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Taucha plant Bau von neuem Kindergarten und eine dritte Grundschule

Bevölkerungszuwachs Taucha plant Bau von neuem Kindergarten und eine dritte Grundschule

Das Bevölkerungswachstum stellt Taucha vor neue Herausforderungen. Inzwischen wird sogar über eine neue Grundschule und über einen weiteren neuen Kindergarten diskutiert. Die jetzigen Einrichtungen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen.

Nach ihrem Umzug von Leipzig nach Taucha vor drei Jahren hatten Robert Gerlach und Sandra Rähder auch bei der Suche nach Kita-Plätzen Glück. In der neu gebauten Einrichtung „Grashüpfer“ wird schon der zweieinhalbjährige Sohn betreut. Auch die acht Monate alte Tochter hat dort ihren künftigen Platz schon sicher.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Mit der Kindertagesstätte „Grashüpfer“ hatte Taucha nach rekordverdächtiger Bauzeit im April gerade erst eine neue Einrichtung eröffnet. Doch der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt in der wachsenden Stadt weiter. Stadtverwaltung und Kommunalpolitiker erwägen nun Erweiterungen an dieser und anderen bestehenden Einrichtungen sowie noch einen Neubau. Auch für Schulkinder besteht Handlungsbedarf, der Bau einer dritten Grundschule ist inzwischen eine ernsthafte Option.

Taucha geht auf die 16 000-Einwohner-Marke zu. Der Zuzug hält an, Grundstücke in neu angebotenen und erschlossenen Wohnbaugebieten sind schnell vergeben. In Politik und Verwaltung ist die Freude über den Zuzug groß. Man sieht Taucha als familienfreundlichen Standort, der zugleich natur- und großstadtnah ist. Die Investitionen der vergangenen Jahre in die soziale Infrastruktur samt kompletter Schullandschaft mache sich bezahlt, heißt es. Zugleich sieht sich Taucha aber vor neue Herausforderungen gestellt, nicht nur was den zunehmenden Verkehr angeht. Auch die Kinderbetreuungs- und Schullandschaft stößt an ihre Grenzen.

So wird es in der Regenbogen-Grundschule nach den Ferien mit 90 Abc-Schützen erstmals vier erste Klassen geben, obwohl das Haus dreizügig ausgelegt ist. Bei dann 448 Schülern wird die derzeitige Doppelnutzung einiger Räume für Unterricht und Hortbetreuung nicht mehr möglich sein. Deshalb wird nun ein Hortanbau an der Schule geplant, um dort den räumlichen Notstand aufzuheben. Rund 1000 Quadratmeter fehlen. Darüber informierte jetzt nach Beratungen in den Stadtratsausschüssen Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Grundsätzlich soll die Schule aber dreizügig bleiben.

Der Hortanbau könnte nach ersten groben Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Euro kosten. Gespräche über eine Förderung habe es bereits mit der Sächsischen Bildungsagentur sowie dem Kultusministerium gegeben. An dem Standort Rudolf-Breitscheid-Straße ist zudem eine neue Schulsporthalle geplant. Schon Tauchas Sportstättenkonzept weist hier auf eine „Unterkapazität“ von 600 Quadratmetern hin.

„Das sind große Aufgaben und Entscheidungen, die die langfristige Stadtentwicklung für viele Jahrzehnte mitbestimmen. So wollen wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine dritte Grundschule auf den Friedrich-Ebert-Wiesen bauen, wo demnächst ein neues Wohngebiet entwickelt wird“, sagte Meier. Dort gebe es auch noch Platz für die Schule, deren Außenanlagen und die dann notwendige Schulsporthalle. Kinder aus dem Graßdorfer Wäldchen, den Bereichen Waldenau, Matthias-Erzberger- und Graßdorfer Straße sowie Cradefeld, Seegeritz und Merkwitz könnten die Einrichtung im nordöstlichen Teil der Stadt nutzen. Mit der neuen, unter Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) stehenden Kita „Grashüpfer“ wurde in dem noch weitestgehend brach liegendem Areal bereits der erste Schritt in die Zukunft getan.

Wobei auch dieser erste Schritt offenbar nicht reicht. Denn die anhaltende Nachfrage nach Kindergarten- und Krippenplätzen hält in Taucha den Handlungsdruck hoch. So wurden die städtischen Gesellschaften damit beauftragt, einen Standort für eine weitere neue Kindertagesstätte zu finden. Gleichzeitig werde derzeit geprüft, an welchen der neun Kitas durch An- oder Ausbau eine Kapazitätserweiterung möglich ist, heißt es aus dem Rathaus. Das trifft auch für das neue „Grashüpfer“-Haus zu, wo laut Meier in Absprache mit der Awo und dem Jugendamt die Vorstellungen schon recht konkret sind. Zu den jetzigen 110 Plätzen, davon 50 für Krippenkinder, sollen 28 weitere Plätze für über dreijährige Kinder hinzukommen.

Zu all diesen Plänen hat Taucha auch in der privaten Kita Haus Sonnenmond in Mockau zu den schon bereits 30 belegten Plätzen zehn weitere für Taucha reserviert, so Meier. Weggenommen werde den Leipzigern nichts, denn die Einrichtung tauche nicht im messestädtischen Kindertagesstätten-Bedarfsplan auf, sei nur temporär genutzt worden, um Spitzen abzufangen. Mit Tauchas Bedarf habe das Kinderhaus mehr Planungssicherheit. In der Parthestadt selbst werde noch eine Tagesmutter gesucht. Sechs gibt es schon, die jeweils fünf Kinder betreuen. Die Mutter darf übrigens auch ein Vater sein, Bewerbungen nimmt die Stadt entgegen.

Von Olaf Barth

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