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Taucha Tauchaer Gartenverein Mühlengrund feiert 100 Jahre
Region Taucha Tauchaer Gartenverein Mühlengrund feiert 100 Jahre
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15:45 19.05.2015
Gartenverein feiert 100 Jahre, Lothar Prautzsch, Horst Wehner, Dieter Hoffman und Roland Fieckel an der Drehorgel (von links) feiern mit. Quelle: Reinhard Rädler

Vom Zeitraum her müsste dann 1913 der Verein entstanden sein. Die Anlage wurde später auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei in Richtung Bahnanlage noch erweitert.

Aus 68 Gärten besteht heute der Kleingartenverein. "Es gibt Gärten, die sind, wie meiner, nur 7,5 Meter breit und 60 Meter lang, aber dafür sehr hoch", lacht der Vorsitzende, der seit 1992 hier in Taucha seine Parzelle bewirtschaftet, aber in Leipzig-Schönefeld lebt. Er ist damit einer von den zehn Prozent der Garteninhaber, die nicht in der Parthestadt wohnen. Mindestens drei- bis viermal die Woche ist er in seinem Garten. "Wenn mein 13-jähriger Enkel Phillipp sagt 'Schön, Opa, dass wir in Taucha sein können', geht das runter wie Öl" freut sich der 64-Jährige. "Wir sind zwar ein Verein, der auch vom Kreisfachverband kontrolliert wird - mindestens ein Drittel soll gärtnerisch genutzt werden - aber wir wollen auch nicht zu viel reglementieren. Es soll ja Spaß machen, denn aus Versorgungsgründen ist heute kaum jemand mehr Kleingärtner, und - dreimal auf Holz geklopft - wir haben nur zwei leer stehende Gärten, da haben andere Vereine mehr Sorgen." Einmal im Quartal tagt der sechsköpfige Vorstand und wacht darüber, dass der gemeinnützige Status erhalten bleibt. Dreimal hatte man in den letzten Jahren aber auch mit Hochwasser von der nahe gelegenen Parthe zu kämpfen.

Erst im Mai hat Gartenfreund Paul Kuhl aus Altersgründen seinen Garten aufgegeben. "Ich war 40 Jahre lang mit Leib und Seele Kleingärtner. Ich stamme vom Lande, da hat man einfach Lust auf Gartenarbeit. Stangenbohnen waren aber mein Hobby, da muss man sich nicht so tief bücken", witzelte der rüstige Senior. "In einem Garten darf man nicht nur die schönen Blumen sehen, sondern auch Hacke und Spaten", war das Credo des 80-Jährigen.

Langsam trafen am frühen Nachmittag im gemeinschaftlich genutzten Garten Nummer 14 die ersten Gartenfreunde ein, um in gemütlicher Runde ihr Jubiläum zu feiern. Kaffee, selbst gebackener Kuchen sowie ein kühles Bier standen bereit. Der Vereinschef war auserkoren, die Bratwürste und Steaks auf den Rost zu legen, schließlich ist er Koch in der Sportschule in Abtnaundorf. Alleinunterhalter Roland Fieckel legte dazu den Riemen auf die (Dreh-)Orgel und ließ die Kleingärtner-Hymne "Adelheid, schenk mir einen Gartenzwerg" erklingen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.09.2013

Reinhard Rädler

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