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Tauchas CDU ist zerstritten

Fraktion und Ortsverband liegen über Kreuz Tauchas CDU ist zerstritten

Mindestens ein Parteiaustritt sowie zwei miteinander zerstrittene Lager sind das Ergebnis der jüngsten Vorstandswahl im Tauchaer CDU-Ortsverband. Und natürlich ein neuer Vorstand, bei dessen Wahl sich die Gemüter erhitzten. Detlef Porzig spricht von „intensiver Diskussion“ vor der Neuwahl. Der 71-Jährige ist jetzt Stellvertreter des neuen Vorsitzenden Klaus-Dieter Münch (79).

Taucha. Mindestens ein Parteiaustritt sowie zwei miteinander zerstrittene Lager sind das Ergebnis der jüngsten Vorstandswahl im Tauchaer CDU-Ortsverband. Und natürlich ein neuer Vorstand, bei dessen Wahl sich die Gemüter erhitzten. Detlef Porzig spricht von „intensiver Diskussion“ vor der Neuwahl. Der 71-Jährige ist jetzt Stellvertreter des neuen Vorsitzenden Klaus-Dieter Münch, der im Januar seinen 80. Geburtstag feiert. Beide sind auch Teil der neunköpfigen CDU-Stadtratsfraktion, deren große Mehrheit das aber alles ganz anders geplant hatte.

Der Reihe nach. Im Oktober hatte Tauchas CDU-Vorsitzender Jens Bruske – Kreisrat, Stadtrat und 1. stellvertretender Bürgermeister – seinen Parteifreunden mitgeteilt, dass er für den Posten des CDU-Chefs aufgrund beruflicher Belastungen nicht mehr zur Verfügung steht. Als Vorstand des DRK Kreisverbandes Leipzig-Land sei er wegen der Flüchtlingsbetreuung zu sehr eingespannt. Das wurde akzeptiert. „Wir hatten uns dann auf Stadtrat René Werner als neuen Vorsitzenden für Tauchas CDU verständigt“, bestätigte Bruske. „Wir bedauern sehr, dass daraus nichts geworden ist. Er ist gut vernetzt, inhaltlich fit und sehr engagiert. Mit ihm hätten wir versucht, eine Junge Union in Taucha aufzubauen“, erklärte der 48-Jährige weiter.

Als dann aber am Tag der Wahl, am 10. Dezember, aus den Reihen des Ortsverbandes auch Münch vorgeschlagen wurde und er sich zur Wahl stellte, zog Werner seine Kandidatur zurück. „Ich wollte nicht gegen Klaus-Dieter Münch antreten, zwischen uns gibt es unüberbrückbare Differenzen“, begründete der 48-Jährige seinen Rückzug. Inzwischen gab er zum 1. Januar seinen Austritt aus der CDU bekannt, mindestens drei andere würden diesen Schritt auch gehen wollen, so Werner. „Wir gewinnen so doch gar keine jungen Leute mehr. In drei Jahren ist Stadtratswahl, Münch führt dann als 83-Jähriger den Wahlkampf“, zweifelt Werner am Sinn der Wahl. Fast alle aktiven Mitglieder würden das auch so sehen. Vor allem jene nicht so aktiven Parteifreunde im Ortsverband, die nur ein- bis zweimal im Jahr zu den Versammlungen kommen, hätten für Münch gestimmt. „Aber kein Vorwurf an sie, das ist nun mal so“, sagte Werner. Er werde nun als Parteiloser weiter im Stadtrat mitarbeiten. „Ich gehe in keine andere Partei. Wenn Münch weg ist, und die CDU es will, bin ich wieder dabei“, erklärte der Unternehmer und Chef des Tauchaer Bowling-Dschungels, wo auch die Wahl stattgefunden hatte.

Augenzeugen berichteten, dass selbst ruhigen Zeitgenossen bei Münchs Kandidatur der Kragen geplatzt sei. So konkret wollte sich CDU-Fraktionschefin Claudia Henn gegenüber der LVZ nicht äußern, sprach lediglich von großem Unverständnis. „Mir wäre lieber gewesen, auch mit dem Blick auf die nächste Wahl, wenn Jüngere den Ortsverband übernommen hätten. Ich finde nur noch traurig, wie das gelaufen ist“, sagte die 42-Jährige. Die Münch-Anhänger hätten sich im Vorstand dann eine ganz neue Truppe zusammenbauen müssen.

Wie sie ist auch Bruske nicht begeistert vom Wahlausgang. „Aber so ist Demokratie, es gab die eine Stimme Mehrheit für Klaus-Dieter Münch, damit ist das knappe Ergebnis zu respektieren“, sagte der nun Ex-Vorsitzende. Von den 25 Mitgliedern des Tauchaer CDU-Ortsverbandes hätten 17 an der Wahl teilgenommen, neun für Münch gestimmt.

Der 79-Jährige sieht die Diskussion um seine Person und die Wahl eher entspannt: „Mit Frank Apitz, Alexander Schöne und Markus Tschiedel haben wir doch nicht nur uns zwei Alten, sondern auch Jüngere im Vorstand. Und für das Amt des Vorsitzenden war ich dann ja schließlich der einzige Kandidat. Angetreten bin ich, weil mich einige gefragt hatten, ob ich es mache.“ Zu dem dadurch entstandenen, offensichtlichen Riss in Tauchas CDU meinte Münch: „Ich sehe die CDU als Familie. Und in jeder Familie gibt es eben auch mal Konflikte, die man ausdiskutieren muss.“

Das aber wird wohl so schnell nicht passieren. Während die Stadtratsfraktion ihre Beratungen weiter im Bowling-Dschungel durchführen will, trifft sich der Ortsverband künftig im Ratskeller – zeitgleich am 7. Januar. „Das hat nichts mit René Werner zu tun, es ist wegen des Ambientes“, sagte Münch, der auch Vorsitzender von Nordsachsens Senioren-Union ist. Und am 31. Januar soll es nun doch wieder einen CDU-Neujahrsempfang geben. Darauf wollte der alte Vorstand bewusst verzichten. Denn Tauchas neuer Bürgermeister richtet 2016 erstmals einen offiziellen Neujahrsempfang der Parthestadt aus.

Von Olaf Barth

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