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Tauchas Skater-Anlage zieht um zu den Mimo-Trails

TSG-Radsportler und Jugendparlament lösen Platz-Problem Tauchas Skater-Anlage zieht um zu den Mimo-Trails

Die Anlage für Skateboard- und Inlinefahrer in Tauchas Kriekauer Straßesteht bei Anwohnern immer wieder in der Kritik. Denn nicht Sportler, sondern oft auch junge Erwachsene treffen sich dort um zu trinken, kiffen, dealen und laute Musik zu hören. Jetzt soll die Anlage auf das Gelände der Mimo-Trails umgesetzt werden.

Niels Gehrke (links) und Tomasz Borawski auf der Skater-Anlage neben dem Fußballplatz der SG Taucha 99. Beide Sportler von den Mimo-Trails wollen mit ihren Mitstreitern den Umzug der Betonelemente so schnell wie möglich voranbringen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Die Tauchaer Skater-Anlage neben dem Sport- und Freizeitzentrum (SFZ) in der Kriekauer Straße ist schon seit Jahren nicht unumstritten. Immer wieder beschweren sich Anwohner über Lärm bis in die Nachtstunden und das Zerschmeißen von Glasflaschen. Mehr junge Erwachsene als jugendliche Skater treffen sich hier, teils sollen dabei auch Drogen verkauft und konsumiert werden. Schon vor Jahren durchgeführte Aussprachen zwischen Polizei, Stadtverwaltung und Jugendlichen änderten langfristig nichts. Auch deshalb soll die Anlage nun umgesetzt werden.

Niels Gehrke war damals dabei, als die Polizei auf die Skater-Anlage kam. „Ich war 15 oder 16, wurde auch festgenommen, weil wir hier noch nach 22 Uhr mit dem Rad rumgeturnt sind“, gibt der heute 22-Jährige zu. Einige Sozialstunden hatte er danach abzuleisten. Die Vermüllung der Anlage und das Zerdeppern von Glas hätten ihm damals schon nicht gefallen, schließlich seien die Scherben nicht gut für die Räder und Boards. Bis zu 50 Leute seien im Sommer auf der Anlage gewesen, viele davon auch aus Paunsdorf und Umgebung kommend.

Inzwischen treffe sich auf dem durch Hecken schwer einsehbaren Platz eine andere Generation und verursache dieselben Probleme. „Doch jetzt beschweren sich nicht nur Anwohner, sondern auch wir als Sportler, weil unsere Vereinsmitglieder hier zwischen dem Müll, Glas und den jungen Erwachsenen nicht fahren können oder wollen. Abends sind wir gar nicht mehr hier“, erklärt Gehrke. Als einer der Initiatoren der Mimo-Trails-Radsportgruppe haben die BMX- und Mountainbike-Artisten sich inzwischen mit Hilfe der Stadt eine eigene, wettkampftaugliche Anlage am Gerichtsweg errichtet (die LVZ berichtete). Auf dieses Areal an der Kleingartenanlage „Einigkeit“ wird die Skater-Anlage versetzt .

„Bei uns wird die Anlage dann richtig genutzt und auch mit weiteren Elementen erweitert. Sie ist für Skateboards und Inliner gedacht, nicht für Fahrräder“, sagte Tomasz Borawski. Der 24-Jährige ist semi-professioneller Skater und will dann seine Tricks an jüngere Sportler weitergeben und Kurse anbieten. „Außerdem haben wir bei uns den Überblick, die Anlage steht gesichert auf einem abschließbaren Gelände. Zugänglich ist sie dann natürlich nur, wenn von uns jemand da ist, aber das ist an Wochenenden und in der wärmeren Jahreszeit auch in der Woche meistens der Fall“, so Borawski.

Die inzwischen unter dem Dach der TSG 1861 übenden Radsportler waren vor einem Jahr durch ein Schreiben des Tauchaer Jugendparlamentes (Jupa) auf die Suche nach einer Problemlösung aufmerksam geworden. Als Insider und Sachverständige wurden sie gebeten, ihre Meinung und Ideen einzubringen. Gemeinsam mit Jupa-Sprecher Tom Richter schlugen Gehrke und Borawski der Stadt schließlich den Umzug der Anlage vor und stießen dabei auf offene Ohren. Denn dann würde für die geplante Erweiterung und Umgestaltung des SFZ mehr Platz zur Verfügung stehen. Auch die SG Taucha 99 ist in die Pläne involviert.

„Im Kultur- und Sozialausschuss gibt es dazu einhellig eine positive Meinung. Wir haben alle das Interesse, die Anlage zu erhalten“, sagte Bürgermeister Tobias Meier (FDP) gegenüber der LVZ. Beim Umzug im Sommer wollen die Jugendlichen mit anpacken, technische Hilfe gebe es auch vom städtischen Bauhof. Dennoch müssen um die 20 000 Euro aufgebracht werden. Die Radsportler und Skater hoffen nun noch auf Sponsoren. Unter anderem muss eine 600 Quadratmeter große Fläche als Untergrund asphaltiert werden. Beim Aufbau der Anlage haben laut Gehrke Experten des Markranstädter Wellenreiter-Vereins sowie des Leipziger Skate- und Jugendzentrums Heizhaus Hilfe angeboten.

Auf seinem Handy zeigt Gehrke lächelnd ein Modell, wie die fertige Anlage aussehen könnte – bereits mit einer zusätzlichen Rampe: „Auf dem Bild sieht es schon ganz gut aus, wenn es nur schon soweit wäre.“

Von Olaf Barth

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