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Taucha Tauchas Feuerwehr kritisiert Einsätze für reine Tragehilfen
Region Taucha Tauchas Feuerwehr kritisiert Einsätze für reine Tragehilfen
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17:01 28.03.2018
Fachbereichsleiter Jens Rühling und Bürgermeister Tobias Meier wollen auch künftig der Freiwilligen Feuerwehr zur Seite stehen. Das freut auch die Wehrleitung mit den Jugendwehrleiterinnen Xandra Winkler (links/Taucha) und Jenny Kolbig (Merkwitz) sowie Stadtwehrleiter Cliff Winkler, Michael Denzer und Jörg Schmidt (von links). Quelle: Foto: privat
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Taucha

Zur Jahreshauptversammlung einer Freiwilligen Feuerwehr wird immer auch Bilanz gezogen über die Einsätze des zurückliegenden Jahres, so unlängst auch in Taucha. Doch Wehrleiter Cliff Winkler beließ es nicht bei der Präsentation der reinen Zahlen. Er kritisierte Entscheidungen der Leipziger Leitstelle und sprach gar von „Notrufmissbrauch“.

Insgesamt wurde die Tauchaer Wehr im vorigen Jahr 121 Mal alarmiert, darunter 15 Mal auch die Kameraden der Ortswehr Merkwitz. Acht Mal handelte es sich um blinden Alarm, sieben Mal hatten Brandmeldeanlagen ausgelöst, und ein Brand war vor Ankunft der Wehr gelöscht worden. Bei zwölf Kleinbränden und einem Mittelbrand mussten die Frauen und Männer der Wehr ran. Weiterhin gab es 92 Hilfeleistungen, die sich auf Einsätze bei 13 Verkehrsunfällen, 25 Sturmschäden, 13 Türöffnungen sowie elf Tragehilfen verteilen. Zum letzten Punkt schlug Winkler kritische Töne an.

„Das ist Notrufmissbrauch“

„Wenn tatsächlich Rettungskräfte bei einem medizinischen Notfall unsere Hilfe beim Transport einer Person benötigen, ist das natürlich kein Problem“, sagte Winkler. Wenn aber die Leitstelle per Pager 20 Feuerwehrleute alarmiere, die dann ins Gerätehaus eilen, obwohl lediglich eine Person bei einem geplanten und lange absehbaren Krankentransport mit in die Wohnung getragen werden soll, dann sei das Notrufmissbrauch. „Hier muss gegengesteuert und müssen die Mitarbeiter in der Leitstelle entsprechend geschult werden“, forderte Winkler. Das Thema sei bereits auch bei der Leitstelle selbst, im Landkreis Nordsachsen sowie in anderen Gesprächsrunden bis hin zum Landesfeuerwehrverband angesprochen worden. Für die personelle Absicherung von Krankentransporten sei eine Freiwillige Feuerwehr nicht zuständig.

Die Kameradinnen und Kameraden der 41-köpfigen Einsatzabteilung seien ohnehin bereits mit zahlreichen Diensten, Einsätzen, Ausbildungen und Aufgaben unter anderem bei den Brandverhütungsschauen sehr beansprucht, und das an jedem Wochentag. So fielen 17 der Einsätze voriges Jahr auf einen Sonnabend und sogar 28 auf einen Sonntag. Auch Ausbildungen finden oft an Wochenenden statt. Hinzu kommen verschiedene Anforderungen für Veranstaltungen oder Auftritte im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit der Wehr.

Hier erwähnte Winkler vor allem das gelungene Jubiläumsfest der Jugendwehr auf dem Markt sowie die Feier zum 20. Geburtstag des Gerätehauses. Der 41-Jährige dankte allen Mitgliedern der Wehr sowie deren Familien, Freunden, Partnern und Arbeitgebern für die Unterstützung. Ebenso würdigte er die Entscheidungen des Landkreises und die der Tauchaer Stadträte, wodurch die Ausgaben für eine moderne Ausrüstung der Wehr stets abgesichert werden.

Stadt plant Geld für Feuerwehr ein

Dass die Stadt auch künftig zu ihrer Freiwilligen Feuerwehr stehe, versicherte in seinem Grußwort Bürgermeister Tobias Meier (FDP). So stehen in diesem Jahr für die Belange der Wehr 102 000 Euro im Haushalt zur Verfügung. Zudem stellt die Stadt 362 000 Euro Eigenmittel für ein neues Löschfahrzeug zur Verfügung. Außerdem sei eine im Brandschutzbedarfsplan festgelegte zweite Stelle im Gerätehaus geschaffen worden.

Meier hob die Zuverlässigkeit der Tauchaer und Merkwitzer Kameradinnen und Kameraden hervor: „Die Freiwillige Feuerwehr unsere Stadt genießt ein hohes Ansehen. Die Tauchaer wissen, auf die Feuerwehr ist Verlass.“ Auch Meier dankte allen Mitgliedern der Wehr sowie deren Angehörigen, die mit Kompromissbereitschaft Einschnitte im Familienleben oder in der Freizeitgestaltung hinnehmen.

Meier hatte zudem eine Neuigkeit im Gepäck, die bisher offiziell lediglich mit der Wehrleitung und dem Feuerwehrausschuss besprochen worden war: „Es ist beabsichtigt, mit der Gemeinde Jesewitz ein ortsfeste Landfunkleitstelle in der Tauchaer Wache einzurichten.“ Um dieser neuen Aufgabe gerecht werden zu können, überprüfe die Stadt derzeit, inwieweit die Räume der Tauchaer Feuerwache baulich und technisch erweitert werden können. Dem wachsenden Platzbedarf könnte mit einem Anbau oder einer Aufstockung des Gebäudes entsprochen werden.

Von Olaf Barth

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