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Taucha Taucha als Drehort im Kino zu sehen
Region Taucha Taucha als Drehort im Kino zu sehen
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17:46 19.05.2015
Nur für den Film bringt hier der Postbote die Briefe mit Schirmmütze und altem Rad in die Zwick'sche Siedlung. Quelle: Reinhard Rädler
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Der Film handelt in der Nachkriegszeit, als Erich (Jürgen Vogel) in seine Heimat zurückkehrt. Und so beginnt auch der Film mit diesen Szenen, für die als reale Kulisse die Häuser in der Friedrich-Engels-Straße dienten, die von so genannten Location-Scouts aufgespürt worden waren. Die denkmalgeschützte Wohnanlage aus den Dreißigerjahren, die derzeit gerade saniert wird, bot damals das passende Ambiente.

"Schon vier Wochen vor Drehbeginn tauchten plötzlich Handwerker auf, die sich an und in den leerstehenden Häusern zu schaffen machten" erinnert sich Tobias Muster, der gegenüber dem Drehort wohnt. "Später bekamen alle Hausbewohner einen Brief, in dem sie gebeten wurden, ihre Satellitenschüsseln abzubauen und die Autos nicht vor den Häusern zu parken. Die Blumenkästen durften wir aber dran lassen", weiß er noch. Fernsehen sei an diesen Tagen passé gewesen. "Das habe ich aber nicht so dramatisch gesehen, denn dafür hatten wir ja Abwechslung vor der Haustür", lacht der 36-jährige. Da waren zum einen die Oldtimer, die nun auf seinem Parkplatz standen und die sein Interesse weckten, zum anderen aber auch die Gelegenheit, vom Wohnungsfenster aus Hauptdarsteller Jürgen Vogel bei den Dreharbeiten zu beobachten.

Tage- und auch abendelang leuchteten hier nun die Scheinwerfer, Komparsen liefen im Hintergrund an den Häusern entlang oder auf dem Wäscheplatz hin und her und ein Postbote fuhr mit dem Fahrrad die Post aus. Alltagsgegenstände standen oder lagen herum und auf den Wäscheleinen hingen Bettwäsche, Schürzen und "modische Dessous" der Nachkriegsjahre.

Auch einen Hausgarten hatten die Filmleute zwischen den Wohnblöcken angelegt. Doch hier wurde gemogelt: Den kahlen Zweigen der Rosensträucher wurden mangels Blütenpracht der Inhalt mehrerer Kübel voller frischer Rosen angetackert. Im Film wird man das sicher nicht bemerken.

Tobias Muster würde sich den Film nun gerne mal selbst ansehen. In den Tauchaer CT-Lichtspielen steht der 174 Minuten laufende Film mit Jürgen Vogel, Meret Becker, Moritz Bleibtreu, Sonja Kirchberger und Rolf Zacher allerdings bisher noch nicht auf dem Spielplan. Bei Kino-Betreiber Daniel Grahl schlagen dazu zwei Herzen in der Brust: "Ich finde es schon sehr reizvoll, einen Film in die Parthestadt zu holen, von dem etliche Szenen in Taucha gedreht wurden, zum anderen muss der Streifen in das laufende Filmangeot passen, denn es ist auch ein sehr anspruchsvoller Streifen", so Grahl. Aktuelle Filmhits haben immer die größeren Chancen gelistet zu werden. Denn der Blick auf einen möglichst regen Publikumszuspruch ist für den Betrieb so einer kleinen Spielstätte, wie den CT-Lichtspielen, wirtschaftlich nachvollziehbar.

Auf den aktuellen Spielplan des Kinos sollte man trotzdem immer mal ein Auge werfen. Vielleicht sprudeln die "Quellen des Lebens" doch noch in Taucha.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2013

Reinhard Rädler

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