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Taucha Tipp vom Experten: Ertrag geht vor Schönheit
Region Taucha Tipp vom Experten: Ertrag geht vor Schönheit
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08:01 12.03.2019
Armin Galler (re.) erklärt beim Rebschnitt-Seminar am Schlossberg Taucha den Interessierten, wie die Weinpflanzen zurückgeschnitten werden müssen. Quelle: Reinhard Rädler
Taucha

Zum Ende des Winters gehen Winzer in den Weinberg – auch die Hobby-Winzer. Interessierte Weinbauern sind am Samstag der Einladung des Tauchaer Schlossvereins gefolgt. Auf dem Weinberg am Rittergutsschloss gab Experte Armin Galler bei einem Rebschnitt-Seminar praktische Tipps.

„Ein guter Wein beginnt beim Rebschnitt“, sagte Weinbau-Experte Armin Galler und erläuterte anschaulich wo und warum die Schere oder Säge am Rebstock angesetzt werden muss. Galler stammt aus einer alteingesessenen Weinbauernfamilie in Rheinhessen und hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Er kann auf mehr als 40 Jahre Berufserfahrung zurückblicken. Seit über 20 Jahren wohnt der 71-Jährige in Leipzig.

Nur zwei Triebe bleiben

Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer, wie zielsicher der Winzer die für die neue Ernte nicht mehr nützlichen Ruten verschnitt oder entfernte, so dass am Ende vom dichten Astgeflecht eines Rebstockes nur noch zwei Triebe übrigblieben. Bei fast jedem Schnitt erläuterte er Sinn und Zweck der Maßnahme. Seinen Vortrag würzte er aber auch mit lockeren Sprüchen: „Wenn nach zwei Stunden die Schere quietscht, dann sollte man zwei Gläser Rotwein trinken, dann hört man das nicht mehr.“ Und auch mit „Wenn man sich doch mal in die Finger schneidet, dann zwei Tropfen Roten auf die Wunde und zwei Gläser in den Hals. Das hilft gegen den Schmerz“, hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Die Teilnehmer kamen aus Taucha, aber auch aus Borna, Wurzen, Panitzsch oder Leipzig-Lindenau und Dölitz. Wie Christian Buhl hatten sie die Ankündigung zu diesem Seminar in der LVZ gelesen. „Ich habe in meinem Kleingarten im Leipziger Rosental sieben Weinstöcke, da kommen mir solche Praxis-Tipps gerade recht, denn man kann auch vieles falsch machen“, meinte der Leipziger. Auch Katrin und Michael Krell aus Weltewitz waren an den Tipps vom Fachmann sehr interessiert. „Wir haben auf unserem großen Grundstück noch viel Platz, da werden unsere beiden Rebstöcke nun sicher noch Gesellschaft bekommen. Was wir alles beachten müssen, haben wir ja heute erfahren“, zeigte sich das Ehepaar von Gallers Vortrag sehr angetan.

106 Rebstöcke wachsen am Schloss

Seit 2002 wird am Tauchaer Schlossberg am Haugwitzwinkel Wein angebaut. Das dreiköpfige Team um Schlosswinzerin Elke Kabelitz bewirtschaftet hier die 106 Rebstöcke der Sorte Dornfelder. „Wir hatten 2018 ein Superjahr. Die 300 Kilogramm-Ernte hatte einen Zucker-Gehalt von 83 Oechsle. Die Trauben werden nun im Weingut Rollsdorfer Mühle am Süßen See gekeltert und im August auf Flaschen gezogen“, freute sich die Hobby-Winzerin schon auf das erste Glas.

Gegen eine Spende kann man dann den neuen Jahrgang beim Schlossverein erwerben und bekommt zudem mit dem von Vereinsmitglied Dieter Billhardt jährlich neu kreierten Etikett ein schönes Taucha-Souvenir.

Von Reinhard Rädler

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