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Tolle Stimmung bei Tauchas Rocknacht

Ortsansässiger Spielmannszug eröffnet Spektakel Tolle Stimmung bei Tauchas Rocknacht

Diese Tauchaer Rocknacht, die 15. an der Zahl, hatte es in sich. Nicht nur weil auf dem Schlosshof drei tolle Bands die Stimmung zum Kochen brachten. Sondern weil die Organisatoren nach einer durch Krankheit bedingten Band-Absage binnen weniger Stunden Ersatz besorgen mussten. Am Ende wurde alles gut.

Premiere bei der 15. Tauchaer Rocknacht: Erstmals eröffnet der Tauchaer Spielmannszug das Spektakel.

Quelle: Alexander Prautzsch

Taucha. Mit einem gedanklichen Schwenk an das ostfriesiche Wacken eröffnete der Spielmannszug Taucha am Samstagabend mit kräftigen Paukenschlägen und klingenden Querflöten die 15. Rocknacht im Schlosshof Taucha. Ein Heimspiel für die Freizeit-Musiker, denn sie haben ihr Vereinsquartier direkt gegenüber der Bühne auf der anderen Seite des Schlossareals.

Organisator und Bassist Ingo Paul von den Lokalmatadoren „Four Roses“ gefiel dieser Gedanke an den großen Bruder, wo traditionell schon seit vielen Jahren der ortseigene Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr mit einem kleinen Konzert das Festival mit mehr als 100 000 Besuchern eröffnet. Auch wenn es auf den Schlosshof nur rund 500 Liebhaber eines gepflegten Rockabends schafften. Mit den drei Bands traf man genau den Geschmack der Besucher.

Nach einer kurzen Ansprache stöpselte die Leipziger Art-Rockband „Cube“ als erster Act ihre Gitarren an die Verstärker. Als Spontanact und Ersatz für die Leipziger „Scuttles“, die durch Krankheit gebeutelt, den Auftritt kurzfristig absagen mussten, überzeugten die jungen Musiker dabei auch zu 100 Prozent. Charmant umspielte Moderatorin Ute Schlossarek die Tatsache, dass sie zu der Band überhaupt gar nichts sagen konnte. Doch deren mitreißende Mucke sprach für sich. Denn Obwohl die Leipziger Rockkombination wortwörtlich vom Proberaum auf die Bühne sprang, legten die fünf Leipziger einen Auftritt mit satten rockigen Rhythmen auf die Bühne. Schnell erinnerte man sich an große Stimmen wie Jason Wade der Band „Lifehouse“. Doch dabei standen „Cube“ ausschließlich mit hausgemachter Leipziger Rockmusik auf den Tauchaer Brettern und verstanden ihr Handwerk – ob mit dem Tamburin oder dem Mikrofon – zum rockigen Gitarrensound klirrte die Musik und wird den Besuchern kurz vor dem Release des zweiten Albums noch lange in Erinnerung bleiben.

Mit einem in Lammfell verpackten Mirkoständer dachte der Neunzigerjahre-Kenner im ersten Augenblick an Rocklegende Steven Tyler, der seinen Mirkofonständer stets mit langen bunten Leinentüchern umhüllt. Doch aus dem britischen Herz London reiste Frontmann Austin Howard mit seiner Band „Ruff as Stone“ in das nordsächische Taucha. „Eine Gruppe mit sehr wundervoll verbrachter Lebenszeit und dem Traum von Weltruhm“, scherzte Schlagzeuger und Prinzensänger Tobias Künzel kurz vor dem Auftritt. Doch bereits nach dem ersten Lied war klar – auf der Bühne stehen echte Vollblutmusiker. Mit Lutz Künzel als großem Bruder an der Gitarre, Rob Tree am Bass und Sänger Austin Howard als Dreh- und Angelpunkt auf der Bühne, war bereits nach wenigen Liedern der Soul vom Podest in die Publikumsreihen geflossen. Selbst der weniger emotionale Teil des Publikums spürte nach ein paar Liedern, wie der Takt vom kleinen Zeh bis in den Kopf zu wippen begann und sich über die Hände in tosenden Applaus verwandelte.

Mit „Every 1’s a Winner“ von der britischen Soul- und Funkband „Hot Chocolate“ coverten die je zwei Tauchaer und Londoner einen von wenigen Songs anderer bekannter Musiker. Fast ausschließlich ließen sie zahlreiche der seit der Gründung 2009 selbst geschriebenen Songs von sich hören. So brachten „Ruff as Stone“ ihren ganz eigenen gefühlvollen Blues ins einstige Rittergut.

Ein Doppel-Jubiläum feierten die vier Hardrocker von „Four Roses“: 15 Jahre Bandgeschichte und 15 Jahre Rocknacht . Dabei gaben die langhaarigen Männer Coversongs von den „Foo Fighters“ von „Depeche Mode“ („Personal Jesus“) oder Songs von anderen Großen zum Besten. Dass die Leipziger auch guten Ostrock schätzen, zeigten nicht nur die grandios dargebotenen Klassiker von Renft (Liebeslied), City (Am Fenster) oder Karat (Jede Stunde), sondern auch eine fulminante Wiederaufführung von „Komm doch mit (zu nem Ritt auf dem Sofa)“ von der einstigen Band „Amor & Die Kids“, damals mit Tobias Künzel. So enterte der Tauchaer nach seinem Drummer-Part bei den „Ruff as Stone“ nun noch mal als Sänger bei den „Rosen“ die Bühne. Auch der Leipziger „Tonelli“ ließ es sich nicht nehmen, eine Strophe mitzusingen. Das Publikum tobte – und freut sich jetzt schon auf die 16. Tauchaer Rocknacht.

Von Alexander Prautzsch

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