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Tauchaer Wache wird erweitert

Tauchaer Wache wird erweitert

Der Landkreis Nordsachsen baut die Rettungswache in Taucha aus und investiert dafür 215 000 Euro. Ab Januar sollen in der Graßdorfer Straße ein weiteres Fahrzeug stationiert und damit auch die Personalstärke erhöht werden.

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Die Rettungswache in der Tauchaer Graßdorfer Straße wird ausgebaut. Nicht nur das Gebäude und die Fahrzeugflotte sollen eine Aufrüstung erfahren. Auch personell wird eine Sieben-Mann-Aufrüstung kommen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Zirka 18 500 Einwohner werden von Taucha aus mit Rettungseinsätzen von Notärzten versorgt. Ab 1. Januar übernimmt diese Aufgabe das Deutsche Rote Kreuz (DRK) von den Johannitern.

Vor reichlich drei Jahren hatte die LVZ berichtet, dass aufgrund geringer Einsatzzahlen und den meisten unbesetzten Notarzt-Diensten die Existenz der Rettungswache Taucha in Nordsachsen gefährdet ist. Doch die Situation scheint sich nun grundlegend geändert zu haben. "In der Vergangenheit hatte Taucha tatsächlich die meisten Dienstlücken. Von insgesamt 30 im Jahr 2012 im Landkreis entfielen elf auf den Standort Taucha. In Schkeuditz waren es zum Beispiel null, in Eilenburg fünf", informierte auf LVZ-Anfrage Frank Breitfeld, der im Landratsamt das Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz leitet. Als Grund für diese Lücken nannte er die eher geringe Einsatzfrequenz in Taucha sowie den Umstand, dass der Notarztdienst an einem Standort in Leipzig für viele Notärzte lukrativer ist. Dennoch habe sich der Anteil der unbesetzten Dienste dieses Jahr "enorm reduziert". Im Landkreis seien es bisher sechs, nur einer davon in Taucha.

Auch die Zahl der Rettungseinsätze sei gestiegen. 1700 Mal musste das Tauchaer Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) 2012 ausrücken, das war 200 Mal mehr als im Vorjahr. Auch der Rettungstransportwagen (RTW) kam 150 Mal öfter zum Einsatz (1600) als noch 2011. Das könnte sich dieses Jahr laut Prognose weiter erhöhen, während sich bei den NEF-Einsätzen ein leichter Rückgang andeutet. Zuständig für die lückenlose Besetzung der Dienste ist die Arbeitsgemeinschaft Notärztliche Versorgung (Arge Näv). "Als deren Träger unterstützt der Landkreis auf jede erdenkliche Art die Arge Näv beziehungsweise die beauftragten Dienstplanersteller", so Breitfeld.

Wie die LVZ bereits 2010 berichtete, hatten Krankenkassen eine Kooperation mit Leipzig und einen Einsatzbereich der Tauchaer Wache über Nordsachsens Grenzen hinaus gefordert. Jetzt bestätigt Breitfeld, dass es seitens der Landesdirektion Leipzig Festlegungen gebe, Tauchas Notarzteinsatzfahrzeug auch in den Leipziger Ortsteilen Seehausen, Plaußig, Portitz, Thekla, Heiterblick, Engelsdorf, Sommerfeld, Hohenheida und Gottscheina zum Einsatz zu bringen, wenn dies von der Leipziger Einsatzstelle angefordert werde. Auch anderen benachbarten Leitstellen, zum Beispiel im Landkreis Leipzig (unter anderem Borsdorf, Panitzsch) wird nun auf Basis von Amtshilfeersuchen Unterstützung gewährt. "Dabei muss aber beachtet werden, dass die Versorgung im eigenen Rettungsdienstbereich sichergestellt ist", ordnet Breitfeld diese Zusammenarbeit ein. Primär sei die Rettungswache Taucha für zirka 18 500 Einwohner des Landkreises Nordsachsen zuständig. Taucha ist eine Außenstelle des Rettungswachenbereiches Schkeuditz. Weitere solche Bereiche mit Außenstellen gibt es im Landkreis noch in Delitzsch, Eilenburg, Oschatz und Torgau.

Ganz neu ist die Zusammenarbeit mit Leipzig und dem Leipziger Landkreis allerdings nicht. So sei bereits im Jahr 2008 aufgrund einer "nachweisbaren notärztlichen Unterversorgung im Bereich Taucha und angrenzenden Bereichen" eine Aufstockung des Fuhrparks erfolgt, erklärte Breitfeld. Seitdem ist in Tauchas Graßdorfer Straße neben einem RTW auch ein NEF stationiert. Ab 1. Januar soll am Standort Taucha nun auch ein Krankentransportwagen (KTW) vorgehalten werden. Damit ist Taucha genauso wie Schkeuditz ausgestattet. Dies wiederum hat die derzeit vonstattengehende Erweiterung der Rettungswache zur Folge. "Mit der Erweiterung des Fuhrparks wird sich auch die Personalstärke von ehemals neun auf nunmehr 16 Rettungsdienstmitarbeiter erhöhen. Außerdem befindet sich täglich für 24 Stunden ein Notarzt in der Rettungswache, sodass unter anderem die bisher vorhandenen Dienst-, Sozial- und Sanitärräume für einen reibungslosen Dienstablauf nicht mehr ausreichend waren", nennt Breitfeld die Gründe für den Ausbau.

So wurden mittlerweile eine Garage angebaut und weitere Dienst- und Sozial­räume geschaffen. Zudem wurde die Wache zusätzlich mit einem Desinfektionsraum ausgestattet. 215 000 Euro werden für diese Erweiterung investiert. Breitfeld: "Diese Kosten muss zunächst der Landkreis aufbringen. Er erhält diese Aufwendungen aber im Rahmen der Rettungsdienstgebühren von den Krankenkassen und weiteren Gebührenpflichtigen komplett refinanziert."

Während des Umbaus nutzt das medizinische Personal Räume in der benachbarten Baracke, wo auch der Sozial­psychiatrische Dienst und die Suchtberatungsstelle des Landkreises untergebracht sind. Die gesetzlich vorgegebene Ausrückzeit von einer Minute nach Alarmierung könne eingehalten werden. Doch nicht nur baulich und personell ändert sich einiges in Taucha. Ab Januar wechselt zudem die Zuständigkeit für die Durchführung der Rettungsdienste. Denn nach Ausschreibung dieser Leistungen hatte sich im gesamten Landkreis Nordsachsen das DRK Meißen durchsetzen können. Damit endet die jahrelange Zuständigkeit der Johanniter Unfallhilfe, Regionalverband Leipzig Nordsachsen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.12.2013
Olaf Barth

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