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Trockenheit hat am Schwarzen Berg das Heidekraut eingehen lassen

Trockenheit hat am Schwarzen Berg das Heidekraut eingehen lassen

Mit seinen 177 Metern ist der Schwarze Berg bei Taucha die höchste Erhebung im nordöstlichen Leipziger Umland. Echte Gebirgswanderer mögen über die Bezeichnung "Berg" schmunzeln, doch bei den Temperaturen am Wochenende war der Aufstieg in das geschützte Biotop für die fast 15 Naturfreunde dennoch eine äußerst schweißtreibende Angelegenheit.

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Bernd Hoffmann (Vierter von links) berichtet am Informationsschild zum Schwarzen Berg über dessen Bedeutung in der Endmoränenlandschaft.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Belohnt wurden sie in dieser Höhe nicht nur mit einem gelegentlichen Windhauch, idyllischem Grillenzirpen oder sich kurz zeigenden Eidechsen, sondern auch mit zahlreichen blühenden Pflanzen in dieser Trockenwiesen-Landschaft. Als Zugabe eröffnete sich dann auch noch eine schöne Fernsicht zur Leipziger Skyline mit dem Uni-Riesen oder zu den Hohburger Bergen. Hin und wieder startete ein kleines Motorflugzeug vom Fliegerclub Leipzig/Taucha, der am Fuße des Berges sein Domizil hat.

Wurmfarn, Silberfingerkraut, Lehrerkraut, Rosenklee, Grasnelke, rundblättrige Glockenblume oder kleine Bibernelle - Kreisnaturschützer Bernd Hoffmann stellte seinen interessierten Zuhörern einige der über 150 hier vorkommenden Pflanzenarten vor. Dazu pflückte er die eine oder andere und fügte sie zu einem kleinen Strauß zusammen. "Darf man das, da sind doch sicher einige geschützt?", fragte eine Teilnehmerin. Tatsächlich wachsen hier geschützte Arten, und die Golddistel rührte Hoffmann zum Beispiel gar nicht an.

"Das Pflücken geht jetzt in Ordnung, die Wiese hätte sowieso schon gemäht werden müssen", beruhigte Hoffmann die Naturfreundin. Auch dürfen die Wanderer etwas von dem lila Besen-Heidekraut abnehmen, denn an einigen schattigen Stellen zeigte es seine Pracht. Doch die sonst großflächigen Heidekrautflächen liegen braun und verkümmert in der Sonne. "Das sind eindeutig Dürreschäden", bedauerte Hoffmann. Dabei stehen nebenan gleich riesige Wasserbehälter der Kommunalen Wasserwerke Leipzig. Die sind allerdings nicht zum Gießen vorgesehen, sondern für die Versorgung der Leipziger mit Trinkwasser angelegt worden. Rund 45 Prozent der Messestädter erhalten von hier oben das vom Versorger Elbaue-Ostharz stammende Trinkwasser.

Entstanden ist diese bedeutendste Endmoräne in der Tauchaer-Eilenburger Hügellandschaft während der Saaleeiszeit vor 150 000 bis 200 000 Jahren infolge der Gletscherbewegungen. Die dabei angehäuften Sandkuppen sind eine Besonderheit in der Leipziger Tieflandsbucht. Der Schwarze Berg wiederum besticht zusätzlich mit seiner Trockenrasenlandschaft und den vielen Pflanzen-Arten darin.

"Es ist immer wieder schön und lehrreich, an Führungen mit Bernd Hoffmann teilzunehmen. Sein Engagement für die Natur wollen wir auch mit unserer Teilnahme heute unterstützen", sagte Martin Geisel (70) aus Taucha, der gemeinsam mit seiner Frau Beate (57) den Ausflug genoss. Begeistert war auch Brigitte Richter (79). Die ehemalige Musikwissenschaftlerin im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig meinte: "Es ist schon erstaunlich, was für eine schöne Landschaft man hier vor den Toren Leipzigs findet."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.08.2015
Olaf Barth

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