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Tauchaer Gymnasiasten berichten über Auschwitz-Besuch

Abend der Geschwister-Scholl-Auszeichnung Tauchaer Gymnasiasten berichten über Auschwitz-Besuch

Die diesjährige Veranstaltung zur Geschwister-Scholl-Ehrung stand unlängst ganz im Zeichen des Vermächtnisses der Namensgeber des Tauchaer Gymnasiums. Zunächst präsentierten 22 Schüler der Geschichtsleistungskurse der Jahrgangsstufe 12 ihre Eindrücke von einem Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Auschwitz.

Mit Geschwister-Scholl-Preisträger Florian Schröder (Zweiter von links) freuen sich bei seiner Ehrung Schulleiterin Kristina Danz, Laudator Fabian Dudek und Fördervereinsvorsitzende Steffi Kranz (von links).

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Die diesjährige Veranstaltung zur Geschwister-Scholl-Ehrung stand unlängst ganz im Zeichen des Vermächtnisses der Namensgeber des Tauchaer Gymnasiums. Zunächst präsentierten 22 Schüler der Geschichtsleistungskurse der Jahrgangsstufe 12 ihre Eindrücke von einem Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Auschwitz. „Das dort Erfahrene kann man eigentlich gar nicht mit Worten wiedergeben“, sagten die Moderatoren Josephine Dowidat und Patrick Born. Doch sprachlos blieben die Schüler nicht, im Gegenteil.

In unter die Haut gehenden szenischen Spielen, Rezitationen, Dialogen und Monologen verstanden es die Schüler Marie-Luise Baar, Wiebke Kuhne, Melissa Rößler, Dominic Bachschwöller, Melina Sauer und Marie Knoblauch ihre Gedanken und Gefühle ausdrucksstark in Szene zu setzen. Die Wortbeiträge wurden durch filmische Hintergrund-Einblendungen, die die Schüler selbst und bewusst in schwarz-weiß produziert hatten, noch emotional verstärkt. In der vollbesetzten Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums wäre die sprichwörtlich zu Boden fallende Stecknadel zu hören gewesen. Die einzelnen Programmpunkte wurden musikalisch vom Leipziger Synagogalchor, der sich der Pflege und Bewahrung hebräischer Tempelmusik sowie jiddischer Folklore widmet, in überaus passender Weise verbunden. Ergriffen und ganz bei der Sache rührte in dieser Stimmung niemand im Publikum die Hand, um den Akteuren den wohlverdienten Beifall zu spenden.

„Wir haben uns mit allen Teilnehmern unmittelbar nach der Exkursion zusammengesetzt und das heutige Programm ausgearbeitet. In die Moderationstexte sind dabei Gedanken und Gefühle der Schüler unter dem Eindruck des Erlebten eingeflossen. Die szenischen Texte stammen von Überlebenden des Holocaust, wie zum Beispiel von Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel“, schilderte Geschichtslehrerin Petra Böhm die Aufarbeitung der Bildungsreise, die sie mit ihrem Mann Uwe betreut hatte.

„Es war ergreifend, wie hier die Schüler Geschichte leben“, zeigte sich auch Schulleiterin Kristina Danz ebenso wie viele andere Besucher von der Aufführung beeindruckt. Einen Wechsel in Stimmung und Darbietung gab es dann im letzten Teil des Programmes. Locker und farbenfreudig setzten die Schüler ihre Impressionen von ihrem abschließenden Tagesbesuch in Krakau in Szene. So verdeutlichten sie, dass neben der notwendigen Erinnerung und Mahnung für das Hier und Jetzt ebenso die Lebensfreude, Zukunftsgewissheit und Unbeschwertheit im Dasein ihrer Generation einen wichtigen Stellenwert haben.

Mit diesem Rückblick auf den Krakau-Besuch und nun reichlichem Applaus wurde zur traditionellen Verleihung des Geschwister-Scholl-Auszeichnung übergeleitet. Diei frühere Bezeichnung „Geschwister-Scholl-Preis“ darf das Gymnasium nicht verwenden, da diese bereits anderweitig als geschützter Begriff eingetragen ist. Mit der Ehrung werden alljährlich Schüler des Gymnasiums für ihr besonderes schulisches und außerschulisches Engagement gewürdigt. Ein solches bescheinigte der Vorjahres-Preisträger Fabian Dudek in seiner Laudatio seinem Nachfolger Florian Schröder. Denn dieser unterstütze tatkräftig gerade solche großen Veranstaltungen wie jene an diesem Abend. Der 18-Jährige dankte für die Ehrung und verriet auf Nachfrage seine ersten Pläne nach dem Abitur: „Ich möchte gerne beim Rundfunk einsteigen.“ Bei einem Praktikum in der Morgenshow von Energy Sachsen habe er bereits Radioluft geschnuppert.

Von Reinhard Rädler

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