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Taucha Tauchaer Brettl: Schräge „Damen“ mit Biss
Region Taucha Tauchaer Brettl: Schräge „Damen“ mit Biss
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07:00 03.04.2012
Schön schräg: Elsa und Martha gönnen sich ein „Stößchen“ und sinnieren im Kabarett von Frau zu Frau über die Probleme Tauchas und der Welt. Quelle: Jörg ter Vehn
Taucha

Nur im Rathaus nicht – aber das ist durchaus gewollt.

„Missing – Kultur sucht BM!“ heißt es auf der Bühne. Zwischen den Zeilen schaut ein gezeichneter Bürgermeister vom Plakat, fast so wie von einem Vermisstenaufruf. Dabei widmet das „Tauchaer Brettl“ Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) einen regelrechten Schlager: „Unser Holger“ ist ein Mitsingelied ganz nach dem Geschmack des Publikums, nimmt aufs Korn, was viele Tauchaer schon kritisiert haben: Ihr Stadtchef taucht eher selten auf öffentlichen Veranstaltungen auf, noch seltener bei kulturellen Anlässen. Auch die Einladung zum Kabarett habe er abgesagt, so Kabarettist, Kneipier und Kulturvereins-Chef Hans-Jürgen Rüstau. Prompt widmete er „dem Holger“ eine Extra-Strophe.

Schirmbeck befindet sich in bester Gesellschaft. „98 Prozent der Rathausmitarbeiter waren noch nicht bei uns im Kabarett“, meint Rüstau, kokettiert damit. Birgit Wagner aus Merkwitz dagegen gehörte zu den Gästen am Sonnabend bei der nunmehr 15. Aufführung von „Ich war noch niemals in New York“, die wie alle zuvor erneut ausverkauft war. „Es ist klein und familiär hier, man wird als Publikum richtig einbezogen und es ist auch mal ein bisschen böse“, schwärmte sie. Auch Bernd Schumert war des Lobes voll: Er habe sich gut amüsiert, „das passt einfach“, fasste er zusammen Für Tauchsche sei das Stück auf jeden Fall zu empfehlen.

Bitte Mitsingen: Hans-Jürgen Ullrich, Tobias Meier, Lutz Pohlers und Jürgen Ullrich (v.l.) machen als Tauchaer Brettl Kabarett aus Spaß an der Freud'. "Ich war noch niemals in New York" ist ihr fünftes und bislang erfolgreichstes Programm. Quelle: Jörg ter Vehn

Schöppenteich-Schlamm, Kreisverkehr, Gewerbegebiet Pönitzer Dreieck – viele lokale Anspielungen enthält das Stück. Trotzdem seien viele Auswärtige unter den Gästen, meint Rüstau. Sie würden das Stück trotzdem verstehen: „Sie münzen die Anspielungen auf ihre Stadt um“, glaubt er. Denn dass in Dörfern kaum noch ein Zug hält, Gewerbegebiete leer stehen, Teiche verschlammt brach liegen, dürfte in Sachsen allgemein gültig sein. Dabei schreiben sich die Kabarettisten zu, schon etwas verändert zu haben, sagen sie mit einem Lächeln. „In Pönitz halten wieder Züge, im Dreieck wird gebaut – also wenn Sie meinen, wir sollten etwas ins Programm aufnehmen, melden Sie sich bitte“, sagt Kabarettist Tobias Meier mit einem Augenzwinkern.

Er spielt im Stück den Angler Ollie, der mal raus aus der Kleinstadt ins ach so tolle New York will, bei den schlechten Verbindungen und der miesen Beratung im Reisebüro den Weg aber nicht findet. Rüstau und Jürgen Ullrich geben in einer Episode zudem die hinreißenden Damen Elsa und Martha, die sich am Teich zu einem „Stößchen“ treffen und von Frau zu Frau plauschen – traumhaft schräg! Dann ist da noch Lutz Pohlers, der an der Gitarre als „kleinste Big Band der Welt“ den musikalischen Teil übernimmt.

Eigentlich wollten die vier schon im Frühjahr mit dem nächsten Programm „Mitternachtsspitzen – Säxisches zur Nacht“ beginnen. Wegen der vielen Aufführungen von „New York“ kämen sie derzeit aber nicht zu den Proben, erklärt Rüstau. Im Gegenteil, im Mai seien noch zwei Aufführungen von „New York“ geplant. „Wir werden das neue Stück daher wohl erst im Herbst spielen können“, so Rüstau.

Jörg ter Vehn

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