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Tauchas Schloss soll kulturelles Zentrum werden

Fördergelder lassen Visionen entstehen Tauchas Schloss soll kulturelles Zentrum werden

Bei der Abstimmung über mögliche, vom Land Sachsen geförderte Investitionen in Taucha, ging es auch um das altehrwürdige Areal auf dem Schlossberg. Es steht nach der Gymnasium-Erweiterung (die LVZ berichtete) als zweiter Schwerpunkt auf jener Investitionswunschliste, die von der Parthestadt beim Landratsamt Nordsachsen eingereicht werden soll.

An Tauchas Rittergutsschloss hat sich dank des Fördervereins schon viel getan, doch es soll noch mehr zu einem Anlaufpunkt für Tauchaer und Touristen werden.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Bei der Abstimmung über mögliche, vom Land Sachsen geförderte Investitionen in Taucha, ging es auch um das altehrwürdige Areal auf dem Schlossberg. Es steht nach der Gymnasium-Erweiterung (die LVZ berichtete) als zweiter Schwerpunkt auf jener Investitionswunschliste, die von der Parthestadt beim Landratsamt Nordsachsen eingereicht werden soll.

Möglich wird dies, weil der Freistaat mit seinem Gesetz zur Stärkung kommunaler Investitionskraft den Städten und Gemeinden entsprechend ihrer Einwohnerzahl Fördermittel ausreicht. Taucha erhält demnach rund 1,5 Millionen Euro für jene beantragten Projekte, die zunächst im Landkreis und dann von Behörden des Freistaates noch bestätigt werden müssen. „Wir sind angehalten worden, die Summe zu überzeichnen, damit es Folgeprojekte gibt, falls aus dem einen oder anderen Vorhaben nichts wird und Mittel frei werden“, erklärte unlängst Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Auch wenn hinter all den Plänen noch der Finanzierungsvorbehalt steht, auch was die notwendigen Eigenmittel der Kommune angeht, erlaubt das vom Freistaat geschnürte Fördermittelpaket einigen Visionen nachzugehen. Die gibt es offenbar auch für das Rittergutsschloss der Parthestadt, dessen Areal von Heimatforschern auch gern als „Wiege Tauchas“ bezeichnet wird.

In Zusammenarbeit von Verwaltung, Stadträten und Mitgliedern des Schlossvereins seien einige Ideen für die künftige Gestaltung und Nutzung der Gebäude und Räume entstanden. Sogar eine Machbarkeitsstudie wurde bereits in Auftrag gegeben. Wie schon beim Gymnasium soll auch hier im weitesten Sinne das Geld der Bildungslandschaft zugute kommen. Konkret bedeutet dies, dass hier eines Tages Museum und Bibliothek einziehen könnten. So könnten die kreisförmig um den Innenhof angeordneten Häuser 5, 6 und 7 nach einigen Umbaumaßnahmen als Museum fungieren. In den Dachgeschossen der Häuser 2, 3 und 4 gebe es Platz und trockene Bedingungen für das Exponate-Depot. Diskutiert wurde auch über eine mögliche Unterbringung des historischen Fundus der Freiwilligen Feuerwehr, um den sich die Ehrenabteilung kümmert.

Im Haus 9 könnte das Domizil für die Stadtbibliothek inklusive einer Stadtinformation und eines Souvenirshops eingerichtet werden. „Wir diskutieren ebenso Varianten, was mit dem Herrenhaus passieren könnte. Hier wäre auch ein Verkauf an einen Café- oder Pensionsbetreiber denkbar“, deutete Meier an. Und im Haus 10 könnte ein Bürgerhaus entstehen, in das auch das Bürgerbüro, das Einwohnermeldeamt und eventuell das Standesamt einziehen könnten. „Dafür müssten wir einen barrierefreien Zugang realisieren, der vielleicht als Serpentine durch den Weinberg führt“, sagte Meier. Am 18. Mai will er das alles auch noch einmal auf der Jahreshauptversammlung des Schlossvereins vorstellen.

Ob das alles tatsächlich so realisier- und vor allem finanzierbar ist, steht noch nicht fest. „Aber wir haben Ideen und wollen noch vor dem Jahr 2020 das Areal einer täglichen Nutzung zuführen, es zu einem kulturell-geistigen Zentrum der Stadt mit einiger Strahlkraft machen“, erklärte Meier. Im Jahr 2020 feiert die Stadt 800 Jahre Schloss Taucha und 850 Jahre Ersterwähnung.

Von Olaf Barth

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