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Tauchaer Gymnasium zeigt Ausstellung über Leipziger Juden

Geschichtskurse beschäftigen sich mit dem Holocaust Tauchaer Gymnasium zeigt Ausstellung über Leipziger Juden

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium Taucha zeigt eine Ausstellung, die von der Evangelischen Freikirchlichen Tos-Gemeinde Leipzig erarbeitet wurde. Unter dem Titel „Marsch des Lebens – nie wieder schweigen“ beschäftigt sich die Gemeinde mit der Geschichte der Juden in Leipzig und den „Märschen des Lebens“.

In der Aula des Tauchaer Gymnasiums beschäftigt sich eine Ausstellung mit dem Leben jüdischer Bürger in Leipzig und ihrer Verfolgung.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Jasmin Younis und Amit Elizur waren sichtlich beeindruckt und etwas aufgewühlt. Die beiden 17-jährigen Austauschschüler aus Israel erlebten in der Aula des Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasiums gerade die Eröffnung einer Ausstellung mit, die sich mit den Verbrechen an den Juden während der Nazizeit und dem Leben der Juden in Leipzig beschäftigt.

„Es ist sehr gut zu sehen, dass sich auch in anderen Ländern mit dieser Geschichte auseinandergesetzt wird. Denn ohne die Vergangenheit zu kennen und aufzuarbeiten, gibt es keine Zukunft. Es ist schön, dass auch die Deutschen Gefühle und Interesse für das zeigen, was geschehen ist“, sagte Jasmin. Und Amit ergänzt: „Vergeben ja, auf jeden Fall, man muss den Blick nach vorn richten. Aber ein Vergessen wird und darf es nie geben.“ Beide gehören im Rahmen eines Johannes-Rau-Stipendiums zu 20 jungen „Botschaftern Israels“, die sich noch bis zum 28. Oktober in Deutschland aufhalten. Betreut und beherbergt werden sie in den Familien der Gymnasiastinnen Lucie Dölling und Michelle Dietrich. Die beiden 17-Jährigen hatten sich bei einem Programm in Bonn auf den Besuch vorbereitet und unternehmen nun viel mit ihren Gästen. Die wissen das zu schätzen. „Die Leute hier sind sehr nett und stellen interessante Fragen. Das Leben hier ist auch sehr schön“, ist Jasmin von ihrem Aufenthalt in Taucha begeistert. „Die Städte Leipzig und Taucha sind wunderbar, uns gefällt, dass es hier auch so viel Grün gibt“, erzählt Amit. Die Vegetation in ihren Heimatorten Hadera in Nordisrael beziehungsweise Ganei Tikva bei Tel Aviv ist da wohl etwas spärlicher.

Gemeinsam mit Schülern des zweiten Leistungskurses Geschichte der Jahrgangsstufe 12 hatten die beiden Gäste aufmerksam die Eröffnung der Ausstellung mit Vertretern der Evangelischen Freikirchlichen Tos-Gemeinde Leipzig erlebt. Unter dem Titel „Marsch des Lebens – nie wieder schweigen“ hat die Gemeinde auf zwölf Tafeln eine Ausstellung zur Geschichte der Juden in Leipzig erarbeitet. Fünf weitere beschäftigen sich mit den in den vergangenen Jahren in Europa veranstalteten „Märschen des Lebens“, bei denen es entlang der Routen früherer Todesmärsche um Begegnungen, Gedenken und die Aufarbeitung der Verbrechen an den Juden geht.

Anna Önsal (35) und Lukas Kind (22) von der Gemeinde hatten eindrucksvoll geschildert, wie sie bei Nachforschungen in der eigenen Familie entdeckten, dass es auch unter ihren Großeltern Täter gab, die an der Verfolgung und Vernichtung jüdischer Menschen beteiligt waren. „Das sind dann nicht mehr irgendwelche andere Deutsche, die das waren, weit weg von uns, sondern das reicht bis in die Familie, wo nie darüber gesprochen wurde. Das ist erst mal ein Schock“, beschrieben sowohl Önsal als auch Kind ihre Erfahrungen. Die Ausstellung, die noch bis Ende nächster Woche in der Aula besucht werden kann, soll gerade in der jetzigen Zeit junge Menschen sensibilisieren und heutigem Antisemitismus entgegenwirken.

Von Olaf Barth

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