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Tauchaer feiern 90. Geburtstag ihrer Straßenbahnlinie

Sonderfahrt in die Parthestadt Tauchaer feiern 90. Geburtstag ihrer Straßenbahnlinie

Es war ein bewegender Moment, als Sonnabend kurz vor Mittag der historischen Pullmann-Triebwagen samt Niederflur-Anhänge an Tauchas Straßenbahnendstelle einrollt. Viele Menschen warten schon und winken. Der Empfang zum 90. Jahrestag der Strecke nach Taucha kann beginnen.

Zu einem Erinnerungsfoto positionieren sich viele der Mitfahrer sowie der vorher schon an der Endstelle versammelten Menschen
 

Quelle: Olaf Barth

Taucha.  Die Tauchaer und ihre Straßenbahn, im Volksmund auch Bimmel genannt – das ist ein innige Beziehung. Anlässlich des 90. Jahrestages der Einweihung einer Straßenbahnlinie in die Parthestadt war nicht nur die Nachfrage nach Fahrscheinen für die Jubiläumstour von Leipzig nach Taucha groß. Auch an der Endstelle warteten am Sonnabendvormittag viele Menschen, um die Einfahrt der historischen Straßenbahn gebührend zu feiern. Rund 200 junge und ältere Tauchaer ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen.

90 Jahre nach Eröffnung der Straßenbahnlinie nach Taucha fuhr am 15. Juli 2017 eine historische Bimmel wie damals mit der Nr. 23 nach Taucha, wo an der Endstelle das Jubiläum gefeiert wurde. (Olaf Barth)

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Die Fahrt mit der historischen Bimmel des Leipziger Straßenbahnmuseums begann mit rund 60 Tauchaern und Gästen an der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofes. So wie vor 90 Jahren sollte die Linie 23 nach Taucha fahren. Im Führerstand hatte die gelernte Straßenbahnfahrerin Hilda Gerlach Platz genommen – nach über 40 Jahren wieder einmal. Die Tauchaerin war Ehrengast der Tour und ließ es sich auch mit ihren 101 Jahren nicht nehmen, wenigstens die kleine Wendeschleife am Hauptbahnhof selbst zu fahren. „Das verlernt man doch nicht“, sagte sie lachend und fuhr konzentriert an. Für die Tour um den Leipziger Innenstadtring und dann weiter auf den Gleisen der Linie 3 bis nach Heiterblick übergab sie das „Steuerrad“ dann allerdings in jüngere, aber ebenfalls erfahrene Hände. Ronald Juhrs war auch mal Straßenbahnfahrer, ehe er zum Technik-Geschäftsführer bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) wurde. Unterwegs standen immer wieder Menschen, die die historische Straßenbahn schnell fotografierten und den Passagieren zuwinkten.

In Heiterblick gab es einen weiteren Fahrerwechsel. Tauchas Bürgermeister Tobias Meier wollte höchst selbst den 1925 gebauten Pullmann-Triebwagen und den angehangenen Niederflurwagen von 1927 über die Stadtgrenze nach Taucha rollen lassen. Ihm zur Seite stand Fahrlehrerin Renate Backmann, die ihm die nötigen Handgriffe beibrachte. „Das hat Spaß gemacht, man unterschätzt aber schnell, auf was man alles achten muss während der Fahrt. Und es war ein tolles Gefühl, wie viele Leute uns an der Endstelle in Empfang genommen haben. Die Tauchaer lieben ihre Bimmel“, sagte der 39-Jährige nach dem Stopp in der Wendeschleife „An der Bürgerruhe“.

Dort im kleinen Park vermischten sich die Passagiere mit den Wartenden, um an einem kleinen Sekt-Empfang teilzunehmen. Juhrs betonte, dass es keinerlei Gedanken, Diskussionen oder Pläne gebe, die Straßenbahnlinie nach Taucha einzustellen. „Nicht in einer wachsenden Stadt in der Region Leipzig. Wir werden unsere Aufgabe als Dienstleister hier weiter erfüllen“, versicherte der 57-Jährige. Auf der Herfahrt habe er mit dem Bürgermeister auch über die behindertengerechte Gestaltung der Endstelle gesprochen. „Hier besteht Handlungsbedarf, da sind wir uns einig. Das kommt auf die Agenda, ohne dass ich jetzt aber schon Zeitpläne nennen kann. Aber unser Sinn für das Problem wurde geschärft“, sagte Juhrs und schwärmte vom Empfang in Taucha: „Es zeigt das große Interesse an der Straßenbahn, das macht Freude und wärmt das Herz. Ich bin beeindruckt und danke der Stadt und dem Museumsverein, die das möglich machten.“

Die Linie 3 zwischen Knautkleeberg und Taucha nutzen laut LVB wochentags täglich 44 000 Fahrgäste. „Für Tauchas Entwicklung ist und bleibt die Straßenbahn wichtig“, ist sich Meier sicher.

Von Olaf Barth

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