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Stadtforst lässt im Staditzwald 2300 Festmeter Holz einschlagen

Stadtforst lässt im Staditzwald 2300 Festmeter Holz einschlagen

Reiter, Nordic-Walker, Jogger, Spaziergänger und Fahrradfahrer beobachten seit Wochen schon Holzfällarbeiten im Staditzwald bei Taucha. Zeitweise waren Wege sogar mit rot-weißem Band abgesperrt.

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Revierförster Martin Opitz kontrolliert im Staditzwald nach dem Holzeinschlag den Zustand der Wege. Sie sollen später wieder geglättet werden.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Inzwischen liegen nach Holzarten sortiert große Stapel von Baumstämmen an den Wegesrändern. Revierförster Martin Opitz erklärte gestern bei einem Vorort-Termin, was es mit den derzeit ruhenden Arbeiten auf sich hat und wie es weiter gehen soll.

In den zum Leipziger Stadtforst gehörenden großen Abschnitten des "Statzers", wie der Wald im Volksmund genannt wird, begann im November schon eine sogenannte Alt-Durchforstung. Gemäß des vorjährigen Forstwirtschaftsplanes wurden auf einer Fläche von rund 40 Hektar rund 2300 Festmeter Holz geschlagen, darunter Esche, Bergahorn, Rotbuche, Spitzahorn, Hainbuche, Linde. "Das wurde von einer von uns beauftragten Firma zum großen Teil maschinell mit einem Harvester erledigt. Nur dort, wo der Holzvollernter mit seiner Reichweite von maximal zwölf Metern nicht hinkam, arbeiteten Holzfäller", erklärt Opitz. An den Bäumen sind noch die gelben Pfeile zu sehen, die die Gassen kennzeichnen, in denen der Harvester vordrang.

Neben der wirtschaftlichen Vermarktung des Holzes, zum Beispiel an Parketthersteller, geht es dem Revierförster vor allem um Mischungs- und Stand-raumregulierung, wie er sagt. Das heißt zum Beispiel, dass für Kronen von Eichen und anderen Bäumen Platz und Licht geschaffen wird, damit sie sich weiter entwickeln können. "Der Holzeinschlag ist fast beendet. Anfang des Jahres haben wir aber aufgrund des aufgeweichten Bodens die Arbeiten abgebrochen", sagt der 47-Jährige, der schon seit 21 Jahren das Revier betreut. Das Problem sei nun die "Rückung", also die schweren Lasten aus dem Wald zu ziehen und zum Abholen an den Wegen bereit zu legen. "Wir brauchen eine längere trockene Frostperiode. Aber es werden ja schon wieder wärmere Temperaturen und Regen vorhergesagt. Da wollen wir nicht weiter die Wege zerfahren. Andererseits tut es dem Holz nicht gut, wenn es zu lange hier herumliegt", schildert Opitz die Zwickmühle. Er habe selbst ein großes Herz für die Natur und möchte auf keinen Fall mit den Arbeiten in die Zeit der Frühblüher geraten. "Wir haben hier nun mal keine angelegten, sondern nur festgefahrene Wege. Und das Wetter können auch wir nicht beeinflussen", bittet Opitz alle Erholungssuchenden mit Blick auf die tiefen Fahrspuren auch um Verständnis dafür, dass es mit der Glättung der Wege nun noch eine unbestimmte Zeit dauern wird. "Auf jeden Fall werden sie wieder so hergestellt, wie sie vorher waren", verspricht der Revierförster.

Opitz zeigt auf eine Eiche. "Auch der Baum müsste eigentlich weg. Doch das ist ein Biotopbaum mit Totholz und vielen Spechtlöchern. Die Eiche ist eine sehr wertgebende Art für Wälder, da an ihr viele Lebewesen gebunden sind. Deshalb bleibt auch Totholz stehen", erklärt der Zwenkauer und sagt, dass es nie einen ganz "aufgeräumten" Wald geben wird. Die Bewirtschaftung sei zudem eine generationenübergreifende, strategische Aufgabe bei der in Jahrhunderten gerechnet wird. "Wir profitieren heute von den Anpflanzungen unserer Vorfahren", sagt Opitz.

Und damit auch unsere Enkel einen intakten "Statzer" vorfinden, wurden in Richtung Pönitz zwei sogenannte Femellöcher angelegt. Das sind zwei freigeschlagene Flächen in einer Größe von je 0,3 Hektar. Dort werden dann im Herbst 1000 Jungbäume für den Staditzwald zum Anwachsen eingesetzt, 500 Rotbuchen und 500 Eichen. Zum Schutz vor Rehverbiss werden die Flächen eingezäunt. Später wird dieser Jungbestand gepflegt und ausgedünnt. Damit auch in 100 Jahren Reiter, Jogger und alle anderen sich hier im Wald erholen können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.02.2015
Olaf Barth

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