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Taucha Sven Bartsch setzt Tauchaer Handwerksmeister in Szene
Region Taucha Sven Bartsch setzt Tauchaer Handwerksmeister in Szene
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21:30 08.03.2010
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Taucha

Das Thema: Altes Handwerk.

Spontan, entschlossen, sensibel - mit diesen Worten beschreibt Verleger Dieter Nadolski die Arbeitsweise von Sven Bartsch, der 16 Bilder mit nach Taucha gebracht hat, um einen Einblick in alte Handwerksberufe zu gewähren. Nadolski ist auf die Handwerks-Bilder des sympathischen Fotografen bei einer Ausstellung in Lampertswalde aufmerksam geworden. "Das Handwerk ist für jede Stadt fundamental, es gehört zum Alltag dazu. Mir lag es einfach am Herzen, fast ausgestorbene Berufe vorzustellen", so Bartsch, der einst den Beruf des Kfz-Mechanikers erlente und dann zum Werbekaufmann umschulte.

Taucha. Er lebt für sein Handwerk und seine Bilder, das merkt man Sven Bartsch aus Oschatz sofort an. Der langjährige Fotograf für die Oschatzer Allgemeine Zeitung (OAZ) macht derzeit mit seiner Fotoschau Station in Taucha und hat auch Tauchaer auf seinem Chip festgehalten. Das Thema: Altes Handwerk.

Mit sechs Jahren hat er seine erste analoge Kamera bekommen - seit dem ist er immer auf der Pirsch nach interessanten Motiven und Momenten, die es auf Film festzuhalten gilt.

Die Schau auf dem Schloss zeigt einen Uhrmachermeister, Tischlermeister, einen Kunsthandwerker einen Stellmachermeister und viele mehr. Unter den Aufnahmen befinden sich auch die Porträts von Modistenmeisterin Almut Nietzschmann, Gürtlermeister Harald Hoffmann und Metall- und Kunstschmied Gert-Günther Döring aus Taucha. "Bis 1986 habe ich am Leipziger Theater gearbeitet und Hüte, Taschen, Schmuck und Schirme für die Vorführungen erstellt. Ein Jahr später konnte ich den Hutladen in der Leipziger Straße hier in Taucha übernehmen. Damals gab es ja noch mehr Hutgeschäfte in der Stadt", erinnert sich Nietzschmann, die auch heute noch Hüte passgenau an den Mann, beziehungsweise die Frau bringt.

Gerd-Günther Döring ließ sich ebenfalls von Sven Bartsch fotografieren. "1979 eröffnete ich meine Schmiede in der Schloßstraße, die ich von meinem Schwiegervater übernahm. 2001 bin ich zwar berufsunfähig geworden, aber ich habe natürlich viel Werkzeug hier und werkle für mich privat noch etwas", berichtet der 66-Jährige, der früher vor allem Türen, Tore und Sicherheitstechnik herstellte.

Dass sich nur drei Tauchaer Handwerker über die Schulter schauen ließen, begründet der Ausstellungsmitorganisator Steffen Pilz vom Heimatverein wie folgt: "Einige Meister hatten kein Interesse und wollten ihr Handwerk nicht präsentieren." Diese Erfahrung hat Sven Bartsch auch im Raum Oschatz gemacht und sich für einige Aufnahmen regelrecht entschuldigt. "Die Fotos sind teilweise unter ganz unterschiedlichen Bedingungen entstanden. Bei manchen Handwerkern hatte ich nur ganz kurz Zeit und sehr wenige Möglichkeiten, Fotos zu machen. Es wollen halt nicht alle nach außen leuchten", so Sven Bartsch, der vor kurzem erst mit einer Fotografie eines Schornsteinfegers zu einem von 15 Gewinnern beim Fotowettbewerb der Handwerkskammer zu Leipzig gewählt wurde.

Die Schau ist bis 7. April immer sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Kathrin Kirscht

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