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Tauchas Tempel kommt aus Vietnam

Geschäftsmann startet zweiten Versuch Tauchas Tempel kommt aus Vietnam

In Taucha soll auf dem Privatgrundstück des Geschäftsmannes Quang Vinh Dao voraussichtlich nächstes Jahr ein buddhistischer Tempel entstehen. Material und Pläne stammen original aus Vietnam. Die Stadt unterstützt das Projekt.

Tempel-Initiator Quang Vinh Dao, Geschäftsmann Thanh Hùng Lê und Bürgermeister Tobias Meier (von links) sind guter Dinge, dass es mit dem Pagodenbau am Bahnhof klappt.

Quelle: Foto: Olaf Barth

Taucha. Thanh Hùng Lê ist begeistert von Leipzig. Es ist eine sehr schöne, lebendige Stadt mit freundlichen Menschen, sagt er. Doch der Unternehmer aus Vietnams Hauptstadt Hanoi weilt mit seiner Familie nicht nur aus touristischen Gründen in der Messestadt. Vielmehr ist der 58-Jährige gekommen, um sich unter anderem in der „gleichfalls hübschen“ Nachbarstadt Taucha mit deren Bürgermeister Tobias Meier (FDP) und dem Tauchaer Unternehmer Quang Vinh Dao zu treffen. Denn in Taucha nehmen die Pläne für einen buddhistischen Tempelbau konkrete Züge an, Lê ist als Investor und Projektant mit im Boot.

„Seit anderthalb Jahren werden in Vietnam von 20 Arbeitern die Elemente für den Tempel aus besonderem, geweihten Holz per Hand nach originalen vietnamesichen Tempelplänen herausgearbeitet. Im September fahren wir zur Abnahme hin“, sagte Dao nach dem Besuch beim Bürgermeister. Rund eine Million Euro seien bereits für den Bau investiert worden, laut Dao alles Spendengelder. Errichtet werden soll der Tempel neben dem Tauchaer Bahnhof. Wenn alle Genehmigungen seitens des Landratsamtes vorliegen und die Bauteile in Taucha angekommen sind, werde man mit dem Bauen beginnen. Der Zeitplan ist zurzeit aber eher noch vage.

Dao, der seit vielen Jahren mit seiner Familie in Taucha lebt und inzwischen deutscher Staatsbürger ist, hatte vor einiger Zeit bei einer Versteigerung das Bahnhofsgebäude mit dem dazugehörigen Gelände samt alten Schuppen erworben (die LVZ berichtete). Im Inneren des Gebäudes gehen nach und nach Instandhaltungsarbeiten vonstatten. Der Bahnhof soll später nicht nur als Wohnstätte, sondern auch als Pension und Veganer-Restaurant fungieren. Außen ist aber von einem Umbau noch nichts zu sehen. Die Vorbereitungen für den Tempelbau hätten Priorität, sagte Dao. Konkrete Pläne oder Zeichnungen, inwieweit der alte Bahnschuppen und der daneben befindliche Garagenhof vom Tempelbau in der Bahnhofstraße betroffen sind, können noch nicht eingesehen werden. Wenn alle Fragen mit den Behörden geklärt sind und das Verfahren so weit ist, wolle er das Vorhaben konkret vorstellen, sagte der gläubige Buddhist.

Vor einigen Jahren war Dao mit seinen Plänen für einen Tempelbau am Großen Schöppenteich gescheitert. In die anfänglich breite Zustimmung in der Stadt mischten sich zunehmend kritische Stimmen. Dao verabschiedete sich von den Plänen. „Verabschiedet“ hat er sich auch von seinen damaligen Projekt-Partnern. Der Tempelbau wurde inzwischen im Leipziger Gewerbegebiet Nordost realisiert. Bei Dao hinterlässt er bei aller Freude für seine buddhistischen Weggefährten zwiespältige Gefühle.

„Das ist nicht der Stil, den ich mir vorstelle. Es ist zu viel Beton, zu groß“, sagte er. Die Tauchaer Pagode auf dem Privatgrundstück soll kleiner und ein echtes Original aus Holz werden, einzigartig in Europa. Das Haus soll nicht nur etwas für gläubige Buddhisten sein, sagte Dao. Vielmehr möchte er hier allen Interessierten ein Stück vietnamesischer Kultur präsentieren. „Geschäftsleute und Investoren aus Asien werden noch mehr nach Leipzig schauen, wenn sie hier so einen originalen Ort zur inneren Einkehr finden“, ist sich Firmenchef Lê sicher.

In Verwaltung und Stadtrat begleitet man das Vorhaben wohlwollend, versicherte Meier und sagte: „Das Projekt trägt den Namen Tauchas in die Welt und ein Bild von uns als offen und tolerant. Das kann nur gut sein für unsere kleine Stadt.“

Von Olaf Barth

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