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Taucha Tauchas Verwaltung steht zu den kritisierten Baumfällungen
Region Taucha Tauchas Verwaltung steht zu den kritisierten Baumfällungen
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10:22 19.04.2018
Nach den Fällungen und den Wurzelbeseitigungen an der B 87 füllen Mitarbeiter des Tauchaer Bauhofes die Löcher wieder mit Mutterboden auf. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

In der jüngsten Stadtratssitzung hatte in der Bürgerfragestunde der einstige Grünen-Stadtrat (Mandat von 1994 bis 1999) Jürgen Dermietzel mit deutlichen Worten die Baumfällungen kritisiert. Der Tauchaer soll nun zu einer internen Gesprächsrunde im kleinen Kreis gehören, in der Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP) im April auch mit Vertretern des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland sowie Vertretern der Stadtratsfraktionen über das Thema sprechen will. Dabei setze er auf weitere Informationen sowie einen Ausblick auf das Vorgehen mit dem städtischen Grün in diesem und in den kommenden Jahren, erklärt Meier auf Nachfrage und fährt fort: „Daran, dass die Fällungen fachlich begründet und notwendig waren, halten wir fest. Wir werden künftig versuchen, im Vorfeld noch besser zu informieren und das Vorgehen zu erklären.“

Meier: Kein Baum wird willkürlich gefällt

Vorwürfe, die Stadt würde sich zu diesem Thema erst äußern, nachdem aus der Bürgerschaft teils massive Kritik geäußert wurde und die Wellen der Empörung hochschlugen, weist das Stadtoberhaupt zurück. „Wir haben ausführlich im Vorfeld über die bevorstehenden Fällungen informiert, sowohl auf unserer Homepage als auch im Stadtanzeiger. Ebenso hatte die LVZ in einem Artikel unsere Informationen über die Maßnahmen in den einzelnen Straßen veröffentlicht“, so Meier. An keinem einzigen Baum werde willkürlich und grundlos die Axt angelegt. Jeder Baum sei im Tauchaer Baumkataster erfasst, jeder habe quasi seine „Akte“, in der nach den Baumschauen der Zustand des Gewächses festgehalten wird.

Das bekräftigt Bauhofchef Marco Haferburg, der bereits in einem längeren Vortrag im Stadtrat auf die Ausführungen Dermietzels geantwortet hatte. Eine Welle der Empörung sehe er in Taucha nicht. „Es sind vier, fünf Leute, die dann aber in sehr deutlichen Worten unser Vorgehen kritisieren. Es gibt auch Verständnis dafür, dass wir aufgrund objektiver Gegebenheiten zum Handeln gezwungen sind“, sagte Haferburg gegenüber der LVZ. Zum Beispiel seien die meisten Bäume an Tauchas Straßen über 100 Jahre alt und hätten mit verschiedensten Schäden zu kämpfen, die für Laien nicht gleich zu erkennen wären.

Ersatzpflanzungen im Herbst

Ehe ein Baum gefällt wird, werde über seinen Zustand ein Protokoll angefertigt und die Verfahrensweise festgelegt. Das Ganze würde dann im Umweltausschuss des Tauchaer Stadtrates vorgestellt und erläutert. Soweit ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll, würden Bäume so lange wie möglich erhalten. Dennoch hätten 95 Bäume wegen Schäden und elf aus baulichen Gründen in den letzten Monaten gefällt werden müssen. Drei Bäume seien den Winterstürmen zum Opfer gefallen.

„Von geschädigten Straßenbäumen geht leider eine viel höhere Gefahr aus als von Waldbäumen. An Straßen können wir der Natur nicht ihren Lauf lassen“, erklärt Haferburg. Nach den Fällungen würden nun weiter die Baumstümpfe entfernt und die Flächen aufgefüllt und begradigt. An zahlreichen Stellen seien im Herbst Neuanpflanzungen vorgesehen. Linden, Ginko und Ahorn mit mindestens 16 bis 18 Zentimeter Stammumfang sollen in die Erde kommen.

Die Bäume stammen aus einer sächsischen Baumschule und schlagen mit je 600 Euro pro Baumstandort zu Buche. „Wie viele Bäume genau wir pflanzen, kann ich noch nicht sagen. Ziel ist aber, mehr Bäume zu pflanzen als gefällt wurden. 2017 wurden 162 Bäume für 117 gefällte gepflanzt“, so Haferburg.

Von Olaf Barth

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