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Taucha Tauchaerin mit Durchhaltevermögen
Region Taucha Tauchaerin mit Durchhaltevermögen
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15:30 19.05.2015
Sigrid Wagner Quelle: Julia Tonne

Egal, ob es schneit, in Strömen regnet oder die Couch verlockender erscheint: Die Tauchaerin Sigrid Wagner ist mindestens zweimal in der Woche pünktlich in der Turnhalle der Mittelschule. Als Übungsleiterin zeigt sie "ihren Frauen" Aerobic-Schritte und bringt sie dabei ganz schön ins Schwitzen. Für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement als Übungsleiterin und zudem als Präsidentin der TSG 1861 Taucha ist sie kürzlich von Tauchas Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) ausgezeichnet worden.

Als 1970 eine Trainerin für die Turnkinder gesucht wurde, zögerte sie nicht lange. Zwar turnte Wagner nicht selbst, kam aber über ihren Mann zu der Sportart. "Und wenn man erst einmal dabei ist, bleibt man", begründet sie ihr Durchhaltevermögen, das bis heute anhält. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, "dahinter zu stehen". Doch wer das eine will, muss das andere mögen: Bevor Wagner Hilfestellungen an Stufenbarren und Schwebebalken geben durfte, musste sie ihre Übungsleiterlizenz machen, die Grundlagen und das theoretische Wissen eignete sie sich selbst an.

Seit mittlerweile 14 Jahren ist Wagner Aerobic-Trainerin für erwachsene Sportbegeisterte - "Hupfdole", wie sie es nennt. Beim Kinderturnen hilft sie nur noch aus, wenn Not am Mann ist. Zudem hat sie 2001 den Posten der Vereinspräsidentin angenommen. "Ich wurde gefragt, und ich habe zugesagt", erklärt sie. Für Wagner steht es außer Frage, dass sie für ihren Verein da ist, "denn ohne Ehrenamtliche geht es gar nicht". Alle Übungsleiter kümmerten sich in ihrer Freizeit um die Sportler, "sie halten den Betrieb am Laufen".

Doch wie bei vielen anderen Vereinen sind Übungsleiter für den Nachwuchs rar. Jahrelang bilden Vereinsmitglieder Kinder und Jugendliche aus, "doch wenn diese dann selbst Training geben könnten, ziehen sie wegen des Berufs oder wegen des Studiums weg", sagt Wagner. Die begeisterte Sportlerin wünscht sich, dass mehr Anreize für Ehrenamtliche geschaffen werden. Mit der in vielen Kommunen schon üblichen Ehrenamtskarte sei die Verlockung jedoch zu gering, vermutet sie. Vielmehr könnte es finanzielle Aufwandsentschädigungen geben.

Auch beruflich konnte die zweifache Großmutter vom Sport nicht lassen. Als Erzieherin im Hort der Grundschule Am Park fädelte sie eine Kooperation mit der TSG ein. Mit Erfolg: Die Einrichtung wurde vor einigen Jahren als Bewegungs-Hort zertifiziert, regelmäßig steht bei den Hortkindern Sport auf dem nachmittäglichen Programm. Wenn Wagner auch dieses Jahr in den Vorruhestand gegangen ist, so ist von Ruhe bei ihr nicht viel zu merken. Denn neben dem Sport ist sie viel mit ihren beiden Enkeln unterwegs, verreist mit ihnen und betreut sie im Krankheitsfall. Nebenbei kümmert sie sich um ihren Garten, organisiert die jährlichen Hortferienlager und das Herbstfest der Bürger und Vereine. Die größte Freude für alle ihre Bemühungen sind dann ein herzliches "Danke" und kleine Aufmerksamkeiten von "meinen Frauen".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.10.2013
Julia Tonne

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