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Taucha Taucha kontrolliert ab September verstärkt Hundebesitzer
Region Taucha Taucha kontrolliert ab September verstärkt Hundebesitzer
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22:01 27.08.2018
Sandy Taubert mit ihrem vierjährigen Mischling findet mehr Kontrollen gut. „Krümel" hat die Steuernummer 1941, die Marke ist aber am anderen Halsband. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

Das persönliche Empfinden kann manchmal täuschen. Wer in Taucha in Parks und Landschaften joggen oder spazieren geht, sieht bald jeden dritten Passanten mit Hund. Was natürlich daran liegt, dass diese Strecken eben auch gern von Hundehaltern zum Gassigehen oder als Auslauf genutzt werden. Angesichts der 16 000 Einwohner kommt rein mathematisch aber nur auf jeden rund 18. Parthestädter ein Hund. Wie die LVZ unlängst berichtete, liegt in der hundereichsten Großstadt Mitteldeutschlands, Magdeburg, das Verhältnis bei 19 Einwohnern je Hund. 230 Kilometer stromauf in Dresden stehen einem registrierten Hund statistisch 43 Einwohner gegenüber. 28 Einwohner pro Hund sind es in Leipzig.

Pro Jahr 60 Euro Hundesteuer

Dass Tauchas Stadtverwaltung sich jetzt mit dem Thema beschäftigt, hat etwas mit der Haushaltsplanung sowie der geplanten Überarbeitung der Hundesteuersatzung zu tun. Wie andere Kommunen auch, ist Taucha verpflichtet und darauf angewiesen, stets sämtliche eigenen Einnahmemöglichkeiten zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Das führt in der Regel zu Erhöhungen von Gebühren oder Steuern. So war das auch bei der seit 1.1. 2004 gültigen Hundesteuersatzung erwartet worden. Denn mit 60 Euro pro Jahr für den ersten Hund liegt Taucha um einiges günstiger als andere Städte. In Leipzig sind es zum Beispiel 87 und in Dresden 108 Euro. Für bestimmte, als gefährlich eingestufte Rassen, werden in Taucha 615 Euro im Jahr fällig.

„Doch wir haben von der Erhöhung der Steuer vorerst abgesehen, da das ungerecht gegenüber jenen wäre, die vorschriftsmäßig ihren Hund registrieren ließen. Wir vermuten schon, dass viele einfach vergessen haben, ihren Hund anzumelden. Deshalb werden wir erst einmal auf dieser Strecke tätig und verstärken die Kontrollen“, kündigte Bürgermeister Tobias Meier (FDP) an. Bis Monatsende noch werden Hundehalte von den Mitarbeitern des Fachbereiches Öffentliche Sicherheit und Soziales angesprochen und um das Vorzeigen der Hundesteuermarke gebeten. Frauchen oder Herrchen sind verpflichtet, ihre Vierbeiner registrieren zu lassen und die Marke gut sichtbar am Tier anzubringen. Wer die Marke nicht dabei hat, muss diese binnen einer Woche im Amt vorzeigen. Kein Problem für jene, die eine haben. Alle anderen müssen spätestens jetzt ihr Tier registrieren lassen, die Hundesteuer zahlen und bekommen dann die Marke.

Ab September werden Bußgelder fällig

Wer noch keine Marke hat, hat noch bis Freitag die Möglichkeit, sein Tier anzumelden. Halter von mehreren Hunden müssen tiefer in die Tasche greifen, denn ab und für jedes weitere Tier werden 120 Euro im Jahr fällig. „Wir haben durch die Kontrollen schon einige zusätzliche Anmeldungen. Viele waren sich der Sache gar nicht bewusst und sind ohne zu schimpfen der Aufforderung nachgekommen. Darunter auch der Halter eines sogenannten Kampfhundes, was nun das erste registrierte Tier dieser Art in Taucha ist“, sagt Rühling.

Bis Freitag wird bei säumigen Hundehaltern noch auf das Verwarnungsgeld verzichtet. Ab September aber soll es dann keine Nachsicht mehr geben, denn die Pflichten für Hundehalter seien ja klar geregelt. Dann werden nicht nur die Kontrollen verstärkt, sondern bei Verstößen auch entsprechende Strafen ausgesprochen. Geldbußen bei Verstößen gegen Hundesteuersatzung und Regelungen in der Polizeiverordnung können bis zu 10 000 Euro betragen.

Leinenzwang im Park

Und woran sich Hundehalter zu halten haben, ist auch in der Polizeiverordnung festgelegt. Dort steht unter anderem, dass in Fußgängerzonen, auf öffentlichen Kinderspielplätzen, in Parkanlagen und bei größeren Menschenansammlungen für Hunde ein Leinenzwang besteht. Außerdem ist untersagt, öffentliche Flächen, die regelmäßig von Menschen genutzt werden, durch Tiere verunreinigen zu lassen. Verstöße gegen diese Vorschriften sind eine Ordnungswidrigkeit. „Unser Vorgehen ab September hat auch etwas mit Fairness und dem Umgang miteinander in Taucha zu tun. Die Regeln gelten nicht nur für jene, die schon ihren Hund angemeldet haben, sondern für alle Hundehalter“, sagte Meier.

Von Olaf Barth

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