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Taucha Tauchaer gehen mit „Offenem Brief“ in die Öffentlichkeit
Region Taucha Tauchaer gehen mit „Offenem Brief“ in die Öffentlichkeit
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16:26 29.11.2017
Bleibt hier die Sackgasse oder wird dieses Ende der Klebendorfer Straße zum Gewerbegebiet in der Otto-Schmidt-Straße hin geöffnet? Tauchas Stadträte wollen darüber im Dezember entscheiden. Quelle: Olaf Barth
Taucha

Mit einem „Offenen Brief“ geht jetzt die Bürgerinitative (BI) „Verkehrsführung im Wohngebiet Taucha Süd“ erstmals in die Öffentlichkeit und wendet sich damit an Tauchas Stadträte und die Stadtverwaltung. Die Initiatoren reagieren damit auf einen LVZ-Artikel, in dem angekündigt wurde, dass am 12. Dezember in der Stadtratssitzung eine „politischen Entscheidung“ darüber geplant ist, ob die Klebendorfer Straße für den Durchgangsverkehr zur Otto-Schmidt-Straße freigegeben wird, oder sie weiterhin eine Sackgasse und vom Gewerbegebiet „An der Autobahn“ abgegrenzt bleibt.

Die Ankündigung einer „politischen Entscheidung“, beunruhige die Anwohner, heißt es in dem Brief. Es werde befürchtet, dass sachliche Argumente auf der Strecke bleiben. So könne aber nicht über berechtigte Interessen der Bürger entschieden werden. „Die gemeinsam geführten Gespräche der letzten Monate, die vielen sachlichen Argumente und die Übereinkunft zwischen Stadt sowie Vertretern der Fraktionen und Bürgerinitiativen, keine vorschnellen Einzelmaßnahmen durchzuführen, sondern ein langfristiges Verkehrskonzept zu erarbeiten, waren gute Ergebnisse. Gelten diese jetzt plötzlich nicht mehr? Was bedeutet eine ,politische Entscheidung’?“, fragen sich die Absender des BI-Briefes. Gleichzeitig bezeichnen sie den Schutz der Wohngebiete als den „wichtigsten gemeinsam vertretenen Grundsatz“. Entsprechend sei der Bebauungsplan des Gewerbegebietes mit einer Abgrenzung vom sich dort entwickelnden Verkehr entwickelt worden. „Ist das Wohngebiet jetzt nicht mehr schutzwürdig?“, fragt die BI. Viele Schulwege würden die Klebendorfer Straße kreuzen, der Schulbus sorge zudem für ein hohes Aufkommen an Kindern und Jugendlichen. Deren Sicherheit würden bei einer offenen Klebendorfer Straße durch den erwarteten Ausweichverkehr im Einzugsgebiet der Oberschule und des Kindergartens erheblich gefährdet. Wegen der problematischen Verkehrssituation der B 87 in Taucha würde dann die parallel verlaufende Klebendorfer Straße von Lkw und Pkw als Stauumgehung genutzt, womit auch die Lärm- und Abgasbelastung steige. „Von den möglichen Auswirkungen der ,Verlagerung’ von B 87-Verkehr in die Wohngebiete fühlen sich nicht nur direkte Anwohner, sondern auch Eltern der betroffenen Schule und des Kindergartens sowie erholungsuchende Bürger der anliegenden Kleingartenvereine betroffen“, argumentiert die BI und verweist auf die hohe Teilnehmerzahl an der Unterschriftenaktion gegen die Öffnung der Klebendorfer Straße. Zudem hätte die in einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellte verkehrstechnische Untersuchung ergeben, dass die Öffnung der Klebendorfer Straße für die Verkehrsführung im Wohngebiet keinen Nutzen bringe, sondern dadurch noch zusätzlicher Verkehr in den Gärtnerweg gelenkt werde.

Bürgermeister Tobias Meier bestätigte auf Anfrage die in der Dezember-Sitzung des Stadtrates geplante Abstimmung. Weil die von Fachleuten vorgenommene Verkehrsanalyse keine Vorzugsvariante ergab, müsse jetzt der Stadtrat eine verkehrspolitische Entscheidung herbeiführen. Dabei würde auch die vorliegenden Daten, die stadtübergreifende Verkehrsthematik sowie die Argumente, fachlichen Zuarbeiten, Hinweise und Bedenken aus der Bürgerschaft einbezogen.

Der Brief im Wortlaut:

Offener Brief der Bürgerinitiative „Verkehrsführung im Wohngebiet Taucha Süd“ an die Stadtverwaltung und den Stadtrat der Stadt Taucha, Taucha, 19.11.2017

Veränderung der Straßenführung im Wohngebiet – Öffnung der Klebendorfer Straße für den allgemeinen Verkehr –

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, die Veröffentlichung in der LVZ vom 14.11.2017 „ „Klebendorfer“ kommt in Dezember-Sitzung (Stadtrat entscheidet über mögliche Öffnung)“ veranlasst uns zu dieser Wortmeldung. Speziell das Zitat des Bürgermeisters „….Da es keine Vorzugsvariante gibt, wird es eine politische Entscheidung geben.“ beunruhigt die Bürger der Wohngebiete. Diese Entscheidung soll in der Stadtratssitzung am 14.12.2017 fallen.

Wir haben einvernehmlich auf Presseveröffentlichungen während unseres Dialoges verzichtet. Die gemeinsam geführten Gespräche der letzten Monate, die vielen sachlichen Argumente und die Übereinkunft zwischen Stadt sowie Vertretern der Fraktionen und Bürgerinitiativen, keine vorschnellen Einzelmaßnahmen durchzuführen, sondern ein langfristiges Verkehrskonzept zu erarbeiten, waren gute Ergebnisse.

Gelten diese jetzt plötzlich nicht mehr? Was bedeutet eine „politische Entscheidung“? Ohne sachliche Argumente? Über die berechtigten Interessen der Bürger kann so nicht entschieden werden:

Der wichtigste gemeinsam vertretene Grundsatz ist der Schutz der Wohngebiete. Die problematische Verkehrssituation der B87 in der Ortslage Taucha mit hohem Verkehrsaufkommen (derzeit noch durch Straßenbautätigkeiten verstärkt) und daraus entstehenden Staus in beiden Richtungen führen automatisch zu Versuchen der PKW- und LKW-Fahrer, diese zu umgehen. Das darf nicht noch zu Lasten der angrenzenden Wohngebiete gefördert werden. Eine Öffnung der Klebendorfer Straße in Richtung der Otto-Schmidt-Straße würde in Parallelführung zur B87 ein scheinbares Potential zur Stauumgehung bieten und zweifelsfrei zu Komplikationen führen.

Die bekannten Hauptargumente sind:

Verkehrsführung – Die verkehrstechnische Untersuchung der Firma EIBS, dargelegt zur Bürgerinformationsveranstaltung, zeigt keine Notwendigkeit und keinen Nutzen in der Öffnung der Klebendorfer Straße. Für die Verkehrsführung des im Wohngebiet entstehenden Verkehrs ergibt sich kein Vorteil, sondern kontraproduktiv wird noch zusätzlicher Verkehr in den Gärtnerweg gelenkt. In den Bebauungsplänen zum Gewerbegebiet an der Otto-Schmidt-Straße und deren Ergänzungen ist ohne Veränderung die Festsetzung beibehalten worden, dass das Wohngebiet vom sich dort entwickelnden Verkehr zu trennen ist. Dieser Bebauungsplan wurde zum Schutz des Wohngebietes ausgeführt – Ist es jetzt nicht mehr schutzwürdig?

Sicherheit der Kinder – Im Wohngebiet kreuzen viele Schulwege die Klebendorfer Straße. Die Haltestelle des Schulbussesverstärkt zu den verkehrsstarken Zeiten das hohe Aufkommen an Kindern und Jugendlichen. Durch den hohen morgendlichen und nachmittäglichen Verkehr auf der B87 und dem damit erwarteten Ausweichverkehr im Einzugsgebiet der Schule und des Kindergartens wird die Sicherheit erheblich gefährdet, zzgl. der generell erhöhten Lärm- und Abgasbelastung. Es gibt viele weitere Argumente, welche in den vergangenen Wochen ausführlich dokumentiert und schriftlich an die Vertreter der Stadt und der Fraktionen übergeben wurden. Von den möglichen Auswirkungen der „Verlagerung“ von B87-Verkehr in die Wohngebiete fühlen sich nicht nur direkte Anwohner, sondern auch Eltern der betroffenen Schule und des Kindergartens sowie erholungssuchende Bürger der anliegenden Kleingartenvereine betroffen. Diese kritische Meinung hat sich in einem Bürgerprotest manifestiert und wurde durch Unterschriften dokumentiert. Der Umfang der Unterschriften zeigt die Besorgnis der Bürger weit über die unmittelbare Nähe zur Klebendorfer Straße hinaus. Unser offener Brief ist Ausdruck der Bereitschaft zur Fortsetzung des sachlichen Dialoges für die Interessen der vertretenen Bürger und der strikten Ablehnung einer ausschließlich politischen Entscheidung.

Mit freundlichen Grüßen

Bürgerinitiative „Verkehrsführung im Wohngebiet Taucha Süd“

Von Olaf Barth

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