wendezeit zogen manche für immer in die allmählich zu Einfamilienhäusern mutierten Bungalows. So begab sich mancher in eine rechtliche Grauzone, in der eher von Duldung der entstandenen Verhältnisse, aber weniger von legalem Wohnen auf erschlossenem Bauland die Rede sein konnte. Nach jetziger Rechtslage müssten wohl in den betroffenen Gebieten diese ständigen Wohnsitze zurückgebaut und aufgelöst werden. Oder aber die Kommunen stellen einen Bebauungsplan auf, erschließen die Gebiete und legalisieren damit die bestehenden Verhältnisse. Im Tauchaer Ortsteil Merkwitz, an der alten Mühle, wird daran seitens der Verwaltung seit Jahren gearbeitet. Das Areal mit städtischen und privaten Grundstücken wurde bereits vor Jahren offiziell zum Allgemeinen Wohngebiet erklärt. Die jüngste Abstimmung im Stadtrat war dazu der vorerst letzte Schritt.

Die von diesem Bebauungsplan begünstigten Anlieger profitierten nicht zuletzt von dem in Sichtweite entstandenen Leipziger BMW-Werk. "In unserem Flächennutzungsplan war das Merkwitzer Gebiet an der Mühle nicht als Hauptwohnsitz, sondern als Land für Erhohlungszwecke ausgewiesen. Als solches hätte es einen relativ hohen Schutzstatus gehabt, was die Leipziger Pläne für diese Industrieansiedlung in der Nähe nicht leichter gemacht hätte", hatte unlängst Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) gegenüber der LVZ erläutert. Taucha habe seinen Beitrag für die BMW-Ansiedlung geleistet, indem die benachbarte Merkwitzer Erholungsfläche in ein allgemeines Wohngebiet umgewandelt worden sei. Doch für die Pächter war das noch lange nicht der ersehnte Schlusspunkt einer schier unendlichen Geschichte. Einige wollen ja schon seit Jahren das Grundstück von der Stadt kaufen und ganz offiziell und legal dort wohnen. Sie fühlen sich hingehalten und manche warten noch immer, während andere bereits zu Käufern wurden, sagte gestern einer der Betroffenen.

Doch offensichtlich deutet sich jetzt für alle eine Lösung an. "Das Problem ist die große Diskrepanz zwischen aufwendiger Erschließung und nutzbaren Bauflächen. Im Rahmen der Abwägung haben wir versucht, die Baufelder zu optimieren und die hohen Erschließungskosten zu minimieren", erläuterte Barbara Stein, die Leiterin des Fachbereiches Bauwesen. Man habe sich nun zu einer schrittweisen Erschließung des Areals und zu einer schrittweisen Veräußerung der Grundstücke entschlossen. Mit den jeweiligen Erlösen sollen nach dem ersten Bauabschnitt dann die nächsten Bauabschnitte finanziert werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2014
Olaf Barth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Wetter hatte auch 2013 welt- und deutschlandweit einige Extreme zu bieten, die zeitweise die Nachrichtenlage bestimmten. Ruhiger ging es da in Taucha zu. Interessant sind die Aufzeichnungen von Wolfram Lenk und seine Bezüge zur "Großwetterlage" dennoch.

19.05.2015

Das Rittergutsschloss Taucha ist als Veranstaltungsort aus der Parthestadt nicht mehr wegzudenken. Dank engagierter Vereinsmitglieder zog auf dem jahrzehntelang vernachlässigten Areal wieder Leben ein.

19.05.2015

Es ist nicht üblich, dass in einer Stadtratssitzung vom Bürgermeister die Zugänge an neuen Büchern für Stadtbibliothek oder Museum vorgestellt werden. Am Donnerstag Abend allerdings machte Holger Schirmbeck (SPD) eine Ausnahme und hielt ein Faksimile des Himmelsatlas' von Christian Friedrich Goldbach in die Höhe.

19.05.2015
Anzeige