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Tauchaer Kameraden stöbern in Feuerwehrchronik

Tauchaer Kameraden stöbern in Feuerwehrchronik

Strahlrohre, Einreißhaken, Rettungsschere und -spreizer oder die Feuerwehraxt waren mehr als 50 Jahre die Werkzeuge der heutigen Alters- und Ehrenabteilung der Tauchaer Feuerwehr. Für einige der Mitglieder sind jetzt, nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, der Kugelschreiber und vielleicht auch mal die Lupe das wichtigste Hilfsmittel geworden.

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Lothar Heß vor einem Teil der gesammelten Tauchaer Feuerwehrgeschichte.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Sie forschen nämlich seit Januar 2013 in Dokumenten aus der Zeit von 1871 bis zur Gegenwart für die Chronik der Tauchaer Wehr.

Zweimal im Monat treffen sich die vier Chronisten der "Historik-Gruppe" im Feuerwehr-Gerätehaus, halten erst einmal ein Schwätzchen über die Neuigkeiten aus Taucha im Allgemeinen und in der Feuerwehr im Besonderen. Dann aber kommen dicke Aktenordner, alte Protokoll- und Kassenbücher und Zeitungen auf den Tisch, die mittlerweile zwei Aktenschränke füllen. Gezielt wird nach Daten und Fakten gesucht, was sich besonders bei den ältesten Akten als schwierig und aufwendig gestaltet. Die sind noch akkurat mit der Hand geschrieben. "Zum Glück kennen wir die Sütterlin-Handschrift noch durch unsere Eltern und können fast alles entziffern. Aber es wurden damals auch Begriffe verwendet, deren Bedeutung wir erst einmal zuordnen mussten", schilderte Wolfgang Pauli, der Kopf der Gruppe, einige der Hürden. Mehrfach haben sich in den zurückliegenden Jahren auch die Organisationsformen geändert, deren Definitionen und Zusammenhänge zum Teil erst erforscht werden mussten. Man habe sich aber "reingefuchst" und bekomme historisch fundierte Hilfe aus den Aufzeichnungen der Stadthistoriker Klaus Gilardon und Detlef Porzig sowie vom ehemaligen Vorsitzenden des Heimatvereins, Helmut Köhler. Auch von Zeitzeugen holen sie sich noch Informationen. Besonders gehütet werden natürlich die Dokumente der ersten Stunde, wie das Protokoll der Gründungsversammlung vom 1. Juni 1871 und die erste Satzung vom 25. Mai 1872, die vom damaligen Bürgermeister Lindner unterschrieben und gesiegelt worden war.

"Wir haben jetzt als erstes Projekt die 'Ahnen-Galerie' aller Tauchaer Wehrleiter fertig", freute sich Wolfgang Pauli, der selbst bis 2011 Stadtwehrleiter war. Die Chronisten haben die Schwerpunkte ihres Wirkens und ihre Auszeichnungen zusammengetragen, ein Foto hinzugefügt und alles auf Bildtafeln im Foyer des Gerätehauses geordnet. "Lediglich von Willi Kunze, der von 1940 bis 1945 Wehrleiter war, fehlt uns ein Bild. Vielleicht können uns hier die Leser der LVZ weiterhelfen", hofft der 68-Jährige.

Nachwuchsprobleme, so ist den historischen Dokumenten zu entnehmen, gab es wohl immer schon, denn schon 1896 gab es in Taucha eine Jugendfeuerwehr, um die Jugend für den Dienst in der Feuerwehr zu interessieren. Bemerkenswert fanden es die altgedienten Floriansjünger, dass sich die Tauchaer Feuerwehr im Jahre 1928 die erste Motorspritze anschaffte.

Ein Stück Geschichte haben die Chronisten in der Nachwendezeit selbst auch miterlebt und mitgestaltet. Das Feuerwehr-Handwerk hatten sie ja gelernt, aber es galt nun, neue Strukturen für die Freiwillige Feuerwehr aufzubauen. Durch persönliche Kontakte ins niedersächsische Tostedt und ins nordrhein-westfälische Hilden sammelte man erste Erfahrungen über die Ausstattung und das neue Feuerwehr-ABC. "Mit der Hand habe ich die erste Feuerwehr-Satzung abgeschrieben, damit sie am 30. Januar 1992 von der Stadtverordneten-Versammlung beschlossen werden konnte", erinnerte sich Wolfgang Pauli.

Jetzt ist die Historik-Gruppe dabei, den 50. Jahrestag der Frauengruppe im Mai mit vorzubereiten. Dann wollen sie die Standorte der Gerätehäuser, auch die in den Ortsteilen, auflisten sowie die Entwicklung der Technik chronologisch dokumentieren. "Da haben wir noch ganz schön zu tun, denn die Tauchaer Feuerwehr gehört zu den am besten ausgestatteten Wehren im Landkreis", freuen sich die Feuerwehrhistoriker auf die nächsten Vorhaben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.03.2015
Reinhard Rädler

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