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Tempel kommt per Schiff nach Taucha

Im Frühjahr soll Baustart sein Tempel kommt per Schiff nach Taucha

Der Tauchaer Geschäftsmann Quang Vinh Dao plant mit seinem Architekten den Bau eines buddhistischen Tempels am Tauchaer Bahnhof. Die Pagode soll als ein einmaliges Kunstwert komplett aus Holz errichtet werden. Die Teile dafür sollen im Frühjahr verschifft werden.

Tempel-Initiator Quang Vinh Dao und Architekt Marco Stelzel stellen am Bahnhof dem buddhistischen Großmeister Danh Minh Nguyen und seinem Begleiter Thanh Tung Tran (von rechts) anhand einer Zeichnung den Tempel-Standort vor.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Es gibt keine Nägel und Schrauben, jedes einzelne Element aus dem 100-jährigen Holz wurde von speziell ausgebildeten Handwerkern nach alter vietnamesischer Kunst gefertigt. Wenn Tempel-Initiator Quang Vinh Dao von den Arbeiten in Vietnam berichtet, dann strahlt er. Denn seine Vision, mit einem originalen Tempel ein Stück vietnamesischer Kultur in seine neue Heimat zu bringen, nimmt immer realere Züge an.

In dieser Woche traf sich Dao in Begleitung zweier buddhistischer Mönche und des Architekten Marco Stelzel im Tauchaer Rathaus mit Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Dort legte der 52-jährige Gastronom und gläubige Buddhist dem Stadtoberhaupt Bauzeichnungen vor und informierte über den aktuellen Stand für dieses Vorhaben. Projektiert und gebaut wird der Tempel in Vietnam, für die Errichtung und die Genehmigungsplanung auf deutschem Boden ist der Leipziger Architekt Marco Stelzel zuständig.

„So ein Projekt bekommt man nur einmal im Leben vorgelegt, wenn überhaupt. Je mehr ich mich damit beschäftigte und in diese ganz andere Kultur eintauchte, umso mehr hat sich mir ein Horizont geöffnet“, beschreibt der 47-Jährige beeindruckt. Nicht mit Metallstiften, sondern mit Steckverbindungen, wie sie schon vor 1000 Jahren angewandt wurden, werden die Teile montiert. „Der Tempel steht allein durch die Schwerkraft. Derzeit wird er komplett in Vietnam mit allen möglichen Intarsien aufgebaut und abgenommen. Danach werden ihn die Meister wieder zerlegen und im Frühjahr mit dem Schiff auf die Reise nach Taucha schicken“, skizziert Stelzel die nächsten Schritte. Diese Meister sollen den Tempel dann auf dem Gelände des bisherigen Garagenhofes neben dem Tauchaer Bahnhof wieder aufbauen. Ziel ist es, bis zur Verschiffung die Baugenehmigung vorliegen zu haben, eher geht der Tempel nicht auf Reisen.

„Das ist kein Tempel für mich, er ist ein Geschenk für die Allgemeinheit und nicht nur für Gläubige gedacht. Mein Wunsch ist es, Europa, Deutschland und speziell Taucha zu danken für die Gastfreundschaft und dafür, dass wir hier sein können“, erklärt Dao bestimmt. Seit 1988 lebt er in Deutschland, seit 2002 in der Par-thestadt. Mit seiner Familie hat er inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und 2014 in Taucha einen buddhistischen Verein mit rund 40 Mitgliedern gegründet. Der Verein organisiert in Taucha die jährlichen Kongresse mit vietnamesischen Buddhisten aus der ganzen Welt.

Großmeister Danh Minh Nguyen, der derzeit in Hanoi einem Tempel vorsteht, wird der künftige Abt in Taucha sein. Bei seinem Besuch in der Parthestadt sagte der 45-Jährige: „Ich freue mich schon sehr darauf, so ein schönes Stück vietnamesischer, buddhistischer Kultur in Europa bekannt machen und empfehlen zu dürfen. Der Tempel ist ein Kunstwerk.“

Buddhisten sowie Förderer aus Politik und Wirtschaft in Vietnam spendeten für den Tempel bisher rund 1,8 Millionen Euro. Öffentliches Geld fließt nicht, gebaut wird auf privatem Grund. „So ein Kunstwerk gibt es nicht einmal im heutigen Vietnam“, ist sich Dao sicher und glaubt: „Wenn es steht, werden nicht nur Touristen aus aller Welt, sondern auch Vertreter aus Asiens Politik und Wirtschaft nach Taucha und Leipzig kommen.“ Somit stehe der Tempel sowohl für kulturellen und religiösen Austausch wie auch für Wirtschaftsförderung.

„Wir sehen das Projekt nach wie vor positiv. Es hilft, die innere Westvorstadt zu beleben. Wir bekommen einen einzigartigen Ort und Tourismus-Magneten, das ist keine Selbstverständlichkeit, zeigt aber, dass wir eine weltoffene Stadt sind“, sagt Bürgermeister Meier.

Von Olaf Barth

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