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Taucha überzeugt als zeitweise Hauptstadt für Schäferhunde

Deutsche Meisterschaft an der Parthe Taucha überzeugt als zeitweise Hauptstadt für Schäferhunde

Erstmals war Taucha Gastgeber für eine Deutsche Meisterschaft des Vereins für Deutsche Schäferhunde. Die Hundesportler aus ganz Deutschland fühlten sich in der Parthestadt wohl und fanden auf dem Sportplatz in der Kriekauer Straße optimale Bedingungen für die Leistungsprüfungen vor.

Vor den Augen eines Leistungsrichters müssen die Schäferhunde zeigen, was sie können

Quelle: Jan Iven

Taucha. Schäferhund Quinn von Wieratal rennt in rasantem Tempo auf den Bösewicht zu. Er springt den Mann an und verbeist sich heftig in dessen Arm. Selbst als er mit einem Stock geschlagen wird, lässt der Vierbeiner nicht locker. Erst als sein Herrchen Lars Borrmann den Namen des Vierbeiners ruft, gibt der Hund den Arm frei. Dann macht das Tier Sitz und wartet brav und wachsam, bis Lars Bormann hinzukommt, um den Mann festzunehmen.

Glücklicherweise ist der Arm dick gepolstert und Verletzungen hat der vermeintliche Täter von den starken Bissen des Schäferhundes nicht davongetragen. Alexander Mayer agiert als Schutzdiensthelfer bei der Deutschen Meisterschaft für Schäferhunde. Dort, wo sonst die Fußballer der SG Taucha 99 um Punkte spielen, zeigen in der Kriekauer Straße nun vor einer gut besetzten Tribüne die Hundesportler mit ihren Tieren ihr Können. An den zwei Tagen muss sich Mayer von 57 teilnehmenden Hunden anspringen und anbellen lassen.

„Die Tiere treten in drei Disziplinen an“ erläutert Roswitha Dannenberg, Sprecherin des Vereins für Deutsche Schäferhunde. Bei der Fährtensuche müssen die Hunde Gegenstände im Gelände finden. Diese Disziplin findet auf den Elbwiesen bei Torgau statt, da dafür aufgrund der Landwirtschaft rund um Taucha keine geeigneten Flächen zur Verfügung stehen. Die örtliche Trennung ist aber meist so bei den Meisterschaften. Die Torgauer richten gemeinsam mit den Mölkauer und Tauchaer Hundesportfreunden die Meisterschaft aus. Bei der sogenannten Unterordnung müssen die Tiere bei Fuß gehen, apportieren und verschiedene Kommandos wie „Sitz!“ gehorchen. Beim Schutzdienst sucht und fasst der Hund in mehreren Zelten nach dem Helfer, um ihn dann seinem Hundeführer zu übergeben. Diese beiden Wertungsprüfungen finden vor aller Augen im Stadion statt.

Bei dieser Meisterschaft in Taucha qualifizieren sich die sieben besten Teilnehmer für die Weltmeisterschaft der Gebrauchshunde, die im Herbst in Nordrhein-Westfalen ausgetragen wird. Mit der Veranstaltung und dem Drumherum in Taucha sind die Hundesportler hoch zufrieden. „Das war klasse organisiert, es gab von allen Seiten nur Anerkennung“, so Dannenberg. Auch der Vorsitzende des 1. Tauchaer Hundesportvereins erhält nur positive Resonanz: „Wir haben für die Unterbringung der Teilnehmer auf unserem Campingplatz an der Graßdorfer Straße gesorgt. Von Mittwochnachmittag bis Montagvormittag waren zehn Leute von uns im Wechsel rund um die Uhr im Einsatz, um den Platz zu betreuen und den Gästen aus ganz Deutschland mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“, erzählt Rayk Lange. Spannend habe er gefunden, mit den Hundefreunden ins Gespräch zu kommen und zu fachsimpeln.

Bei dem Wettkampf in der Parthestadt sind drei Teilnehmer aus Sachsen dabei. Zum Beispiel der 41-jährige Lars Borrmann aus Freital mit Schäferhund Quinn von Wieratal. „Quinn musste sich zuletzt von einem Kreuzbandriss erholen. Deswegen wäre ich schon froh, wenn er beim Wettbewerb wieder seine normale Trainingsleistung zeigt“, sagt der 41-Jährige, der im Hundesportverein Reinholdshain organisiert ist. Beide hatten zuletzt 2015 die Sächsische Meisterschaft gewonnen. „Die Tiere sind für mich aber Familienmitglieder und keine Sportgeräte“, so Borrmann, der beim Zoll in Dresden arbeitet. Allerdings am Schreibtisch und nicht mit Hunden, wie er betont. Zum Hundesport kam er, weil er den Schäferhund der Eltern ausbilden wollte. „Der Sport ist einfach unglaublich vielseitig, und er verlangt Teamarbeit. Schäferhunde sind richtige Allrounder“, sagt er.

Trotz der gerade erst überstandenen Verletzung läuft es für das Gespann aus Sachsen an diesem Wochenende erstaunlich gut. Beim Schutzdienst erreichen die beiden mit 98 von möglichen 100 Punkten sogar das beste Ergebnis von allen Teilnehmern. Insgesamt reicht es mit sehr guten 285 Punkten immerhin für Platz vier und damit die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft. „Ich bin absolut zufrieden“, sagt Borrmann nach dem Wettbewerb, „Quinn konnte wieder an seine alten Leistungen anknüpfen.“

Gesamtsieger bei der Deutschen Meisterschaft für Schäferhunde wird an diesem Wochenende Peter Rohde mit Xoana von Peroh aus Nordenham bei Bremerhaven mit 290 Punkten.

Von Jan Iven

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