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Taucha Überflutung: Stadt und KWL suchen Lösung
Region Taucha Überflutung: Stadt und KWL suchen Lösung
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14:28 19.05.2015
Bei dem Unwetter am 3. August standen zum wiederholten Mal in Taucha die Kreuzung Sommerfelder-/Kriekauer Straße sowie benachbarte Grundstücke und Keller unter Wasser. Jetzt soll eine Lösung für das Problem gefunden werden. Quelle: Olaf Barth

So wie zuletzt am 3. August. Weil die Anlieger des ständigen Pumpens und Aufräumens, der Schäden und befürchteten Gesundheitsgefährdungen überdrüssig sind, fordern sie schon länger von der Stadt Maßnahmen, die die Überschwemmungen künftig verhindern. Gestern nun ein Lichtblick: Stadtverwaltung und Kommunale Wasserwerke Leipzig (KWL) wollen in einer Art Pilotprojekt unbürokratisch und gemeinsam nach Lösungen suchen. Nächsten Monat sollen erste Resultate vorliegen.

Öffentlich geworden war der ganze Ärger nicht nur deshalb, weil die Wassermassen an der Kreuzung den Verkehr behinderten oder die Feuerwehr immer wieder ausrücken musste, sondern auch, weil die Anwohner mit ihrem Problem vor den Stadtrat gezogen waren. Inzwischen haben sie sich auch anwaltliche Hilfe genommen. "Seit 2010 gibt es wegen der Überschwemmungen schon Schriftwechsel mit der Verwaltung, doch es wurde nur gesagt, es handelt sich um Oberflächenwasser und wir müssten selbst Vorkehrungen treffen. Doch das Problem ist doch viel umfassender", sagte bei einem Treffen der Bürger Angela Schneeweiß. Und Nachbar Johannes-Erdmann Ruddies verwies auf das aus dem Jahr 1927 stammende Kanalsystem, welches einfach nicht mehr den Anforderungen entspreche. Auch andere äußerten sich ähnlich. Wegen der angeschwemmten Fäkalien baten sie das Gesundheitsamt Nordsachsen um Hilfe.

Inzwischen haben sich Landratsamt, Stadtverwaltung und Kommunale Wasserwerke auf ein konzentriertes Handeln verständigt. "Wir wollen punktuell Lösungen finden, um das Problem zu minimieren. Eine hundertprozentige Sicherheit ist aber bei solchen Starkregenereignissen nicht erreichbar", sagte gestern Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD). Nach entsprechenden LVZ-Anfragen war eigens zu diesem Sachverhalt mit den KWL eine gemeinsame Pressekonferenz anberaumt worden. KWL, Stadt und Bürger müssten gemeinsam ihren Beitrag leisten, um dieses "sehr ernst zu nehmende und bedeutender werdende Problem" zu entschärfen, sagte Schirmbeck. Es werde nicht nach Schuldigen gesucht, sondern jetzt versucht, in einer Art Pilotprojekt gezielt und kurzfristig Lösungen zu finden. Mittel- und langfristig müsste dann mit Investitionen ein geordneter Zustand erreicht werden. So soll es zu einer konzertierten Aktion von Stadt, KWL und dem Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung kommen, in der Zusammenarbeit und Finanzierung unbürokratisch organisiert werden.

Dem stimmte Mathias Wiemann von den KWL zu. Der 51-Jährige ist Unternehmensbereichsleiter Netze und sieht nicht das Alter des Abwasserkanals als ursächliches Problem: "Unsere Vorgänger haben genial gebaut, für einen so hohen Wasserverbrauch, den wir heute schon lange nicht mehr haben. Es sind die zunehmenden, außergewöhnlichen Starkregenereignisse, die Sorgen bereiten, besonders an Stellen, wo alles zusammenläuft." Deshalb müsse man sich hier etwas einfallen lassen. Erste Lösungsansätze soll es noch in diesem Jahr geben. "Wir stecken das Geld lieber in ein Ingenieurbüro als es für einen Anwalt auszugeben", spitzte Wiemann zu. Tauchas Bau-Fachbereichsleiterin Barbara Stein präzisierte: "Wenn der Verwaltungsausschuss am Montag zustimmt, werden Ingenieure und Vermesser beauftragt, die Situation zu untersuchen. Die Ergebnisse werden dann ausgewertet, Mitte September wollen wir erste Lösungsansätze diskutieren." Wiemann betonte, dass im Rahmen des Generalentwässerungsplanes schon viel in Taucha investiert wurde. Doch der sich jetzt als so problematisch zeigende Bereich wurde in dem Plan als ausreichend angesehen. "Das ist ja nicht in Stein gemeißelt und kann angepasst werden", so Wiemann.

Zu internen Beratungen würden auch künftig Bürger nicht eingeladen. Dennoch soll Transparenz gewährleistet sein. Stein: "Gibt es abgestimmte und belastbare Fakten, werden die Bürger informiert. Ihnen wird nichts vorgesetzt, sie werden einbezogen. Wer sich für die Technik oder Hydraulik interessiert, kann künftig die Unterlagen einsehen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.08.2014
Olaf Barth

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