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Streit um Wasser im Keller

Streit um Wasser im Keller

Anwohner des Gärtnerweges streiten sich mit der Stadtverwaltung und dem Zweckverband Parthenaue über Sinn und Unsinn einer Baumaßnahme am Fuchsberggraben. Es geht um eindringendes Wasser und fehlende Genehmigungen.

Taucha.

Albrecht Roth ist sauer. Auf den Zweckverband Parthenaue und auf Tauchas Bürgermeister Holger Schirmbeck. Der Grund sind Bauarbeiten am so genannten Fuchsberggraben entlang des Gärtnerweges im vergangenen Jahr. Damals wurde ein Teil des Grabens geschlossen, der ursprünglich als Entwässerung für die Grundstücke diente. Mit Einsetzen der Schmelze vor wenigen Tagen staute sich das Wasser im verbliebenen Rest des Grabens so weit an, dass es in den Keller des Rentners drückte. „Zwar hatten wir auch vor der Baumaßnahme immer mal wieder Wasser im Keller, aber auch nur dann, wenn es besonders viele Niederschläge gegeben hatte. Dann konnten wir dieses Wasser wenigstens in den Graben pumpen. Jetzt geht das nicht mehr, weil wir sonst die Rinne nur wieder füllen würden“, schildert Roth die Lage. Aus seiner Sicht war die Verfüllung des Teilstücks des Entwässerungsgrabens falsch. „Das war eine Fehlentscheidung, an der auch der Bürgermeister schuld ist, denn immerhin hat er das gebilligt“, so Roth. Naturgemäß anders sieht dies Andreas Gumbrecht vom Zweckverband Parthenaue, der im Auftrag der Kommune für die Bewirtschaftung solcher Kleingewässer zuständig ist. „Die Maßnahme beruht auf fachlichen Untersuchungen, wurde lange geplant und dient dem Hochwasserschutz“, sagt er. Ziel sei gewesen, die angrenzende Siedlung und die Kleingärten zu schützen. Dass der verbliebene Teil des Grabens jetzt gefüllt ist, sei einzig auf die Tatsache zurückzuführen, dass aus einem unterirdischen Rohr stetig Wasser fließe. Wasser, das nach Meinung Gumbrechts von Michael Laubitz, Nachbar von Albrecht Roth, stamme. Dieser bestreitet allerdings, dass es sich allein um sein Wasser handelt. „In den 30er Jahren wurde hier eine umfangreiche Drainage gebaut, die nicht nur mein Grundstück sondern alle anderen in den Graben entwässert, was bis zu den Arbeiten des Zweckverbandes prima geklappt hatte. In den 70ern haben Anwohner die Leitung repariert, dafür gab es Genehmigungen und Fördermittel“, so der Taxiunternehmer. Vorlegen kann er diese Berechtigungen aber nicht. „Das ist alles in den Wendewirren verloren gegangen. „Hier existiert nichts mehr“, sagt Laubitz. Beim Zweckverband ist man misstrauisch. „Das sind Mutmaßungen, die durch nichts belegbar sind“, sagt Andreas Gumbrecht und berichtet weiter: „Im Zuge der Planungen haben wir immer wieder gefragt, ob es Einleitungen in den Graben gibt. Dies wurde von den Anwohnern stets verneint. Erst im Laufe der Bauarbeiten stellte sich heraus, dass es diese Entwässerung überhaupt gibt.“ Sowohl Albrecht Roth als auch Michael Laubitz bestreiten diese Aussage. „Wir wurden doch gar nicht gefragt, erst bei einer Begehung konnten wir uns äußern“, so Laubitz. Und Roth ergänzt: „Ich kann nachweisen, dass wir ständig Einwände gegen die Schließung des Grabens hatten, der Schriftverkehr liegt hier.“ Zur Klärung wird der Fall wohl vor Gericht landen, Laubitz will einen Anwalt bemühen. Andreas Gumbrecht kommt das gelegen: „Super, dann können wir bald mit der Polemik aufhören und Fakten sprechen lassen. Ich sehe das gelassen.“

Daniel Große

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