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Taucha zeigt Ausstellung über Leben von Margarete Blank

Erinnerung an Panitzscher Ärztin Taucha zeigt Ausstellung über Leben von Margarete Blank

Im kleinen Museumsraum im Tauchaer Stadtmuseum ist noch bis Anfang Juni eine interessante Ausstellung über die einstige Panitzscher Ärztin Margarete Blank zu sehen. Sie war 1944 denunziert, von der Geheimen Staatspolizei verhört und vom Volksgerichtshof wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt worden.

Petra Lau vom Förderverein „Dr. Margarete Blank“ hat die Wanderausstellung konzipiert und sich intensiv mit dem Leben der Panitzscher Ärztin befasst.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Der kleine Museumsraum im Tauchaer Stadtmuseum beherbergt zurzeit eine beeindruckende Schau über die einstige Panitzscher Ärztin Margarete Blank. Noch bis Anfang Juni können sich Besucher über das Leben der Medizinerin informieren. Sie war 1944 von Berufskollegen denunziert, von der Geheimen Staatspolizei verhört und vom Volksgerichtshof wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt worden. Am 8. Februar 1945 wurde sie in Dresden im Alter von 44 Jahren hingerichtet.

„Margarete Blank hat in den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte ihren Humanismus, ihre Menschlichkeit und Wahrheitsliebe bewiesen, wie wenige aus ihrem Berufsstand in dieser Zeit“, berichtet Petra Lau von jenem Förderverein, der in Panitzsch die Gedenk- und Begegnungsstätte Blank-Haus betreut. Die 68-Jährige hatte die Wanderausstellung für eine Präsentation im Leipziger Neuen Rathaus konzipiert und überarbeitet. Die feierliche Eröffnung übernahm am 27. Januar, dem Tag des Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Die zweite Station der Schau ist nun Taucha, wo Lau sowohl von Museumsleiterin Ricarda Döring wie auch von Stadträten und Stadtverwaltung Unterstützung erfuhr.

Zu sehen sind sieben Tafeln, auf denen in Textform über das Leben der 1901 in Kiew geborenen Landärztin und über die Umstände ihrer Verhaftung informiert wird. In einer Vitrine sind Bücher, Schriftstücke und Gegenstände aus dem persönlichen Nachlass Blanks oder dem ihrer Familienangehörigen ausgestellt. „Sie war ein Mensch auch mit Fehlern, wir wollen sie gar nicht auf einen Sockel stellen, wie das zu DDR-Zeiten der Fall war. Sie verfügte aber über Eigenschaften, die sie von vielen anderen unterschieden“, erklärt Lau. Die ausgebildete Geschichtslehrerin und Historikerin habe viel recherchiert und mit Zeitzeugen gesprochen. So konnte sie die bereits von Vereinsgründerin Charlotte Zeitschel zusammengetragenen Fakten weiter ergänzen und das Bild über das „kleine Fräulein Doktor“, wie die Ärztin im Dorf genannt wurde, vervollständigen.

„Wir wollen, dass die Ausstellung dazu beiträgt, auch mit jungen Leuten über diese Zeit ins Gespräch zu kommen“, so Lau. Der Mut zum Widerstand in einer Diktatur könnte dabei ein Thema sein. Die Christin Margarete Blank habe zwischen ihren Patienten keinen Unterschied gemacht und auch Zwangsarbeiter aus umliegenden Rüstungsbetrieben behandelt. Dass sich die Tochter von Deutsch-Balten positiv über Russland und England äußerte, brachte ihr die Denunziation ein. Selbst während ihrer Haft nahm sie sich kranker Mithäftlinge an. Sie hätte bis zum Schluss den Hitlergruß verweigert und sich keiner Organisation von Nazi-Ärzten angeschlossen. Jüngste Forschungen legen nahe, so Lau, dass Blank Verbindungen zum intellektuellen Widerstand um den hingerichteten Leipziger Maler Alfred Frank unterhielt. Nachweislich habe sie einige Bilder von ihm versteckt.

Von Olaf Barth

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