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Tauchaer Mieter klagen über Wildwuchs im Hof

Haus saniert – Freiflächen sollen später folgen Tauchaer Mieter klagen über Wildwuchs im Hof

Die Neu-Tauchaerin Sandra Mory ist stinksauer. Als die 39-Jährige vor Monaten aus Gohlis in das sanierte Mehrfamilienhaus in der Ferdinand-Lassalle-Straße 11 zog, hatte sie sich noch über die schöne Wohnung in grüner Lage gefreut, erzählt sie. Inzwischen sei die Freude dem Frust über Mängel in Wohnung und Treppenhaus sowie über das ungepflegte Umfeld gewichen.

Die Freifläche im Hof ist von Gras und Unkraut überwuchert – Eltern wollen hier ihre kleinen Kinder nicht spielen lassen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Die Neu-Tauchaerin Sandra Mory ist stinksauer. Als die 39-Jährige vor Monaten aus Gohlis in das sanierte Mehrfamilienhaus in der Ferdinand-Lassalle-Straße 11 zog, hatte sie sich noch über die schöne Wohnung in grüner Lage gefreut, erzählt sie. Inzwischen sei die Freude dem Frust über Mängel in Wohnung und Treppenhaus sowie über das ungepflegte Umfeld gewichen. „Wir liegen dem Bauherrn und der Hausverwaltung schon seit Wochen in den Ohren, doch es tut sich nichts. Zusagen, etwas zu ändern, wurden nicht eingehalten. Jetzt lässt sich hier schon niemand mehr blicken und der Hof wuchert immer mehr zu. Dort sollten eigentlich Kinder spielen“, schimpft die Erziehungswissenschaftlerin.

Ähnlich sieht es Marcus Fuhrmann aus der Nummer 9. Auch er finde es schlimm, dass seine Kinder hier nicht im Hof spielen könnten, sondern statt dessen die Oma mit den Jungs auf entferntere Spielplätze ausweichen muss. Auch die Familie des 33-Jährigen habe vergeblich unzählige Telefonate geführt und nichts erreicht. Die Mängel in der Wohnung aber seien nach mehreren Anläufen dann doch abgestellt worden.

Eine namentlich nicht genannt werden wollende Mitarbeiterin in der für die Häuser zuständigen Wiederitzscher Hausverwaltung Herrmann zeigte sich ob der Beschwerden über die Außenanlagen verwundert: „Es ist doch normal, dass zuerst die Häuser saniert und danach die Freiflächen hergestellt werden. Das wird zuletzt gemacht, denn da wird noch einiges passieren.“ Nach dem Hinweis des Fragestellers, dass dort bereits Mieter eingezogen sind, die mit ihren Kindern gern den Hof und das versprochene „Wohnen im Grünen“ nutzen wollen und ob deshalb nicht wenigstens ein zwischenzeitliches Mähen angebracht wäre, lenkte sie ein: „Ich werde dem Bauträger Bescheid sagen, vielleicht haben die das etwas aus dem Blick verloren.“

Volker Kretzschmar, Geschäftsführer des Leipziger Bauträgers „Kretzschmar & Sohn Projektentwicklungsgesellschaft mbH“ erklärt auf LVZ-Anfrage, dass er sich den Außenbereich am Montag anschauen will und das Herstellen der zum Haus gehörenden Grünflächen veranlassen wird. Er habe gedacht, das hätte die Verwaltung schon erledigt. Nun werden sich wohl am Montag Hausverwaltung und Bauträger gegenseitig Bescheid sagen, dass in der Ferdinand-Lassalle-Straße offenbar etwas im Argen liegt.

Bereits im November vorigen Jahres hatte Kretzschmar Auskunft über das Gesamtprojekt gegeben und angekündigt, die Sanierungen 2016 fertigzustellen. Dann würden auch die Freiflächen wieder ordentlich aussehen. Momentan allerdings sind einige davon, gerade zur Klebendorfer Straße hin, in der denkmalgeschützten Siedlung inzwischen zu regelrechten Schandflecken verkommen und nicht gerade ein Aushängeschild so nah an der Oberschule und am Kindergarten der Kirchgemeinde. Die Flächen gehören zu zwei unsanierten Blöcken. Offene Türen, kaputte Fenster, Bauschutt und anderer Müll prägen das Bild.

Das Unternehmen des 61-Jährigen hatte den inneren Teil der Zwick’schen Siedlung erworben und angekündigt, hier 20 Millionen Euro zu investieren. Allein in der Ferdinand-Lassalle-Straße hat die Firma 22 Häuser gekauft. Hinzu kommen 20 in der Karl-Marx-Straße, acht in der Friedrich-Engels-Straße und vier in der Klebendorfer Straße.

Von Olaf Barth

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