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Tobias Meier forciert Kontakte zur Wirtschaft

Stadtoberhaupt im LVZ-Interview Tobias Meier forciert Kontakte zur Wirtschaft

Seit dem 1. August vorigen Jahres geht Tobias Meier nicht mehr als Fernsehmacher ins Leipziger TV-Studio zur Arbeit, sondern als Bürgermeister in das Tauchaer Rathaus. Der 37-jährige FDP-Stadtrat war als Kandidat eines Wahlbündnisses zum Nachfolger von Holger Schirmbeck (SPD) gewählt worden. Anlässlich des Jahreswechsels bat die LVZ Tobias Meier zum Interview.

Tauchas Bürgermeister Tobias Meier.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Seit dem 1. August vorigen Jahres geht Tobias Meier nicht mehr als Fernsehmacherr ins Leipziger TV-Studio zur Arbeit, sondern als Bürgermeister in das Tauchaer Rathaus. Der 37-jährige FDP-Stadtrat war als Kandidat eines Wahlbündnisses aus SPD, Linke, Grüne und FDP im Juni im ersten Wahlgang zum Nachfolger von Holger Schirmbeck (SPD) gewählt worden. Anlässlich des Jahreswechsels bat die LVZ Tobias Meier um einen kleinen Rück- und Ausblick.

Stehen politische Weggefährten oder Unterstützer bereits Schlange, um Sie an Ihre Wahlversprechen zu erinnern?

Nein, mir wird wohl eine Einarbeitungszeit zugebilligt. Doch es kommen einige, die ich noch gar nicht kenne, um Forderungen gegenüber dem neuen Bürgermeister aufzumachen.

Wie gehen Sie damit um?

Ich lasse mich nicht treiben, höre mir Probleme und Interessenlagen von verschiedenen Seiten an, entscheide nicht ad hoc, möchte mir zuvor selbst ein Bild machen. Ich bin für jeden offen, erwarte aber auch Offenheit, mit pauschaler Meckerei kann ich nichts anfangen.

Wie groß war die Umstellung vom TV-Studioleiter zum Bürgermeister?

Am ersten Tag war ich geschockt von dem Stapel Unterschriftenmappen, den ich abarbeiten musste. Ansonsten vergingen die knapp fünf Monate sehr schnell. Ich muss meine Zeit besser einteilen und den Tag viel mehr strukturieren als früher. Außerdem hat sich auch der Blickwinkel etwas geändert. Als verantwortlicher Bürgermeister muss man bei Entscheidungen die Relevanz für die Entwicklung der ganzen Stadt im Blick haben. Wichtige Einzelprobleme sind nicht zugleich das Wichtigste für die Stadt.

Konnten Sie als neuer Rathauschef bereits erste Akzente setzen?

Mir war von Anfang an wichtig, die örtliche Wirtschaft mit ins Boot zu holen. Ich gehe oft in Firmen und zu Gewerbetreibenden, will wissen, wie wir sie unterstützen können. Neben einem erstmaligen Neujahrsempfang der Stadt werden wir auch einen Tag der Tauchaer Wirtschaft ins Leben rufen. Auch sonst gehe ich zu vielen Veranstaltungen, suche den direkten Kontakt zu den Bürgern, will nicht nur am Schreibtisch sitzen.

Von der Wirtschaftskraft der Stadt hängen ja auch die Handlungsspielräume der Verwaltung und Kommunalpolitiker ab. Was können Sie angesichts knapper Kassen da eigentlich noch bewegen?

Der größte Teil unserer Einnahmen sind Schlüsselzuweisungen, auf die wir keinen Einfluss haben. Damit wir unsere Gewerbesteuereinnahmen erhöhen können, gibt es zur Ansiedlung von Firmen ja die Diskussion über ein neues großes Gewerbegebiet bei Merkwitz, die Nachfrage ist da. Auch die Einwohnerzahl von Taucha wächst, die 15 000er Marke ist geknackt, das bringt künftig neue Herausforderungen mit sich, die auch finanziert werden müssen.

Welche sind das zum Beispiel?

Eine neue Kindertagesstätte entsteht ja gerade. Die Grundschule Am Park agiert bei den Schülerzahlen bereits an der Obergrenze, auch die Oberschule ist trotz des Ausbaus voll ausgelastet. Für das Gymnasium ist eine Erweiterung im Gespräch. Ebenso benötigt der Erhalt unserer Sportstätten mehr Zuwendungen. Deshalb haben wir kurzfristig Mittel für die Entwicklung eines Sportstättenkonzeptes bezüglich Sanierung und Neubau in den Haushalt eingestellt. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den Vereinen steigt, die Kapazitätsgrenzen in den Sportstätten sind aber erreicht.

Eine andere große Herausforderung ist auch für Taucha das Thema Flüchtlinge.

Hier setze ich von Beginn an auf große Transparenz, die Information der Bevölkerung. Auch bei uns wird die Zahl der Flüchtlinge zunehmen. Sobald wir etwas Genaues wissen, werden die Einwohner informiert. Wir stellen uns der Aufgabe und arbeiten eng mit dem Landkreis zusammen. Dankbar und stolz bin ich für und auf die privaten und ökumenischen Initiativen zur Unterstützung der Flüchtlinge. Trotz der schlimmen Vorkommnisse in anderen Städten verwahren wir uns vor pauschalen Verurteilungen jener, die selbst vor schlimmen Taten geflohen sind und hier Schutz suchen. Wir werden alles dafür tun, dass Taucha eine weltoffene, bunte und freundliche Stadt bleibt.

Vor noch nicht allzu langer Zeit haben Sie als Kabarettist den Bürgermeister und die Rathauspolitik aufs Korn genommen. Wie sähe Ihr Programm jetzt aus?

(lacht) Na das sollen jetzt andere machen. Es gebe da schon einige Dinge im Arbeitsalltag, aber da bin ich zur Verschwiegenheit verpflichtet.

 

Von Olaf Barth

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