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Taucha Taucha baut auf KIM-Gelände einen Supermarkt
Region Taucha Taucha baut auf KIM-Gelände einen Supermarkt
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00:38 20.05.2018
Die Discounter Aldi und Lidl liegen bisher an der B 87 in Taucha auf Sichtweite. Beide wollen erweitern, Aldi wird möglicherweise an der Straße weiter östlich ziehen und die Seite wechseln. Quelle: Olaf Barth
Taucha

Weil mit der Zunahme der Einwohnerzahl in der Parthestadt auf jetzt schon rund 16 000 und perspektivisch auf 20 000 auch der Bedarf an Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs (WtB) wächst, habe man mit Blick auf den Einzelhandel von einem externen Büro eine Potenzialanalyse anfertigen lassen. „Ein Ergebnis ist, dass im künftigen Wohngebiet an der Eilenburger Straße nicht nur eine neue Kita, sondern auch ein neuer Supermarkt geplant wird“, informierte die zuständige Bau-Fachbereichsleiterin Barbara Stein in einem Gespräch im Tauchaer Rathaus.

Bei der geplanten Handelseinrichtung soll es sich nicht um einen Discounter, sondern um einen Supermarkt handeln. Welcher Anbieter dort einziehen wird, sei noch offen. „Das Interesse ist auf jeden Fall da. Im Einzugsbereich des ehemaligen KIM-Standortes liegt dann ja nicht nur das neue Wohngebiet, sondern der gesamte Osten Tauchas mit der Altstadt, Dewitz und Sehlis“, so Stein. Außerdem erhöhe die Sichtweite zur nahen Bundesstraße das mögliche Kundenaufkommen weiter.

Aldi und Lidl wollen wachsen

Dieser neue Supermarkt werde mit einer Verkaufsfläche von bis zu 1800 Quadratmeter geplant. Zum Vergleich: Aldi in der Leipziger Straße verfügt über 800 Quadratmeter. Doch auch hier deutet sich eine Veränderung an. Der Discounter will laut Stein auf 1500 Quadratmeter wachsen und zieht deshalb einen Umzug an der B  87 in Betracht. Eine Option wäre das künftige Wohngebiet im Bereich Bogumilsgarten, wo offensichtlich neben Wohnbebauung auch eine Handelseinrichtung vorgesehen ist. Auch der noch in Aldi-Sichtweite gelegene Discounter Lidl erweitert am jetzigen Standort von 800 auf 1020 Quadratmeter, der B-Plan dafür ist schon auf den Weg gebracht, so Stein.

Eine Flächenerweiterung hat ebenso Netto in der Klebendorfer Straße angemeldet – von 800 auf 1000 Quadratmeter. Und das Kaufland in der Portitzer Straße plane eine Erhöhung seiner Verkaufsfläche von 2525 auf bis zu 3500 Quadratmeter, informierte Stein. Dabei solle das Angebotsniveau dem Standard in der Torgauer Straße angepasst werden. Dort werden übrigens auf über 5000 Quadratmetern Waren, darunter viele aus dem Nicht-Lebensmittelbereich, angeboten.

Kaufkraft soll in Taucha bleiben

Gegenwärtig verfügt Taucha über WtB-Verkaufsflächen von insgesamt über 6800 Quadratmeter. Würde die Stadt allen Erweiterungswünschen nachkommen, läge das Wachstum bei bis zu 3500 Quadratmetern. Um aber die Entwicklung steuern zu können, wo um wieviel erweitert oder sich neu angesiedelt wird, hatte die Stadt die Analyse anfertigen lassen und sich mit Vertretern der Träger öffentlicher Belange wie IHK, Landesdirektion, Landratsamt und Regionalem Planungsverband Westsachsen abgestimmt. Vor gut einem Monat seien dann Stadträte in einer Ausschusssitzung informiert worden, dass eine Erweiterung der WtB-Flächen um bis zu 2900 Quadratmetern als verträglich angesehen wird.

Die Analyse ergab zudem, dass 66 Prozent der Kaufkraft der Tauchaer in der Stadt gehalten wird, ein Drittel aber nach Leipzig abwandert: Globus in Seehausen, Paunsdorf Center und Kaufland in der Torgauer Straße seien da die Schwerpunkte. „Wenn es uns gelingt, mit den Erweiterungen bei uns die Abschöpfung der Kaufkraft zu erhöhen, dann ist das gut für die Stadt“, ist sich Stein sicher.

Kein Supermarkt in der Altstadt

Direkt in der Altstadt sehen die Planer aufgrund der zur Verfügung stehenden Flächen oder der Interessen privater Eigentümer keinen Handlungsspielraum. Lediglich zehn Prozent der WtB-Flächen würden direkt im Altstadtzentrum liegen. „Die Vision, hier einen starken Frequenzbringer anzusiedeln, ist nicht umzusetzen. Da sind wir uns mit den Vertretern der Träger öffentlicher Belange einig“, sagte Stein. Eine hohe Verweilqualität in der Stadt solle dennoch erreicht werden, aber mit Angeboten bei Freizeit, Kultur und Verwaltung.

Von Olaf Barth

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