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Taucha schließt Notunterkunft für Asylbewerber

Flüchtlinge mussten umziehen Taucha schließt Notunterkunft für Asylbewerber

Sie war von vornherein so geplant, dann aber kam sie doch ganz plötzlich: die Schließung der Asylbewerber-Unterkunft in der Portitzer Straße. Von einem Tag auf den anderen hieß es vorige Woche für die dort noch 38 untergebrachten Menschen Koffer packen und umziehen.

Die Zeit für die Asylbewerber-Notunterkunft im Tauchaer Gewerbegebiet Vario-Park in der Portitzer Straße ist jetzt abgelaufen

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Sie war von vornherein so geplant, dann aber kam sie doch ganz plötzlich: die Schließung der Asylbewerber-Unterkunft in der Portitzer Straße. Von einem Tag auf den anderen hieß es vorige Woche für die dort noch 38 untergebrachten Menschen Koffer packen und umziehen. Das stieß besonders auch ehrenamtlichen Betreuern, die sich engagiert um die Integration der Flüchtlinge bemühten, bitter auf.

„Viele gemeinsame Stunden Arbeit und auch persönliche Beziehungen werden mit dieser Maßnahme zerstört und rückwirkend sinnlos gemacht. Wir engagierten Tauchaer werden vor den Kopf gestoßen. Die Flüchtlinge sind doch Menschen und keine Äpfel, die man umlagert“, hieß es in einer E-Mail zur „überstürzten Schließung des DRK-Heimes“ an die LVZ. Absender waren Helfer aus dem Umfeld der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde. Geplante Vorhaben wie ein gemeinsamer Auftritt beim Tauchschen oder das für Juli angedachte Projekt „Lern- und Kulturpfad“ könnten nun mit diesen Flüchtlingen nicht mehr durchgeführt werden. „Ich bezweifle, ob die Verantwortlichen im Landkreis mit der angekündigten Maßnahme wirklich hinter der Integrationsidee stehen“, heißt es abschließend.

Im Landratsamt aber bekräftigt man auf LVZ-Anfrage die bereits öffentlich im Dezember so angekündigte Marschroute: „Die Unterkunft in der Portitzer Straße war eine Notunterkunft des Landkreises, die er im Rahmen seines Notunterkunftskonzeptes kurzfristig vom Eigentümer gemietet hat.“ Auch sei der Vertrag planmäßig als Notunterkunft gestaltet worden und habe ohnehin nur eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2016. Deshalb sei das Objekt fristgerecht frei gelenkt worden. „So hatte der Landkreis auch Einwohner und Anwohner in der Informationsveranstaltung informiert. Deshalb ist das jetzige Freilenken der Einrichtung keineswegs vorschnell, überstürzt oder unplanmäßig“, teilte die zuständige Dezernentin Angelika Stoye mit. Der Landkreis müsse anhand der aktuellen Zuwanderungszahlen den Bedarf an Unterbringungsplätzen stetig prüfen. Laufen Verträge aus, müsse eine Abwägung stattfinden. Die Bewohner aus der Portitzer Straße würden nun in Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Nordsachsen wohnen, vorrangig im Bereich des Altkreises Delitzsch.

Stoye: „Der Fortbetrieb der Notunterkunft wäre auch nicht ohne weitere Investitionen in das Objekt möglich, da für einen Dauerbetrieb der Einrichtung nochmals deutliche Investitionen im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens erforderlich gewesen wären. Die Nutzung als Notunterkunft gestattet bestimmte Ausnahmen, die gegenwärtig jedoch nicht fortgeführt werden können.“ Generell seien aber in Nordsachsen Notunterkünfte nicht mehr erforderlich, da der Landkreis in den letzten Monaten planmäßig reguläre Unterkünfte geschaffen habe.

Aktuell leben in Tauchaer Wohnungen 78 Personen, deren Asylverfahren noch laufen. Reguläre Sammelunterkünfte gibt es derzeit in der Parthestadt nicht. Eine Ausnahme ist zurzeit die Jugendhilfeeinrichtung in Sehlis, wo laut Betriebserlaubnis zwölf allein reisende, unbegleitete minderjährige Asylbewerber untergebracht sind. Sieben Plätze davon wurden vom Landkreis, fünf von der Stadt Leipzig belegt. Weitere solche Jugendhilfeeinrichtungen seien in Taucha nicht geplant.

Verabschiedet hat sich der Landkreis nach eigenen Angaben von dem Vorhaben, Asylbewerber in einem Haus nahe des Pumpenwerkes unterzubringen. Der Investitionsaufwand habe in keiner Relation zu der vom Eigentümer angebotenen dreimonatigen Vertragslaufzeit gestanden. Weiterhin im Planungsbestand bleibe dagegen das Objekt in der Jubisch-/Freiligrathstraße. Wie die LVZ berichtete, sollen hier nach der zuletzt durchgeführten Baufeldfreimachung zwei feste Bauten für 240 Asylbewerber entstehen. Allerdings hinge die weitere Bearbeitung dieses Objektes von den Zugangszahlen Asylsuchender im Landkreis ab. Bis zum 15. Juni haben dieses Jahr in Nordsachsen 448 Personen Asyl beantragt..

Von Olaf Barth

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