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Taucha Ton- und Kiesabbauer gewährt Einblicke
Region Taucha Ton- und Kiesabbauer gewährt Einblicke
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00:35 02.07.2015
Geschäftsführer Frank Rösl (links) fachsimpelt mit Monika und Hartmut Körbis (rechts) über Kompostierungsverfahren. Quelle: Reinhard Rädler
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Taucha

So erfuhren am Samstag die zahlreichen Besucher zum Beispiel an der Tongrube, dass hier vor Millionen Jahren mal die Nordseewellen wogten. Diplomgeologe Frank Junge bezog sich dabei auf Funde von Haifischzähnen in der Tauchaer Endmoränen-Landschaft. Oder wussten Sie, dass für jeden Bundesbürgers etwa acht Tonnen Kies und Sand im Jahr verbaut werden? Diplomingenieur Wolfgang Rösl rechnete das den Besuchern im Kieswerk vor.

In kleinen Gruppen, mit Shuttle-Verkehr vor Ort gebracht, konnten sich viele Einheimische sowie eine Abordnung Tauchaer Stadträte, unter ihnen Tauchas zukünftiger Bürgermeister Tobias Meier (FDP), über die Geschichte des Gewerbeparks, der Ton- und Kiesgruben sowie über zukünftig geplante Maßnahmen der Renaturierung informieren.

An einem plastischen Landschaftsmodell erläuterte Planungs-Mitarbeiterin Margit Klingberg, wie das etwa 20 Hektar große Areal der Tongrube einmal aussehen wird. Das Gelände soll dann, nach Beendigung des Abbaus im Südbereich im Jahr 2022, bis 2050 wieder in seiner ursprünglichen Beschaffenheit modelliert sein. Dazu sollen nach der Verfüllung mit Erdaushub und Bauschutt Wege und Teiche angelegt und heimische Laubbäume und Hecken gepflanzt werden. "Wir werden sehr streng kontrollieren, dass nur unbelastetes Material verkippt wird", versicherte Geschäftsführer Franz Rösl. Hinzu kämen unangekündigte Kontrollen durch Umweltbehörden. "Alles, was wir in dieser Beziehung tun, muss den Erfordernissen der heutigen Zeit gerecht werden", sieht sich der 43-Jährige bei den Rahmenbedingungen in der Verantwortung. So seien von den 100 Mitarbeitern seiner Firma allein sieben Ingenieure mit dem Umweltschutz befasst.

Die Vorräte der bereits seit 1978 existierenden Tongrube Taucha lagen bei insgesamt 2,7 Millionen Tonnen des sehr kalkhaltigen Tons, auch Mergel genannt, sowie keramischen Tons. Letzterer diente der Herstellung von Ziegeln und Tonrohren. Der größte Abnehmer des keramischen Tons sei die Fliesen-Industrie in Italien, wie der Geschäftsführer informierte.

In der Kiesgrube am Wachberg wird seit 2008 und noch bis etwa 2035 Kiessand abgebaut. Auch hier soll das 21 Hektar große Areal bis etwa 2045 wieder sein ursprüngliches Profil erhalten. "Wer in die Landschaft eingreift, der ist laut Gesetz zu Ausgleichsmaßnahmen verpflichtet", so Rösl. Bei Baumfällungen würde hier sogar im Verhältnis 1:3 aufgeforstet. Großes Augenmerk lege man auch auf den Ersatz der Nistplätze für heimische Vogelarten, wie den Rot- und Schwarzmilan im Staditzwald und der Lebensräume für Artengemeinschaften am Rande der Abbaufläche. Mit dem Zweckverband Parthenaue gebe es dazu gute Kontakte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.06.2015
Reinhard Rädler

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