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Taucha verkauft Merkwitzer Pacht-Grundstücke

Bald offizielle Wohnsiedlung Taucha verkauft Merkwitzer Pacht-Grundstücke

Es hat viele Jahre gedauert, doch jetzt kommt richtig Bewegung in das Merkwitzer Siedlungsgebiet An der Mühle. Derzeit werden mit dem Verkauf von Grundstücken weitere Voraussetzungen geschaffen, hier ein offizielles und erschlossenes Wohngebiet entstehen zu lassen.

In diesem Siedlungsgebiet werden bald Bäume gefällt, wonach dann die Erschließungsarbeiten beginnen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Gleicht acht Mal gab es in der vergangenen Tauchaer Stadtratssitzung Beschlussvorlagen mit dem Titel „Grundstücksangelegenheiten – Verkauf von Grundstücken“. Alle betroffenen Flurstücke liegen im Bereich der künftigen Wohnsiedlung „An der Mühle Merkwitz“ und werden von Pächtern gekauft. Die Beschlüsse passierten allesamt einstimmig das Gremium.

Vor der Abstimmung hatte Elke Müller, die im Rathaus den Fachbereich Innere Verwaltung leitet, darauf hingewiesen, dass in dem Bereich Wohneigentum entstehen wird und die bestehenden Bedingungen per noch zu beantragender Nutzungsänderung bereinigt werden sollen. Die Käufer seien alle auch die bisherigen Pächter der bisher als Wochenendgrundstücke vorgesehenen Flächen. Die Stadt verkaufe die Grundstücke als erschlossenes Bauland. Entsprechend des Bodenrichtwertes liege der Kaufpreis bei 120 Euro je Quadratmeter. Durch den Verkauf der unterschiedlich großen Grundstücke an die acht Pächter nimmt die Stadt insgesamt rund 547 000 Euro ein. Wie berichtet, soll das Geld dazu dienen, die Siedlung verkehrstechnisch und mit den entsprechenden Medien voll zu erschließen. Im Tauchaer Haushalt sind dafür dieses Jahr 1,1 Millionen Euro eingeplant. Auch im Haushalt ist vermerkt, dass die Kosten durch die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen gedeckt werden sollen.

Zur Gesamtanzahl der Grundstücke hält sich die Stadtverwaltung bedeckt. Auch zur Verfahrensweise mit jenen, die nicht kaufen wollen oder können, wollte sich die Stadtverwaltung gestern nicht äußern. „Es werden noch weitere Gespräche geführt“, hieß es lediglich. Ende Juni vorigen Jahres wurde allerdings bereits mitgeteilt, dass eine große Mehrheit der Pächter die Grundstücke erwerben wolle. Mit 19 von 22 Betroffenen seien bereits Übereinkünfte erzielt worden, hieß es vor gut einem halben Jahr. Dem stehen nun die acht verkauften Grundstücke gegenüber.

CDU-Stadtrat Lars Lehman war es vor der Abstimmung noch einmal wichtig zu betonen, dass sich Verwaltung und Stadtrat die Entscheidungen über das Vorgehen in der Siedlung nicht leicht gemacht haben: „Wir haben lange über dieses Baugebiet diskutiert und wissen, dass es besonders für Ältere nicht leicht ist, die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Es war nie das Ziel, hier irgendjemanden vom Grundstück zu vertreiben.“ Bürgermeister Tobias Meier (FDP) ergänzte: „Wir haben uns mehrfach mit den Merkwitzern getroffen, in Einwohnerversammlungen und bei Einzelgesprächen. Wir haben es uns nicht einfach gemacht, aber mit dem jetzigen Vorgehen den größtmöglichen Kompromiss gefunden.“ Meier sagte weiter, dass es in dem künftigen Planungsgebiet durchaus auch zu Konflikten kommen kann, wenn Anwohner dann jeden Tag mit der Bautätigkeit konfrontiert werden. Darüber seien weitere Gespräche geplant. „Doch auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit werden wir nicht für jeden die 100-prozentige Lösung finden. Doch sowohl Stadt als auch Bürger sehen die Notwendigkeit, für dieses Gebiet generell eine Lösung herbeizuführen.

Die Erschließungsarbeiten sollen bis November 2017 fertiggestellt sein. Ein Starttermin wurde noch nicht genannt. Dieser hängt von der Länge des Winters und den Ausschreibungen ab. Schon begonnen wird allerdings in diesem Monat mit Vorbereitungsarbeiten. Dazu zählt zunächst das Fällen vom Bäumen im künftigen Baugebiet. Laut Stadtverwaltung werden drei Laub- sowie zwei Nadelbäume und vier Thujas gefällt. Für die Laubbäume soll es Ersatzpflanzungen im Gutspark Merkwitz geben.

Von Olaf Barth

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