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Taucha Streit hinter der Literaturpreis-Kulisse
Region Taucha Streit hinter der Literaturpreis-Kulisse
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09:00 22.11.2011
Die Geehrten mit Bürgermeister Holger Schirmbeck und KuKuTa-Chef Hans-Jürgen Rüstau (hintere Reihe von rechts) sowie Anne Schwarzer (vorne rechts). Quelle: Reinhard Rädler
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Taucha

So hatte die Jury mit Henner Kotte, Susan Hastings, Jürgen Ullrich, Jörg Mrusek und Jürgen Rüstau eigentlich bei ihrer finalen Sitzung am Donnerstag entschieden, nur bei den Kindern einen Preis zu vergeben, bei den Erwachsenen lediglich zwei Anerkennungen auszusprechen. Grund: „Die eingereichten Arbeiten waren kaum der Rede wert“, so ein Jury-Mitglied. Mit 32 kamen außerdem so wenige wie nie zuvor, im Vorjahr waren es noch 230 gewesen. Das Rathaus saß jedoch auf seinen Preisen, hatte sie schon gravieren lassen. Es sei ja auch nur ein Amateurwettbewerb, da müsse man doch keine so hohen Anforderungen stellen, drängelte es auf Versöhnung und überzeugte die Mehrheit der Jury. So startete die Gala mit einem Lächeln – wenngleich so manches Jurymitglied der Veranstaltung fern blieb.

Der Ratssaal war trotzdem mit weit über 50 Gästen, unter ihnen Mitglieder des Stadtrates und Tauchaer Vereinen, sehr gut besetzt. „Ich wünschte mir, dass die Tauchaer auch so zahlreich kämen, wenn hier wichtige Beschlüsse für die Stadt Taucha gefasst werden“, so Bürgermeister Holger Schirmbeck bei der Eröffnung. Es sei ein wichtiges Anliegen der Stadt, zusammen mit dem Kunst- und Kulturverein (KuKuTa), Hobbyautoren ein Podium zu geben. Dass sich im Zeitalter von SMS oder Twitter die Menschen nicht nur auf elektronischem Weg etwas zu erzählen hätten, solle man fördern und sich bewahren. Er hoffe auf eine Fortsetzung.

Andreas Brünner von der Kulturverwaltung des Landkreises, in Vertretung des Landrates, hob hervor, dass der Tauchaer Wettbewerb eine schöne Tradition und zudem die größte Form eines Wettbewerbes dieser Art im Landkreis Nordsachsen sei.

KuKuTa-Chef Jürgen Rüstau sagte, dass es die Jury schwer gehabt habe, es aber letztlich um einen Amateurwettbewerb gehe. Viele Autoren hätten allerdings wohl zu sehr unter dem Eindruck der Naturkatastrophen in Japan gestanden und dadurch ihre Beiträge zum Thema „Überwältigende Natur – Naturgewalten“ inhaltlich zu sehr eingeengt. Ausdrücklich lobte er die Unterstützung des Wettbewerbs durch die Stadt Taucha.

Die Notwendigkeit des Literaturpreises sei nicht in Frage zu stellen, betonte Rüstau. Vielmehr wolle man im nächsten Jahr die Tauchaer Schulen direkt einbeziehen und den Wettbewerb auch wieder überregional ausschreiben.

Zum dritten Mal nahm die Tauchaerin Anne Schwarzer am Wettbewerb um den Kindernachwuchspreis teil, durfte auf Anregung des Bürgermeisters zur Motivation eine Anerkennung mitnehmen. Außer ihr waren leider nur die drei nominierten Teilnehmerinnen der Kategorie „Schönste Kurzgeschichte“ persönlich anwesend. Gewinnerin des Literaturpreises wurde – wie berichtet – die Leipzigerin Jana Andrea Schröder, die unter dem Pseudonym Sina Hawk schreibt. Melanie Ritter (Leipzig) und die Tauchaerin Dagmar Ebert errangen Anerkennungen. Für eine glanzvolle lyrische Untermalung zwischen den Preisverleihungen sorgten Anja Lehmann und ihr musikalisches Ensemble.

Der Literaturwettbewerb soll 2012 zum neunten Mal stattfinden. Das Thema dafür wird am 14. März 2012 um 10 Uhr bekannt gegeben.

Reinhard Rädler/Jörg ter Vehn

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