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Taucha würdigt Christian Goldbach und erhält dessen Himmelsatlas

Taucha würdigt Christian Goldbach und erhält dessen Himmelsatlas

Es ist nicht üblich, dass in einer Stadtratssitzung vom Bürgermeister die Zugänge an neuen Büchern für Stadtbibliothek oder Museum vorgestellt werden. Am Donnerstag Abend allerdings machte Holger Schirmbeck (SPD) eine Ausnahme und hielt ein Faksimile des Himmelsatlas' von Christian Friedrich Goldbach in die Höhe.

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Wohngebiet Parkblick: Die Oskar-Breitenborn-Straße ist jetzt öffentlich gewidmet. Als letzte Arbeit hatte diese Woche Holger Dörr von der Firma Süß Bau Feinsplitt in die Pflasterfugen gekehrt. Die Widmung der Christian-Goldbach-Straße erfolgt noch.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Darüber freute sich auch der frühere Astronomie-Lehrer Günter Wolf.

Im neuen Tauchaer Wohngebiet "Parkblick" an der Wurzner Straße tragen die dortigen Straßen inzwischen nicht nur die Namen historischer Tauchaer Persönlichkeiten (die LVZ berichtete), sondern sie gehören seit Donnerstag nun auch offiziell zum öffentlichen Straßennetz. Denn die Stadträte beschlossen einstimmig die öffentliche Widmung dieser Straßen. Mit einer Ausnahme: die Christian-Goldbach-Straße ist noch nicht fertiggestellt und wird später übergeben. Doch nicht deshalb stand gerade diese Straße etwas mehr als die anderem im Mittelpunkt des Geschehens. Denn der Namensgeber, der vor über 250 Jahren in Taucha geborene Astronom Christian Friedrich Goldbach (1763-1811) hatte 1799 einen viel beachteten Himmelsatlas vorgestellt, der im September vorigen Jahres vom Kölner Albireo Verlag in limitierter Auflage von 300 Exemplaren reproduziert worden war. Die Geburtsstadt des späteren Kaiserlich-Russischen Hofrates erhielt nun zwei Exemplare dieses 164-Seiten-Werkes geschenkt. Eines davon hatte Museumsmitarbeiterin Ricarda Döring extra in die Sitzung mitgebracht und Schirmbeck übergeben. Ein Buch mit den Karten des nächtlichen Himmels kostet immerhin 119 Euro. "Es ist ein sehr schönes und sehr gut verarbeitetes originalgetreues Faksimile mit einem spannenden Thema, zumindest für alle, die sich für Astronomie interessieren", sagte gestern Döring. Für eine Ausleihe in der Bibliothek seien die Bücher nicht gedacht. Doch Interessenten könnten es bei ihr nach Terminabsprache (Telefon-Nummer 034298 68207) einsehen.

Einen Anteil an dieser Schenkung hat Günter Wolf. Der einstige Tauchaer Astronomie-Lehrer und erste Leiter des Schkeuditzer Planetariums bemüht sich seit Jahren intensiv um das wissenschaftliche Erbe Goldbachs und dessen Anerkennung in seiner Geburtsstadt. Wolf hatte dem Verlag mitgeteilt, dass Goldbach gebürtiger Tauchaer ist. "Ich bin zufrieden, dass jetzt in Taucha eine Straße seinen Namen trägt. Doch damit allein wird man dieser Persönlichkeit nicht gerecht", sagte der 86-Jährige.

Der Senior sorgt deshalb auch selbst dafür, dass dieser Name weiterlebt und in der Region nicht vergessen wird. Im vorigen Jahr hatte Wolf sich mit Tauchaer Gymnasiasten dieses Themas angenommen und eine Präsentation über Goldbach erarbeitet, die er auch den Gymnasien in Schkeuditz und Eilenburg, den beiden Sternwarten-Standorten, zur Verfügung stellt. Außerdem schreibt ein Elftklässler in Taucha zum Atlas von Christian Goldbach eine Jahresarbeit. Schließlich hatte der spätere Professor in Moskauer Diensten das Werk eigens für den "Schul- und Akademischen Unterricht" erarbeitet. Dabei hat er die Sternenansichten doppelt gezeichnet. Einmal, wie man sie am Himmel sieht, und einmal mit den Informationen und Bezeichnungen. Mit dieser Art der verständlichen Wissensvermittlung für ein breiteres Publikum soll er seiner Zeit weit voraus gewesen sein.

Nun soll Goldbach bald auch im Internet besser zu finden sein. Denn wer bisher bei Google oder Wikipedia nach Christian Goldbach sucht, der findet dabei zuallererst einen in Königsberg geborenen Mathematiker, aber kaum den Astronomen. Das will Wolf nun ändern, indem er für Wikipedia eine Biografie des weltweit bekannten Astronomen schreibt. Nun kann dabei auch erwähnt werden, dass in dessen Geburtsort inzwischen auch eine Straße den Namen trägt. Wolf verließ mit einem Lächeln auf den Lippen die Stadtratssitzung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.01.2014
Olaf Barth

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