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Stadtwehrleiter setzt auf mehr Miteinander

Stadtwehrleiter setzt auf mehr Miteinander

Anfang Februar ist Cliff Winkler von seinen Kameraden zum neuen Stadtwehrleiter von Taucha gewählt worden. Zeit, in der Wehr viel zu verändern, ist dem 34-Jährigen seitdem kaum geblieben.

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Voneinander mehr lernen: Stadtwehrleiter Cliff Winkler (rechts) samt Stellvertretern und Merkwitzer Wehrleitung

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Er setzt aber ohnehin eher auf langsame Übergänge.

„Wir wollen niemanden vor den Kopf stoßen“, sagt Winkler auch für seine beiden Stellvertreter Marco Rockstroh und Anne Seifert. In den letzten Wochen habe es viel Kleinkram zu erledigen gegeben, „von der Umstellung der Post bis zur Veränderung der Zuständigkeiten innerhalb der Wehrleitung“, erzählt Winkler. Er habe viele Termine gehabt, „auf dem Rathaus bis zu den Wehrleiteranleitungen, die an verschiedenen Orten im Kreis stattfinden.“ Dazu liefen die Vorbereitungen für die Jubiläen der Wehren, die 140 (Taucha) und 70 (Merkwitz) Jahre alt würden.

Heute gebe es einen weiteren Termin, den ersten offiziellen gar der neuen Wehrleitung, wenn auch keinen schönen: „Wir gehen zur Beerdigung von Erhard Schüritz, dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Delitzsch“, kündigt Winkler an. Dafür musste er gestern gar noch zu Nadel und Faden greifen: Bei der Menge der Termine sei er noch gar nicht dazu gekommen, die ihm von der Stadt verliehen Hoheitsabzeichen als Stadtwehrleiter an den Ärmel anzunähen, sagt er schmunzelnd.

Winkler setzt andere Schwerpunkte als Rang und Abzeichen. Er habe zwar den Respekt der Kameraden, die ihn schließlich auch gewählt hätten. „Aber jetzt muss es darum gehen, sich auf einer höheren Stufe den Respekt der Kameraden zu verdienen“, sagt er selbstkritisch. Jeder erwarte jetzt etwas von der neuen Wehrleitung. „Dabei gibt es nichts Gravierendes, was wir sofort ändern wollen“, erklärt er. Schließlich laufe es alles in allem in der Wehr ganz gut.

Gleichwohl sind die ersten Weichen für Veränderungen gestellt. „Wir haben zum Beispiel die Alters- und Ehrenabteilung zu unserer Wochenendschulung Ende April nach Reibitz eingeladen“, erzählt Winkler. In den Vorjahren seien die Feuerwehrsenioren nicht dabei gewesen. Sie sollten jetzt nicht unbedingt an den aktiven Übungen teilnehmen, sondern auch beim geselligen Teil am Abend dabei sein können, erklärt er die Offerte.

„Die Kameradschaft ist wichtig bei der Wehr“, weiß er. Alt und Jung müssten mehr zusammenkommen in Taucha. Grund ist die Zusammensetzung der Freiwilligen Wehren im Osten Deutschlands durch die Wende: „Wir haben etliche ältere Kameraden jenseits von 50 Jahren und viele, die noch unter 30 sind. Dazwischen klafft eine große Lücke“, erklärt er. Im täglichen Einsatzgeschehen habe er auf die Zusammensetzung der Löschtrupps nur wenig Einfluss. Aber bei der Ausbildung wolle er künftig jüngere und ältere Kameraden stärker durchmischen. „Wir können alle voneinander noch viel lernen“, glaubt er. Es werde zwar immer Reibungspunkte geben dabei, „aber ich wünsche mir, dass wir alle mehr aufeinander hören und jeder sich von jedem etwas mehr annimmt“.

Die Mitgliedergewinnung sei ein weiteres wichtiges Feld. Ein erstes Gespräch habe er inzwischen mit dem Jugendwart führen können. Dessen Problem sei, dass es zwar eine Reihe von Jugendlichen gebe, „aber nach dem 15. oder 16. Lebensjahr verlassen viele die Jugendfeuerwehr wieder“, sagt er. Schul-Stress, Ausbildung und Arbeit vielleicht nur im Westen ließen viele junge Leute den Dienst quittieren. Womöglich könne sich eine Wehr in Baden-Württemberg dann später über einen gut ausgebildeten Kameraden aus Taucha freuen, seufzt er. Aber das sei wohl eher ein gesamtgesellschaftliches Problem.

Jörg ter Vehn

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