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Tauchaer Reha-Sportgruppe hilft

Übungen erleichtern Betroffenen den Alltag Tauchaer Reha-Sportgruppe hilft

Diagnose Parkinson – was nun? Mit dieser Frage müssen sich in Deutschland bis zu 250 000 Menschen beschäftigen, Betroffene und deren Angehörige gleichermaßen. In Taucha treffen sich Erkrankte in einer Rehabilitationssportgruppe und kämpfen so unter Anleitung gegen die Auswirkungen der Krankheit an.

Unter der freundlichen Anleitung von Übungsleiterin Marion Scholz (links) fallen die Dehn- und Streckübungen nicht ganz so schwer.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Diagnose Parkinson – was nun? Mit dieser Frage müssen sich in Deutschland bis zu 250 000 Menschen beschäftigen, Betroffene und deren Angehörige gleichermaßen. In Taucha treffen sich Erkrankte in einer Rehabilitationssportgruppe und kämpfen so unter Anleitung gegen die Auswirkungen der Krankheit an.

„Mit Spaß und Freude verbessern Sie durch Bewegung Ihr Wohlbefinden“, lautet das Credo des „Vereins für Gesundheitssport Dübener Heide Sachsen“. Der betreibt in Taucha seit 2010 im „Fit In Gesundheitsstudio“ in den Wyn-Passagen in der Dewitzer Straße eine Rehabilitationssportgruppe speziell für an Parkinson Erkrankte. „Wir haben mit drei Mitgliedern angefangen, waren schon mal 15 in der Gruppe, gegenwärtig betreuen wir fünf Teilnehmer“, informierte Silke Schöning, die im Tauchaer Fitnesscenter für den Rehabilitationssport verantwortlich ist. Neuanmeldungen seien immer willkommen. „Diese gesundheitssportliche Betätigung wird nach Verordnung durch den Arzt auch von der Krankenkasse gefördert“, weist die Reha-Verantwortliche hin.

Leider gebe es noch keine Heilungschancen von dieser heimtückischen Krankheit, die mit einer Beeinträchtigung der Gehirntätigkeit und/oder Bewegungsfähigkeit einhergeht. Doch es gebe viele Möglichkeiten, mit deren Hilfe die unterschiedlich auftretenden Symptome smit medikamentöser Therapie in Verbindung mit weiteren Behandlungsmöglichkeiten die Beweglichkeit so lange wie möglich erhalten werden soll und gleichzeitig andere Begleiterscheinungen wirkungsvoll gelindert werden können. Das wird auch in Taucha versucht.

„Wir wollen mit musikalisch begleiteten Koordinationsübungen sowie Bewegungs- und autogenem Training viel für die körperliche und geistige Fitness der Erkrankten tun“, sagte Marion Scholz, die Übungsleiterin der Gruppe. Dass in der Gruppenarbeit auch soziale Kontakte entstehen und gepflegt werden, sei eine wichtige Komponente für die Erhaltung der Lebensqualität. Das hält die ausgebildete Übungsleiterin für Rehabilitationssport in den Fachrichtungen Orthopädie und Neurologie für einen wertvollen Nebeneffekt, denn es sei leider sehr häufig anzutreffen, dass sich Betroffene ihrer Krankheit schämen und sich von ihren Mitmenschen isolieren.

Es sei deshalb beachtenswert, mit wie viel Lebensfreude, trotz aller Hürden, sich die Teilnehmer beim Gruppensport motivieren. „Wir versuchen, alle Übungen mit Spaß und Freude und mit einem Lächeln zu verbinden, denn Glückshormone sind mindestens genauso wichtig, wie Medizin. Die Teilnehmer können hier ihre Hemmschwellen überwinden, dabei Spaß haben, sich wohlfühlen und stolz auf das Erreichte sein“, beschreibt die gelernte Krankenschwester das Klima in den Übungsstunden. „Denkt an etwas Schönes, wenn es mal weh tut“, rät sie bei den teils ungewohnten Dehn- und Streckübungen ihren Schützlingen, die aus Taucha, Engelsdorf und Paunsdorf kommen.

Seit 2007 weiß auch der Zweenfurther Matthias Schütze von seiner Krankheit. „Von dieser speziellen sportlichen Reha-Maßnahme habe ich zufällig über ein Prospekt bei einem Arzt erfahren. Nun bin ich schon zwei Jahre dabei, es tut mir gut und ich fühle mich wohl hier“, erzählt der 65-Jährige. „Ich habe gelernt, locker mit meiner Situation umzugehen, deshalb ist der Sport hier in der Gruppe genau das Richtige für mich.“ Aus seiner Sicht müssten die Ärzte offensiver über diese Möglichkeit informieren.

Das Training findet immer dienstags von 10.30 bis 11.15 Uhr im Kursraum des Fitnessstudios statt. Infos unter 034298 48422.

Von Reinhard Rädler

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