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Streit mit Schlossverein um Lärmschutz

Streit mit Schlossverein um Lärmschutz


Taucha. Beim nächtlichen Lärm zieht die Stadt Taucha nach Beschwerden von Anwohnern jetzt die Notbremse. Sie untersagte private Feiern in der Kulturscheune auf dem Rittergutsschloss und will auch das Maultrommelfestival mit solchen Auflagen für den Schöppenteichpark belegen, dass die Veranstalter planen, mit der Hauptbühne auf die Festwiese umzuziehen.

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Der Lärmschutz hat Schlossvereinschef Jürgen Ullrich und Bürgermeister Holger Schirmbeck entzweit. Seit Schirmbeck Ullrich kürzlich aufgefordert hat, auch gültige Verträge für Privatfeiern auf dem Schloss zu kündigen, schickt Ullrich alle plötzlich raumlos gewordenen Paare zum Stadtchef ins Rathaus. Der ist über den Ärger alles andere als erfreut. Nach Schirmbecks Angaben hat Ullrich auch nach dem ausgesprochenen Verbot im August vorigen Jahres noch neue Verträge abgeschlossen. Ullrich erklärt, alle Abmachungen hätten schon vorher gegolten.

Eigentlich gebe es zu allen Feiern in der Kulturscheune im vorigen Jahr Beschwerden von Nachbarn, erläutert Ordnungsamtsleiter Albrecht Walther den Hintergrund. Nach Gesprächen mit den Anliegern sei es gelungen, dass wenigstens die Veranstaltungen im Vorjahr zu Ende geführt werden durften, so Schirmbeck.

Das Dach der Kulturscheune sei nicht gedämmt, der Raum auch nicht gedacht für häufige Feiern, erklärt Schirmbeck den Grund des Dilemmas. Die Stadt ist Eigentümer der Immobilie, hat die Kulturscheune aber an den Schlossverein verpachtet. „Aber nicht, um dort an jedem Wochenende in der warmen Jahreszeit Privatpartys feiern zu lassen“, so Schirmbeck. Er fürchtet Probleme mit Nachbarn wie in Leipzigs Innenstadt und Delitzsch, wo viele laute Feiern generell um 22 Uhr beendet sein müssen. Das könnte in Taucha dann schnell auch den Tauchschen betreffen.

Ullrich wirft dem Rathaus Inkonsequenz vor. Schließlich blieben Privatpartys im Bürgerhaus neben der Kulturscheune erlaubt, wo auch Rathausmitarbeiter gerne feiern. 37 Veranstaltungen habe der Schlossverein im vorigen Jahr in der Kulturscheune gehabt, nur zu vieren seien ihm Beschwerden bekannt, erklärt er. Unmut gebe es seitens der Nachbarn übrigens auch gegen das Bürgerhaus, meint er.

Alle Mieter der Scheune müssten zusichern und unterschreiben, dass sie um 22 Uhr ihre Party auf Zimmerlautstärke zurückdrehen. Jetzt alle Mieter unter Generalverdacht zu stellen, halte er für falsch. Die Stadt solle sich lieber um mehr baulichen Lärmschutz bemühen, der Verein könnte das in der Scheune übernehmen, benötige aber zumindest eine Anschubhilfe.

Der Schlossverein finanziere seine Arbeit zum Wohl des Hauses zum Großteil über die Mieteinnahmen. Er kritisierte, dass noch immer kein schlüssiges Konzept vorliege, wie das Schloss für die Bürger besser nutzbar gemacht werden könne.

Das Rathaus widerspricht Beschwerden wegen des Bürgerhauses. Dort sei auch das Dach gedämmt. Schirmbeck bestätigte auch strenge Auflagen beim Maultrommelmusikfestival zu planen. Ab 22 Uhr würde die Stadt elektrisch verstärkte Musik an den Teichen untersagen. Grund: Ein Anwohner hatte Anzeige erstattet, rechtliche Schritte angedroht. Festival-Organisator Andreas Kosmowicz erklärte Donnerstagabend, das Festival habe deswegen auf der Kippe gestanden. Der Umzug der Hauptbühne auf die Festwiese sei aber nun geplant. „Und an den Schöppenteichen werden wir auf jeden Fall alle geltenden Gesetze einhalten“, versprach er.

Jörg ter Vehn

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