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Tauchaer Schüler erfindet rotierende Heizkörper-Bürste

Gymnasiast in Dresden ausgezeichnet Tauchaer Schüler erfindet rotierende Heizkörper-Bürste

Weil ihn der Staub an den Heizkörpern in seiner Schule gestört hat, machte sich der zwölfjährige Martin Wille vom Tauchaer Gymnasium Gedanken. Heraus kam die Haushaltshilfe „PicoBello“, für die der kleine Erfinder nun in Dresden ausgezeichnet wurde.

Lukas Müller, Martin Wille und Luis Kabitzsch (von links) haben das Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasium auf Landesebene erfolgreich beim Wettbewerb „Jugend forscht“ vertreten. Der Jüngste von den Dreien wurde mit seinem Projekt sogar Landessieger.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Martin Wille strahlt über das ganze Gesicht. Als Landessieger kehrte der zwölfjährige Tauchaer Gymnasiast aus Dresden zurück und ist damit überhaupt der erste Preisträger in der Kategorie „Schüler experimentieren“. Diese Sparte war erstmals innerhalb des Wettbewerbes „Jugend forscht“ eingeführt worden. Zwei weitere Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums erhielten für ihre Projekte Sonderpreise.

Bereits beim Leipziger Regionalausscheid hatte Martin Wille aus der Klasse 6 b mit seinem Exponat „PicoBello – Die Haushaltshilfe“ für Aufmerksamkeit gesorgt. Seine rotierende Reinigungsbürste samt Staubabsaugung für die Reinigung von schmutzigen Heizkörpern hatte ihm den Weg zum Landeswettbewerb beschert, von wo er nun als Sieger zurückkehrte. Und wie ganz große Gewinner denkt der Schüler, zu seinem Erfolg befragt, zunächst an andere: „Ich danke meinen Betreuern Andreas Müller und Faras Abbasi, die mir in der Arbeitsgemeinschaft ,Jugend forscht‘ geholfen haben.“ Dann aber erzählt er doch strahlend von seinem Projekt: „Ich bin stolz, der erste in Sachsen zu sein, der diesen Preis gewinnt. Die größte Herausforderung für meine Bürsten-Idee war, einen Antrieb zu finden. Die Idee zu der Bürste kam mir in der Schule, als ich die verstaubten Heizkörper sah. Der Staub kann bis zu 30 Prozent die Heizleistung verringern.“ Der Pfiffikus will mit seiner Erfindung die Säuberung der Heizkörper erleichtern. „Der Prototyp ist da, in den Geschäften gibt es ihn noch nicht, aber das haben wir vor“, sagt Martin selbstbewusst.

An die Vermarktung ihrer Ideen denken auch Lukas Müller und Luis Kabitzsch. Die beiden Abiturienten aus dem Leistungskurs Physik freuen sich über Sonderpreise bei „Jugend forscht“ auf Landesebene. Lukas entwickelte eine Tröpfchenmodellsimulation aus der Kernphysik. Damit können Atomkerne sowie deren Kernspaltung, die Fusion oder der radioaktive Zerfall beschrieben und visualisiert werden. So werden mittels eines selbst entwickelten Computer-Programms Prozesse mit Teilchen veranschaulicht, die man sonst ja nicht direkt sehen und beobachten kann. „So etwas hat bisher gefehlt, da hat er echt eine Lücke entdeckt. Es gibt schon Interessenten unter den Lehrern, die dieses Programm kaufen wollen“, ist Holger Kießling, Fachleiter Naturwissenschaften, begeistert. Lukas Müller lächelt: „Jetzt freue ich mich auf den Preis, ein Forschungspraktikum im Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.“

Sein Leistungskurs-Mitschüler Luis Kabitzsch wiederum hatte sich mit Experimenten befasst, wie man den gebremsten Fall einer Kugel erfassen und grafisch darstellen kann. Die Messreihen sollten mit möglichst einfachen Mitteln und unter der Nutzung des Schultaschenrechners entstehen. Dazu hat er einen Sensor-Adapter am Rechner angebracht und genutzt. „Ich wollte der 9. Klasse den freien Fall sowie die dabei ablaufenden Vorgänge zeigen und dabei den Taschenrechner einbeziehen. Dafür hatte ich dann auch die Versuchsanordnung entwickelt“, berichtet der Tüftler. Seine Idee wird demnächst im Unterricht angewandt, kündigt Kießling an.

Der Lehrer war gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Müller und Schulleiterin Kristina Danz in Dresden bei der Preisverleihung dabei. Auch Danz ist stolz auf ihre Schützlinge: „Wir sind sehr glücklich über deren Leistungen, gerade auch weil dies in naturwissenschaftlichen Fächern passiert und die Schüler auch in dieser Richtung studieren wollen. Mit unserer Teilnahme in Dresden wollen wir Lehrer den Schülern zeigen, wie wichtig uns ihre Arbeit ist und dass wir das anerkennen.“

Von Olaf Barth

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