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Taucha Tauchscher 2011: "So viele Besucher wie noch nie"
Region Taucha Tauchscher 2011: "So viele Besucher wie noch nie"
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17:42 28.08.2011
Gute-Laune-Dampfer: Der Festumzug war gestern Nachmittag wie in den Vorjahren Höhepunkt des Tauchschen. Hier tuckert gerade das Schiff des Parthebadvereins am Marktplatz vorbei. Links oben moderiert Umzugsleiter Steffen Pilz das Geschehen. Quelle: Jörg ter Vehn
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Bis kurz vor dem Start hatte Heimatvereinschefs Steffen Pilz noch Startplätze hin- und hergeschoben, am Enden kamen statt der angemeldeten gut hundert immer noch 91 Gruppen – „neuer Rekord“, war er stolz. „Und alle Wagen waren dieses Jahr geschmückt, viele sogar ganz toll“, freute er sich.

So heimste denn auch der Parthebadverein für sein „Partheschiff“ den ersten Preis der fünfköpfigen Jury von elf bis 50 Jahren ein, gefolgt von den Akrobatik-Kindern, die teils im Spagat den Umzug absolvierten, und dem Förderverein des Schlosses, der mit prächtigen Kostümen glänzte. Frau Parthe allerdings gab sich zur Überraschung so manches Mannes und zur Freude mancher Ehegattin eher bekleidet. Traditionell trägt sie sonst nur Körperfarbe. Dafür zeigten ein paar Herren im Borat-Kostüm ungeheuer wenig Stoff und umso mehr Haut und Form.

Taucha. Was für ein Fest: Weit über zehntausend Gäste feierten in diesem Jahr mit beim Tauchschen. Selbst Petrus hatte ein Einsehen, schickte statt der angekündigten Regenwolken beim Festumzug noch Sonne.

Wie immer war der Festumzug Höhepunkt des Tauchschen, bewies die ganze Bandbreite von Sport, Kultur und Wirtschaft in Taucha. Die Stadtprominenz von Bürgermeister Holger Schirmbeck und seinem französischen Amtsbruder Jacques Volle aus Chadrac/Espaly samt Abordnung war genauso dabei wie etliche Firmenchefs, Vereinsvorsitzende, Stadträte oder Künstler. Schnellzeichner Jo Herz kam am Markt kaum hinterher, die vielen Wagen und Figuren für seinen Weltrekordversuch im Dauerpainten auf die Leinwand zu bannen.

„In diesem Jahr sahen so viele Besucher wie noch nie den Umzug“, schätzten Umzugs-Macher Pilz und Fest-Organisator Bernd Hochmuth ein. Weit über zehntausend Gäste hätten das Fest besucht, schätzte Hochmuth.

So war die Festwiese am Samstagabend gerappelt voll, als Lars Wegas die „Dancing Queen“ und Harpos „Movie Star“ herausholte und zum Tanz einlud, die Trommler von „Stamping Feet“ eine fulminante Einlage gaben, das Höhenfeuerwerk über dem Parthebad abbrannte. Wie schon am Auftaktabend sei bis tief in die Nacht getanzt worden, so Hochmuth.

Bereits der Samstagnachmittag hielt Höhepunkte bereit. Etwa den großartigen Auftritt der Big Band der Musikschule Leipzig Johann Sebastian Bach. „Super“, meinte Henrik Hubschmann dazu, der selber am Sonntag mit den Tauchaer Musikanten auftrat. „Sehr gut“ fand das auch Sebastian Böttger, 22 Jahre aus Engelsdorf, der mit Freunden den Tauchschen besuchte. „Das passt genau zu einem Stadtfest.“ Gestern Abend ging es mit Hard Rock und Rock n Roll zu Ende – so viel Bandbreite war gewünscht.

Festsplitter:

- Im Wagen gleich vor den Bürgermeistern fuhren Tauchas neue Pflaumenkönige. Emely Schmidt, elfjähriges Mädchen, hatte den Pflaumenkern beim Heimatverein immerhin 2,90 Meter weit spucken können, Wilfried Wurschke schaffte als ausgewachsener Mann stolze 7,60 Meter.

- Genau 386 Euro erbrachte die Versteigerung von Fundsachen. Ordnungsamtsleiter Albrecht Walther hatte 36 Positionen meistbietend zu vergeben, darunter Kameras, Handys und viele Räder, die für nur einen Euro weggingen. „Ab zehn Stück gibt‘s Rabatt“, so einer seiner Sprüche.

- Ein paar graue Haare mehr hat Steffen Pilz bekommen. Der Heimatvereins-chef musste am Sonnabend fast 20 Abmeldungen für den Festumzug verarbeiten, darunter ganze Blöcke mit Handwerkerwagen, die zwischen Musikkapellen eingeplant waren. Dann fiel auch noch sein Computer aus. „Zum Glück gab es auch Nachmeldungen für den Umzug“, freute er sich.

- Die Jugendmannschaft der Partnerregion Chadrac/Espaly unterlag beim Freundschaftsspiel der Auswahl der SG Taucha 99 mit 1:3. Allerdings waren die Tauchaer einen Kopf größer, hatten sich die Franzosen tags zuvor im Parthebad verausgabt, hieß es.

- Irgendwie anders schien die Festwiese dieses Jahr. Festorganisator Bernd Hochmuth hatte die Erklärung parat: „Wir haben die Bühne fünf Meter nach hinten versetzt, damit mehr Platz bekommen für Essen und Trinken rund um Tanzfläche und Sky-Dach.“

Jörg ter Vehn

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