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Taucha Tauchas Hydranten werden digital erfasst
Region Taucha Tauchas Hydranten werden digital erfasst
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11:18 25.04.2016
Tauchas Wehrleiter Cliff Winkler (Zweiter von rechts) ruft im Beisein der Experten der Leipziger Wasserwerke Rolf-Dieter Schröter, Uwe Boeck und Frank Lehmann (von links) mit dem Tablet die Daten für diesen Hydranten ab. Quelle: Olaf Barth
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Taucha

Wenn es irgendwo brennt, dann braucht die Feuerwehr Wasser zum Löschen. Und das kommt nicht nur aus den Tanks der Einsatzfahrzeuge, sondern auch aus dem öffentlichen Trinkwassernetz. Dazu allerdings müssen die Kameraden erstens an jedem Einsatzort wissen, wo sich die nächsten Hydranten befinden. Und zweitens muss an diesen Hydranten auch eine ausreichende Wasserleistung anliegen. Am besten, man weiß das schon, bevor der Hydrant „angezapft“ wird.

Für die Tauchaer Wehr ist das jetzt alles kein Problem mehr, dank eines Pilotprojektes der Leipziger Wasserwerke (LW). Denn die haben die Daten zu nahezu allen 691 Hydranten in Taucha zusammengetragen und den Kameraden zur Verfügung gestellt. Das hat die Parthe-stadt exklusiv, denn sie fungiert als Pilotprojekt.

Einsatzort via Google Earth finden

Bereits im Dezember 2012 war der damalige Tauchaer Ordnungsamtsleiter Albrecht Walther an die Kommunalen Wasserwerke herangetreten mit der Bitte, Daten zum Feuerlöschvermögen der einzelnen Hydranten zu erhalten. Im Jahr 2013 wurde daran gearbeitet und die Datenbasis erstellt, die bis zum vorigen Jahr bereits zweimal überprüft und aktualisiert wurde. Auch eine Vereinbarung mit der Stadt über den „Datenaustausch Hydranten“ wurde unterzeichnet.

„Angenommen, wir werden zu einem Einsatz gerufen, dann kann ich mir sofort die betreffende Straße mit der Google Earth-Karte aufs Laptop holen und mir dort mit der Datei der Wasserwerke alle Hydranten anzeigen lassen“, schwärmt Tauchas Wehrleiter Cliff Winkler.

Die Hydranten werden zentimetergenau am richtigen Fleck und als unterschiedliche Farbpunkte dargestellt – von Rot als Kennzeichnung für eine sehr geringe Durchflussmenge über Gelb bis hin zu Grün als Zeichen reichlich vorhandenen Wassers, das heißt einem hohen „Wasserentnahmevermögen“. Winkler: „Das ist für die Einsatzleiter eine große Hilfe bei der Kalkulation, wenn sie von vornherein wissen, wie viel oder wenig Löschwasser vor Ort vorhanden ist.“ Bisherige Erfahrungen bei den Einsätzen hätten den großen Nutzen dieser Daten gezeigt.

Klickt Winkler auf den jeweiligen Punkt, kommen weitere wichtige Hydrantendaten, zum Beispiel ob Vorschieber vorhanden sind, die erst noch geöffnet werden müssen. Aber auch Daten zu der dazugehörigen Rohrleitung sind abrufbar. Die sind zwar nicht unbedingt für den Löscheinsatz notwendig, wohl aber für die Wasserwerke selbst aussagekräftig. „Wir können sofort sehen, auf was für einer Leitung der Hydrant steht, aus welchem Material sie ist, welchen Durchmesser sie hat, wann sie verlegt wurde und anderes mehr“, erklärte Uwe Boeck, Sachbearbeiter bei den LW.

Pilotprojekt ist umstritten

Mit dieser einmal geschaffenen Datengrundlage können die Wasserwerke selbst natürlich auch arbeiten, um ihr Netz auf Vordermann zu bringen oder in Schuss zu halten. Rolf-Dieter Schröter, Teamleiter im LW-Netzmanagement, will die Datenlage mittels einer großen Druckmessung möglichst in diesem Jahr erweitern und aktualisieren. „Vielleicht kombinieren wir das mit einer Spülung des Netzes so wie zuletzt in Schkeuditz. Dann gewinnen wir weitere Daten wie zum Beispiel über Ablagerungen und ermitteln so Schwachstellen. Das ist zwar aufwendig, trägt aber zur Qualitätssicherung bei“, sagte Schröter. Tauchas Trinkwassernetzlänge beträgt 182 Kilometer.

Das Tauchaer Hydranten-Pilotprojekt sei zu Jahresbeginn Bürgermeistern anderer zum ZV WALL gehörenden Kommunen vorgestellt worden. „Die Reaktionen reichten von Euphorie bis zur Ablehnung. Wir können nur ein Angebot machen, die Kommunen sind nicht verpflichtet es anzunehmen“, sagte Frank Lehmann, der bei den LW den Fachbereich Rohrnetz leitet. Es gebe ja außerdem noch vom Freistaat eine Feuerwehr-App, die ebenfalls den Wehren mit Daten helfen soll.

Zusammenarbeit mit App-Entwicklern der TU Freiberg

Dazu sagte der Wehrleiter: „Die ist auch nicht schlecht, sie enthält viele nützliche Informationen. Aber was die Hydranten betrifft, müssten wir die Daten erst selbst ermitteln und eintragen. In kleineren Orten mit fünf Hydranten ist das sicher möglich, in größeren Städten eher schwierig.“ Die Wasserwerke-Vertreter wollen nun den App-Entwicklern der TU Freiberg vorschlagen, die Daten der Wasserwerke in die Feuerwehr-App mit zu integrieren.

Früher, berichtet Winkler, habe man beim Eintreffen am Einsatzort mitunter erst einmal eine Gruppe losschicken müssen, um die Hydranten zu finden. Diesen Personaleinsatz und die Zeit dafür wird gespart: „Was uns hier die Wasserwerke geben, ist ein gutes Arbeitsmittel. Ich kann es nur jedem weiter empfehlen.“

Von Olaf Barth

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