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Tauchas Kämmerer nach Finanzskandal entlassen

Millionenschaden Tauchas Kämmerer nach Finanzskandal entlassen

Er soll eine größere Geldsumme bei einer hochbelasteten und letztendlich in Insolvenz geratenen Bank angelegt und dies in den Haushalts-Dokumenten vertuscht haben. Tauchas Thomas Sauer und seine Stellvertreterin Petra Kostka sind nach dem im August bekannt gewordenen Finanzskandel entlassen worden. Der Schaden liegt bei über zwei Millionen Euro.

Im Tauchaer Rathaus soll es bald eine neue Führungsspitze im Finanzressort geben.
 

Quelle: Olaf Barth

Taucha.  „Wie steht es um die Finanzen unserer Stadt?“ – Mit dieser Frage beschäftigten sich am Mittwochabend die Mitglieder des Tauchaer SPD-Ortsvereins. Anlass für diesen Tagesordnungspunkt in ihrer Mitgliederversammlung waren die am 8. August bekannt gewordenen hochriskanten Finanzgeschäfte des Kämmerers der Stadt Taucha und seiner Stellvertreterin, bei denen der Stadt ein Schaden in Höhe von 2 085 000 Euro entstanden ist. Gäste aus der Bürgerschaft waren zu der Veranstaltung nicht gekommen, obwohl das Thema öffentlich angekündigt worden war.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Tauchaer Stadtrat und Mitglied im Finanzausschuss, Christof Heinzerling, gab den Mitgliedern einen Überblick über die gegenwärtige Sachlage. Zunächst erläuterte er, dass die Stadt und der Stadtrat über viele Wahlperioden hinweg mit über 6,5 Millionen Euro verfügbarer Geldmittel für eine solide Finanzlage gesorgt haben. Wie üblich, seien die liquiden Gelder konservativ bei Banken angelegt worden. Aus den Unterlagen sei ersichtlich gewesen, so Heinzerling, dass es sich dabei um sechs der auch im privaten Geldverkehr allgemein bekannten Banken handelt. Dass darüber hinaus in Erwartung hoher Zinsen noch eine große Summe bei einer hochbelasteten und letztendlich in Insolvenz geratenen Bank angelegt worden ist, sei durch Austauschblätter in den Haushalts-Dokumenten offensichtlich vertuscht worden.

Begünstigt durch die Umstellung der kommunalen Haushaltsführung von der Kameralistik in die Doppik habe es 2012 die letzte Wirtschaftsprüfung des städtischen Haushaltes insgesamt gegeben, ein Umstand, der den ehemaligen Mitarbeitern des städtischen Finanzressorts offensichtlich in die Karten gespielt hat, vermutet Heinzerling. Obwohl der drohende Verlust dem Kämmerer schon im Oktober 2015 bekannt geworden sei, habe er erst im August 2016 den Bürgermeister informiert. „Das ist durch nichts zu entschuldigen. Da war der aktuelle Haushalt längst erarbeitet und beschlossen. Der Stadt ist sowohl ein materieller Verlust, aber auch ein Imageschaden entstanden“, bilanzierte der Sozialdemokrat. Die offensive Information der Stadt über die Situation an die Presse und deren objektive Berichterstattung habe aber offensichtlich zu einer sachlichen Beurteilung durch die Bevölkerung geführt, wobei kritische Bemerkungen durchaus verständlich seien.

Dem Kämmerer Thomas Sauer und seiner Stellvertreterin Petra Kostka wurde laut Heinzerling zwei Wochen nach Bekanntwerden des Vorfalles unter Beteiligung des Personalrates gekündigt. Beide hätten dagegen geklagt, sodass der Ausgang bis zu einer gerichtlichen Entscheidung noch offen ist. Es sei aber dringend erforderlich, dass die beiden Stellen bald wieder besetzt werden.

In der Diskussion zeigten sich die SPD-Mitglieder verwundert, dass solche Finanzgeschäfte überhaupt möglich waren. Auf die Frage, wie sich der Verlust der mehr als zwei Millionen Euro für die Zukunft der Stadt auswirkt, antwortete SPD-Stadtrat Thomas Kreyßig: „Die Stadt kann ihren Verpflichtungen in den nächsten Jahren weiterhin gerecht werden. Wir sind finanziell immer noch gut aufgestellt. Und wenn 2020 der Kredit für die Mehrzweckhalle abgezahlt ist, werden auch wieder Mittel frei.“

Problematisch könne es allerdings werden, wenn außerplanmäßig höhere Investitionen erforderlich würden. Dann käme die Stadt sicher um eine Kreditaufnahme nicht herum oder sie müsste sich von einigen freiwilligen Aufgaben im öffentlichen Raum trennen, so Kreyßig.

Von Reinhard Rädler

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