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Tauchas Tagesmütter erhalten nun mehr Unterstützung

Stadt korrigiert Umgang mit Betreuerinnen Tauchas Tagesmütter erhalten nun mehr Unterstützung

Für die sechs Tauchaer Tagesmütterverbessern sich die Bedingungen für ihre Arbeit. Sie erhalten jetzt höhere Zuwendungen von der Stadt. Außerdem soll es künftig bei der Abrechnung für Versicherungsleistungen und von Neuanschaffungen weniger Bürokratie geben.

Jana Fiedler aus Pönitz ist eine von derzeit sechs Tagesmüttern in Taucha. Mit den nun erreichten Verbesserungen für sie und ihre Kolleginnen ist sie sehr zufrieden.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Die sechs Tagesmütter in Taucha erhalten jetzt höhere Zuwendungen von der Stadt. Eine neue Rahmenvereinbarung verringert laut Verwaltung zudem die Bürokratie und unterstützt Versicherungsleistungen. Jede Tagesmutter betreut maximal fünf Kinder im Alter von ein bis drei Jahren.

Nach einer Umfrage im Landkreis Nordsachsen unter Tagesmüttern zu ihren Forderungen und Bedürfnissen stellte die Stadtverwaltung fest, dass es in Taucha Nachholbedarf gibt. Das hätten auch Gespräche mit Vertretern anderer Städte ergeben. Darüber informierte unlängst Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Nach ersten Beratungen in den Ausschüssen im Dezember habe der Verwaltungsausschuss im neuen Jahr beschlossen, rückwirkend ab 1. Januar die Leistungsgelder zu erhöhen. Zuvor kamen bei einem Gespräch mit allen Tagesmüttern im Rathaus auch Themen wie Urlaub, Krankheit und Weiterbildung zur Sprache. „Im Bedarfsplan gehen wir zudem von sieben Betreuern aus, es ist also noch ein Platz frei, für den sich Interessenten bewerben können“, so Meier.

Das monatliche Leistungsgeld für eine neunstündige Betreuung steigt nun rückwirkend ab 1. Januar von 425 auf 500 Euro pro betreutes Kind, ab 2018 sollen es dann 530 Euro sein. Festgeschrieben ist auch, dass Ausfallzeiten der Tagesmütter wegen Urlaubs und Fortbildung bis zu 30 Arbeitstagen pro Jahr oder wegen einer Krankheit bis zu zehn Tagen nicht zu einer Kürzung der Geldleistung führen. „Die Handhabe der Leistungen für Tagesmütter wird vereinfacht und transparenter. Das trifft ebenso für die Finanzierung notwendiger Ersatzbeschaffungen zu. Auch die Kostenerstattung für Versicherungen wird einfacher und gerechter“, erklärte Meier weiter. Die Neuerungen seien in völligem Einvernehmen mit den Tagesmüttern, die nicht auf Maximalforderungen bestanden hätten, eingeführt worden. So habe man für sie eine deutliche Verbesserung erreicht. Meier: „Wir haben gemeinsam eine Lösung im Sinne der Tagesmütter, der Kinder und der Stadt gefunden.“ Denn der Bedarf sei da. „Die Tagesmütter sind kein Notnagel, etwa weil die Kitas voll sind. Es handelt sich vielmehr um ein zusätzliches Angebot mit individueller Betreuung. Die Elternbeiträge sind gleich hoch wie in den Kitas“, sagte der Bürgermeister. Und die Kitas bekämen von der Stadt ebenso Betreiberzuschüsse. Allein in diesem Jahr plane die Stadt für die Kinderbetreuung in ihrem Haushalt 5,2 Millionen Euro ein. Davon zahlt Taucha über die Hälfte der Summe selbst, der Rest finanziere sich aus Landeszuschüssen.

Die erfahrenste der Tauchaer Tagesmütter ist Jana Fiedler. In ihrem Pönitzer Zuhause hat die 44-Jährige seit Oktober 2006 in der „Gänseblümchen Kinderbetreuung und Tagespflege“ bereits 42 Kinder betreut. Derzeit sind es vier Mädchen und ein Junge. Sie selbst hat zwei Töchter (24, 13) und ist Oma eines 13 Monate alten Enkelsohnes. Zu den Neuerungen befragt, meinte Fiedler: „Ich bin begeistert. Viele Jahre wurden wir gegenüber den Kitas nur wie Mitläufer behandelt. Wir waren die am geringsten bezahlten Tagesmütter im Landkreis. Obwohl mir die Arbeit viel Spaß macht, hatte ich schon überlegt aufzuhören, weil unsere Arbeit in der Stadt nicht wertgeschätzt wurde.“ Bevor die gelernte Zahnarzthelferin Kinder betreuen durfte, musste sie einen neunmonatigen Grundkurs Tagespflege absolvieren. 2011 begann sie ein Fernstudium zum zertifizierten Erziehungsberater. Und jedes Jahr müssen die Tagesmütter eine 20-stündige pädagogische Weiterbildung nachweisen.

Nun sieht Fiedler den Aufwand honoriert und sagte: „Jetzt fühle ich, dass ich auch wieder für Taucha und nicht nur für mich arbeite. Wir bekommen nun die bisher vermisste Anerkennung. In der Stadt finden wir jetzt auch ein offenes Ohr für unsere Probleme.“ Sie hoffe nun, dass, wie von ihr vorgeschlagen, künftig auch die Tagesmütter zu den Beratungen der Kita-Leiterinnen im Rathaus mit hinzugezogen werden.

Von Olaf Barth

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