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Tauchaer und Leipziger Ringer rauften sich zusammen und plaudern darüber

Tauchaer und Leipziger Ringer rauften sich zusammen und plaudern darüber

Als die Ringer des KFC Leipzig und des AC Taucha erkannten, dass sie in ihren Vereinen auf Dauer keine Spitzenleistungen mehr erbringen werden, machten sie das einzig Richtige: Sie bündelten ihre Kräfte, erhielten sich aber dabei ihre Eigenständigkeit als Verein und starten jetzt als „Wettkampfgemeinschaft Leipzig-Taucha“ in die neue Ringer-Saison 2010/2011.  Zur "22. Tauchaer Blauen Stunde" saßen die ehemaligen Kontrahenten nun an einem Tisch und schilderten vor einem sachkundigen Publikum im "Café esprit", wie sie die neue Situation bewerten.

Taucha. Der gastgebende Kunst- und Kulturverein Taucha hatte dazu den Vizepräsidenten des KFC Leipzig, Uwe Neumeister, sowie den Oberliga-Trainer Tino Köllmann und Ringer Marco Scherf vom AC Taucha eingeladen, denen Tobias Meier in der locker moderierten Fragerunde viel Interessantes aus ihrem Ringerleben entlocken konnte.

„Natürlich war es keine Liebe auf den ersten Blick", schilderte das Tauchaer Ringer-Urgestein Tino Köllmann die ersten Kontakte, „Zugänge aus den starken Ringerclubs in Berlin, Frankfurt oder Halle waren zur Verstärkung aber nicht zu erwarten und so war die Fusion mit dem Nachbarverein der einzig richtige Weg, dass wir weiter in den oberen Ligen mitmischen können“.

„Wenn man bedenkt, dass es nach dem Krieg 46 Ringermannschaften in Leipzig gab und heute nur noch drei, hätte es bei der Konstellation in beiden Teams früher oder später in unserer Region wohl bald keine Mannschaft in einer der ältesten Sportarten mehr gegeben“, bekräftigte Uwe Neumeister den eingeschlagenen Weg.

Die Mitglieder eines Fanclubs des AC Taucha um Heinz Knetschke sowie den Ehepaaren Meier, Kirady und Kaufmann sehen erwartungsvoll, aber auch skeptisch den Wettkämpfen entgegen: „Hoffentlich wandern unsere guten Leute dann nicht nach Leipzig ab“, gaben sie zu bedenken. Sie werden aber für die neue Mannschaft in der Mehrzweckhalle trotzdem die Daumen drücken. „Und wenn ein Fanbus fährt, dann sind wir auch bei den Wettkämpfen zwischen Warnemünde und Untergrießbach mit dabei“, betonte Sylvia Meier.

„Der Bus fährt ab 25 Teilnehmern“, warb Tino Köllman für eine starke Fankulisse. „Taucha hatte schon immer mehr Publikum als Leipzig. Es gab hier schon bis zu 750 Zuschauer“, schwärmte Uwe Neumeister und erhofft sich auch jetzt wieder viel Publikumszuspruch. Bei moderaten Eintrittspreisen von fünf Euro, wenn die 2. Bundesliga dabei ist, und drei Euro bei den anderen Wettkämpfen – Kinder bis zwölf Jahre kommen immer kostenlos rein – sollte das möglich sein.

Am 28. August steigt die 2. Mannschaft in der Oberliga in der Mehrzweckhalle Taucha auf die Matte, bevor dann am 12. September die 1. Mannschaft in der 2. Bundesliga Nord gegen den bayerischen Gegner aus Untergrießbach erstmals vor heimischer Kulisse antreten wird.

Da wird auch Marco Scherf vom AC Taucha dabei sein. Das achtzehnjährige Ringertalent hatte in Taucha mit dem Ringen begonnen, obwohl er eigentlich mal Musiker werden wollte. Als er aber in der Musikschule Fröhlich erkannte, dass sein Talent dafür nicht ausreichte, kam er über seinen Vater zum Ringen.

Bei Christian Haase war es genau umgekehrt: Als er merkte, dass er weder als Ringer, Fußballer oder Boxer Talent hatte, kam er zur Musik. Der Leipziger Liedermacher, der auch schon mit Dirk Michaelis musizierte, stand im zweiten Teil der Talkrunde Rede und Antwort und trug zwischendurch im musikalischen Rahmenprogramm mit tiefsinnigen Texten und seiner Gitarre zu einem sehr abwechslungsreichen Abend bei.

Die nächste „Blaue Stunde“ findet am 21. September statt. Gast des Abends wird dann die Sängerin Veronika Fischer sein. Die Veranstaltung ist leider schon ausgebucht.

Reinhard Rädler

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